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Wie geht es weiter für »Klara« und »Gemma«?

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Die beiden Projekte »Klara« und »Gemma« für hilfebedürftigen Menschen im Landkreis Traunstein stellte in der gestrigen Gesundheits- und Sozialausschuss-Sitzung der Geschäftsführer des Jobcenters Traunstein, Thomas Wendrich, vor.


Weitere Finanzierung ist noch nicht geklärt

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Dabei stellte er jedoch auch gleich klar, dass die weitere Finanzierung beider Projekte über den Herbst hinaus noch keinesfalls in trockenen Tüchern sei. Und auch, wenn er an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt noch keine konkrete Finanzierungszusage machen konnte, signalisierte Landrat Hermann Steinmaßl zumindest den guten Willen zur Unterstützung: »Jetzt schauen wir mal, was der Haushalt 2014 hergibt, dann werden wir sehen, ob wir das Projekt weiter unterstützen können. Das hat natürlich auch nur dann einen Sinn, wenn es wirklich hilft.«

Beide Projekte dienen hilfebedürftigen Menschen im Landkreis, bei denen der fehlende Arbeitsplatz nicht das einzige Problem ist. »Ziel ist es, den Menschen wieder Struktur zu geben, sie aus der Isolation rauszuholen und begleitende Hilfen anzubieten mit dem Ziel, wieder eine Arbeitsstelle zu erhalten und den Lebensunterhalt selbstbestimmt zu bestreiten«, heißt es in der Sitzungsvorlage. Der Landkreis Traunstein begrüße diese Angebote, die der sozialen Stabilisierung dienten und auch Präventionscharakter hätten.

Die Abkürzung »Klara« steht in diesem Fall für kompetent, leistungsbereit, aktiv, routiniert arbeiten. Das Projekt betreibt das Jobcenter bereits seit 2006 mit dem Partner Diakonisches Werk Traunstein. Derzeit werden 13 Menschen für drei bis sechs Monate darin betreut, »Menschen mit Stabilisierungsbedarf und multiplen Vermittlungshemmnissen«, so Wendrich, »etwa familiärer, gesundheitlicher oder finanzieller Art.« Über sogenannte 2-Euro-Jobs können sie sich zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld II (Hartz IV) an 20 bis 30 Wochenstunden etwas dazu verdienen, erhalten wieder Struktur, müssen pünktlich bei der Arbeit sein und sich auf Kollegen einstellen. In der übrigen Zeit stehen Gespräche an, etwa mit der Schuldnerberatung, Suchtberatung oder Therapeuten.

43 Prozent wieder in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt

Von den bisher 60 Betreuten seien immerhin 43 Prozent wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert worden, berichtete Wendrich weiter. Andere schieden krankheitsbedingt, suchtbedingt, wegen des Eintritts in die Rente, Umzugs oder erneuter Arbeitslosigkeit aus.

Auch bei dem zweiten Projekt »Gemma« (gleich etwas Mutiges miteinander anpacken) arbeitet das Jobcenter mit der Diakonie zusammen. Das Projekt ist die Fortführung der zum Jahresende aus rechtlichen Gründen eingestellten Qualifizierungsmaßnahme Dagi. »Wichtig war uns, dass wir auch weiterhin ein völlig offenes Haus haben, generationenübergreifend, ohne Anmeldung und vor allem ohne Erfassung«, so Wendrich. Es ging darum, Arbeitslose aus der Isolation zu holen, »sie sollten nicht daheim versauern, sondern die Möglichkeit haben, sich bürgerlich zu engagieren in Kleinprojekten, sich zum Handwerken, Nordic Walking oder Kochen treffen.«

Beide Projekte seien für die Fortführung geeignet, so Wendrich. Die künftige Finanzierung hänge aber von der Haushaltsentwicklung des Jobcenters ab. Für das Projekt »Klara« sei derzeit eine Fortführung mit weniger Teilnehmern geplant – »wir kämpfen um die Fortführung des Projekts, und wir sind auf einem guten Weg«, sagte er mit Blick auf den Vertreter der Diakonie. Für »Gemma« sollten Mittel über Spenden, Sponsoring und den Essensverkauf organisiert werden.

Pädagogische Betreuung ist unglaublich wichtig

Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) verwies auf die Bedeutung des Projekts. »Das sind engagierte, hilfsbereite Leute. Die entwickeln sich ja. Die pädagogische Betreuung ist aber unglaublich wichtig.«

Heinrich Wallner (CSU) lobte das Projekt »Gemma«. Er habe selbst schon Jugendliche untergebracht, und die seien heute »alle in Lohn und Brot. Das ist unwahrscheinlich wichtig, um ein Abrutschen in die Kriminalität zu verhindern.« coho