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Wie geht es weiter mit dem Jugendtreff?

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Um den Truchtlachinger Jugendtreff im Untergeschoß des Bürgersaals ist es seit Monaten still geworden. Die Jugendlichen sind offenbar nicht gewillt, Verantwortung zu übernehmen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Eigentlich bringt der Jugendtreff in Truchtlaching für seine Besucher ideale Voraussetzungen mit: Er liegt mitten im Ort und ist auch zu Fuß sehr gut zu erreichen. Die Räume befinden sich im Untergeschoß, sodass auch schon mal lautere Musik gespielt werden kann, ohne die Nachbarschaft zu stören. Trotzdem funktioniert die gemeindliche Einrichtung nicht, die eigentlich ein Selbstläufer werden sollte. Der Hauptgrund liegt offenbar darin, dass es den Jugendlichen an der Motivation fehlt, Verantwortung zu übernehmen. »Wir brauchen einen Macher, der vorne dran steht«, forderte Bürgermeister Bernd Ruth im Gemeinderat.


Obwohl angekündigt war, dass der Gemeinderat über das »weitere Vorgehen« des Jugendtreffs beraten wird, waren weder Jugendliche noch Vertreter des Förderkreises aktive Jugend in die Sitzung gekommen. Ein Fingerzeig dafür, dass das Interesse am Fortbestand des Jugendtreffs offenbar nicht besteht, wie vermutet wurde.

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Wie berichtet, hat der Jugendtreff im Keller des Bürgersaals im vergangenen Jahr eine längere Sommerpause eingelegt, die bis heute anhält. Die Jugendlichen hatten sich in der Vergangenheit nicht an die Regeln gehalten und zeigten auch keine Motivation, selbst Verantwortung zu übernehmen. Der Betrieb durch die Jugendlichen, die sich selber organisieren sollten, funktionierte nur bedingt oder gar nicht. Es wurde immer wieder gegen das Rauch- und Alkoholverbot verstoßen und auch Einrichtungsgegenstände wurden zerstört. Darüber hinaus hatten sich auch die Anwohner über Lärmbelästigung wegen zu lauter Musik beschwert. Deshalb wurde der Treff bis auf Weiteres geschlossen.

Engagement der Jugendlichen wichtig

Der Gemeinderat hatte sich daraufhin Gedanken gemacht, wie und ob ein Neustart gelingen könnte. Schon damals war klar, dass die Einrichtung ohne das notwendige Engagement der Jugendlichen und der Eltern nicht funktionieren könne. Diese Debatte wiederholte sich in der jüngsten Sitzung. »Es kann nur funktionieren, wenn von den Leuten selber was kommt«, erklärte Martin Bartlweber (FW). Sepp Daxenberger (CSU) appellierte an den Jugendbeauftragten Sebastian Maier, sich besser einzubringen. »Es wäre schade, wenn wir alles laufen lassen und die Räume brach liegen lassen«, so Daxenberger, der von seinem Fraktionskollegen Michael Regnauer bestärkt wurde.

Maier wies darauf hin, dass nach Auskunft von Experten ein Jugendtreff heute in den seltensten Fällen ohne professionelle Unterstützung gelinge. Persönlich habe er nicht das Gefühl, dass der riesige Aufschrei bei den Jugendlichen da sei, den Treff aufrechtzuerhalten, so der Jugendbeauftragte. Dem Tenor des Gremiums war aber zu entnehmen, dass von einer professionellen Kraft Abstand genommen werden sollte. »Wir sollten die Jugendlichen aus der Reserve locken und sie an das Verantwortungsbewusstsein erinnern«, regte Hans Huber (FW) an und schlug vor, einen Aufruf unter den Jugendlichen zu starten, den auch Norbert Maier begrüßen würde.

Christine Eglseer (CSU) schlug vor, die Räumlichkeiten des Jugendtreffs auch den Vereinen für Veranstaltungen wie Jugend-Discos oder Billard-Turniere zur Verfügung zu stellen. Um diesen Versuch zu wagen und festzustellen, ob überhaupt Interesse bestünde, sollte eine Informationsveranstaltung mit Vereinsvertretern, Jugendlichen und Eltern einberufen werden. »Ein Versuch wäre es wert und kostet uns nichts«, so Eglseer. Gleichzeitig regte sie an, zu der Infoveranstaltung auch einen Fachmann einzuladen, der die Gemeinde über die rechtlichen Belange aufklärt.

Der Vorschlag Eglseers wurde allgemein positiv aufgenommen und soll jetzt unverzüglich vom Jugendbeauftragten in die Wege geleitet werden. Ruth erteilte Sebastian Maier einen klaren Auftrag: »Des machst jetzt Du!« Christine Eglseer will ihn dabei unterstützen. ga