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Wie kommt der Jennerwein denn nun ums Leben?

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Der Wildschütz Jennerwein (Maxe Holzner, rechts) wird zwar gestellt von den Jägern (Max Gambs, links, und Christian Kastner), aber eine Schuld kann ihm nicht nachgewiesen werden.

Inzell – Wie wird die Wilderei wohl ihren Lauf nehmen? Das fragen sich nun die vielen Besucher des Stücks »Jennerwein – Bluad vo da Gams« nach dem witterungsbedingten Abbruch der Vorführung der Inzeller Bauernbühne im Inzeller Steinbruch. Leider wurde der einsetzende Regen nach eineinhalb Stunden Spielzeit zu heftig, sodass sich die Verantwortlichen um die Regieführer Ulrike Rieder und Edi Holzner dazu entschlossen, die Vorstellung abzubrechen. Auch geschuldet der Tatsache, dass die Technik mit den sehr empfindlichen Mikrofonen durch die starken Regenfälle großen Schaden genommen hätte.


Nichtsdestotrotz waren die Darbietungen der Laienschauspieler das Eintrittsgeld wert. Jede und jeder in seiner Rolle gab den Zuschauern den Eindruck, dass es sich hier nicht um ein Nachspiel, sondern um eine echte Geschichte handelt. Untermalt wurde das Ganze natürlich auch noch in besonders beeindruckender Weise durch die natürlichen Gegebenheiten im Steinbruch, wodurch die Nähe zum Stück und die Verdeutlichung der Handlungen sehr wirklichkeitsgetreu zum Tragen kamen.

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Naturschauspiel sondergleichen

Vieles ist planbar, doch für das Wetter braucht man auch Glück und es hätte wirklich so schön werden können, hätte der Regen nur eine halbe Stunde später eingesetzt. Kurz nach Beginn des Stücks wurde der Wind immer stärker, zunächst oben am Gipfel und kurze Zeit später rund um die Darsteller, ehe es wieder abflaute. Beeindruckend für Darsteller und Besucher, denn die Dramatik wurde dadurch noch herausgestellt. Mit Fortdauer des Stücks zeigten sich Blitze und verdeutlichten so geradezu die Szene des Streits im Gasthaus zwischen dem Pföderl (Christian Kastner) und dem Jennerwein (Max Holzner). Eine Untermalung, wie sie so nicht vorhersehbar war, aber dennoch genau ins Bild passte.

Man merkte den Darstellern an, dass sie mit dieser Natursituation besonders gut umgehen können und auch den vielen Besuchern die Inhalte sehr gut und wirklichkeitsgetreu näher bringen konnten. Dies brachte auch die Querfeldeinmusi mit Heidi und Veronika Baier, Andi Holzner und Martin Maier zum Ausdruck, die durch Gesang und musikalische Einlagen die jeweiligen Szenen verdeutlichten. So beim Fensterln, als der Wildschütz Jennerwein sein Gspusi, die Wirtstochter Maria Stahuber (Gabi Steinbacher), aufsucht, die Jäger (Michael Reindl und Max Gambs) vom Holzknecht (Florian Holzner) verspottet werden oder der Wirt (Thomas Nickl) mit dem Pfarrer (Gerhard Huber) seinen Handel treibt. Dies versucht die Pfarrersköchin (Gaby Steinhauer) mit ihrer resoluten Art zu unterbinden. Eher das Gegenteil in ihrer Art ist die Sennerin Agerl (Regina Kötzinger), die vom Pföderl umgarnt wird, aber auch in das »Beuteschema« des Jennerweins passt. Wie aber letztlich die Geschichte endet, konnte nicht mehr präsentiert werden, denn der Regen machte allen einen Strich durch die Rechnung. Am Ende blieb den Besuchern nur, unverrichteter Dinge den Nach-Hause-Weg anzutreten und einen zweiten Termin fest einzuplanen, um das Ende auch mit zu erleben.

Die weiteren Möglichkeiten sind dafür der 24. und 31. Juli sowie der 1., 7., 8., 14. und 15. August. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. hw