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Wie geht es weiter mit der Mittagsbetreuung?

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Viele Eltern sind verunsichert, wie es mit der Mittagsbetreuung in Traunstein weitergeht.

Traunstein – Verunsicherung herrscht bei einigen Eltern in Traunstein beim Thema Mittagsbetreuung. »Wie geht es weiter?«, will Caroline Grünewald wissen. Ihr Sohn geht auf die Ludwig-Thoma-Grundschule. Die Traunsteinerin ist auf die Mittagsbetreuung angewiesen, denn sie arbeitet von Montag bis Freitag. Nun habe sie erfahren, dass den Mitarbeitern der Mittagsbetreuung gekündigt worden sei. »Gibt es dann noch eine Mittagsbetreuung oder nicht?«, fragt deshalb Caroline Grünewald. Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

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Gemeinnütziger Träger übernimmt Betreuung

Zum Hintergrund: Derzeit gibt es an der Haslacher Grundschule und der Ludwig-Thoma-Grundschule eine Mittagsbetreuung bis maximal 16 Uhr – je nach Bedarf und Buchung der Eltern. Diese wird von der Stadt organisiert. Das soll sich nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats aber ändern. Ab dem kommenden Schuljahr, also ab September 2018, werden die Mittagsbetreuung und die gebundene Ganztagsklasse von einem gemeinnützigen Träger übernommen.

Der Kommunale Prüfungsverband hatte in einer überörtlichen Prüfung unter anderem die derzeitige Form der Schulkindbetreuung in Traunstein untersucht. Es habe dabei wesentliche Beanstandungen gegeben, weshalb die Stadt aufgefordert worden sei, »die Betreuungsangebote an den Schulen an einen einzigen freigemeinnützigen Träger zu übergeben«, wie Carola Westermeier, die Pressesprecherin der Stadt, schriftlich mitteilte. Wer das sein wird, steht derzeit noch nicht fest. In Frage kommen beispielsweise die Diakonie, die Caritas oder KoniS.

Die Stadt habe es als ihre Pflicht angesehen, die Mitarbeiter der Mittagsbetreuung darüber zu informieren, dass es einen Wechsel in der Trägerschaft geben wird, betonte Florian Langer, der Sachgebietsleiter Kinder, Jugend und Familien, auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts. »Das war keine Kündigung.« In dem Schreiben sei dem Personal lediglich die geplante Änderung mitgeteilt worden. Es sei aber auch ganz klar zum Ausdruck gekommen, dass sich die Stadt um eine weitere Anstellung bemühen werde. »Auch ein neuer Träger wird Personal brauchen«, betonte Florian Langer. Und auch die Stadt selbst habe Bedarf. Er teilt deshalb die Befürchtung von Caroline Grünewald nicht, »dass sich die Mitarbeiter jetzt was anderes suchen und danach zu wenig Personal da ist für die Mittagsbetreuung«. Jeder wisse ja, wie derzeit händeringend nach pädagogischem Personal gesucht werde, so die Mutter, die auch die geplante Einführung der offenen Ganztagsklasse kritisiert. »Das wäre für alle eine massive Deflexibilisierung des ganzen Systems.«

Über diesen Punkt war im Stadtrat heftig diskutiert worden. Eigentlich hätte die offenen Ganztagsklasse (anstatt der derzeitigen Mittagsbetreuung bis 16 Uhr) ebenfalls zum kommenden Schuljahr 2018/2019 eingeführt werden sollen. Doch nach der Debatte im vergangenen Sommer im Ratsgremium, war der Punkt vertagt worden.

Stadt sieht »Qualitätsgewinn«

Derzeit gibt es an der Grundschule Haslach die Mittagsbetreuung und an der Ludwig-Thoma-Grundschule die Mittagsbetreuung und die gebundene Ganztagsklasse. Das wird auch bis zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus an der Grundschule Haslach so bleiben. Dieser soll voraussichtlich 2020 fertig werden. Ändern wird sich vorerst also nur der Träger.

Auf die Frage nach dem »Warum?« verweist die Stadt auf die Empfehlung des Kommunalen Prüfungsverbands. Dabei schätzt Florian Langer den »Kosteneinspareffekt für die Stadt« geringer ein als den »Qualitätsgewinn«. Mit einem neuen Träger mit »entsprechendem pädagogischen Background« könnte das Ganze auf ganz andere Beine gestellt werden, betonte Langer. KR