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Wie gefährlich ist die Staatsstraße für Schulkinder?

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Petting – »Gefahrenquellen vermeiden«, fordert Philipp Strohmayer. Er schlug in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor, das geplante Buswartehäuschen an der Staatsstraße bei Ringham in Richtung Schönram zu verlegen, dorthin wo eine Unterführung den Seitenwechsel für Schulkinder gefahrlos macht. Eine Mehrheit im Gremium unterstützte das Ansinnen nicht.


»Das Thema haben wir heiß diskutiert«, erinnerte Bürgermeister Karl Lanzinger an die Meinungsverschiedenheiten zu einem modern gestalteten Buswartehäuschen bei Ringham. Ehe das als Ersatz für ein durch ein Auto zerstörtes Wartehäuschen aufgestellt wird, schlug Philipp Strohmayer vor, über den Standort nachzudenken, denn es gebe weiter südlich eine gefahrlose Übergangs-Alternative. »Wir haben dort keine Busbucht«, gab zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl zu bedenken, »die müssten wir erst bauen.« Und auch das von Stohmayer ins Feld geführte »zukünftige Baugebiet« in Ringham werde noch etliche Jahre auf sich warten lassen.

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»Wenn du vom Dorf her kommst, ist es wurscht, wo's steht«, beschrieb Andreas Götzinger die Lage. Solange die Kinder die Grundschule in Petting besuchten, stelle sich die Frage nicht, denn die würden an zwei Haltestellen am Dorf abgeholt. »Relevant ist das erst ab der fünften Klasse.« Dritter Bürgermeister Thomas Stippel hatte mit dortigen Bürgern gesprochen und von 14 oder 15 Schülern erfahren, die weiterführende Schulen in Traunstein, Freilassing und Laufen besuchten.

Roland Kramer hält die Überquerung der Staatsstraße für diese Altersstufe für »zumutbar.« Franz Vordermayer sieht in der bisherigen Situierung den Vorteil, dass dort mit den Abbiegern der Verkehr sogar gebremst würde, während Franz-Martin Abfalter im Abbiegeverkehr eher eine »zusätzliche Gefahr« sieht.

Wie weit denn das neue Häuschen schon sei, wollte das Gremium wissen, stehe doch das ungemütliche Wetter unmittelbar bevor. »Der Zimmerer hat so viel Arbeit. Es wird wohl zunächst ein Provisorium werden«, erwiderte Lanzinger. »Warum stellen wir nicht unser Standardhäusl auf?«, schlug Prechtl vor. Das könnte rasch erstellt werden. Genau das werde gemacht, so Lanzinger, »wenn wir wieder eines brauchen, haben wir schon eins.« Freilich gehe das Provisorium zunächst nicht auf Kosten der Gemeinde. Mit Strohmayer sprachen sich Franz-Martin Abfalter, Andreas Götzinger, Klaus Haunerdinger sowie Elvira Kraller für eine Verlegung aus, alle anderen sagten Nein.

Die Nachbargemeinde hilft sparen. Weil Teisendorf nun auch der Ökomodellregion Waginger See–Rupertiwinkel beitritt, reduziert sich der Beitrag Pettings entsprechend der Einwohnerzahl von 5000 Euro auf 3871 Euro. Nach zwei Jahren wird das Projekt nun verlängert. Um was es dabei geht, erklärte der Rathauschef: »Bewusstsein für Regionalität fördern, zu ökologischer Wirtschaftsweise animieren, bemühen um mehr Biolandwirte.« Wobei er darin keinerlei Wertung sehen mochte, denn jeder Bauer solle so wirtschaften, »wie es für ihn am besten ist«.

Lanzinger wies die Kollegen darauf hin, dass Petting neben der Ökomodellregion auch bei Leader und »ILEG« dabei sei. »Das kostet Geld, aber wir profitieren davon«. Allein mit der Leader-Förderung für das Vereinsheim in Schönram, rentiere sich die Mitgliedschaft »bei Weitem«.

»Die Früchte zeigen sich heute schon«, verwies Franz Vordermayer auf einen Landwirt in der Gemeinde, der auf Biolandbau umstellen wird. Klaus Haunerdinger bezweifelt, dass der Grund dafür darin zu sehen ist. Ihm ist das alles zu wenig. Er fragte: »Was ist schon passiert in Petting?«

»Klar, dass in zwei Jahren nicht alles zu erreichen ist«, blickte Lanzinger auf die Startphase, aber bei Pachtflächen der Gemeinde würden Biobauern bevorzugt berücksichtigt, Geschenkkörbe mit Bioprodukten bestückt. Mit kleinen Bausteinen bringe man einen Entwicklungsprozess in Gang, der in fünf, zehn Jahren Früchte tragen werde, ist das Gemeindeoberhaupt überzeugt.

»Es braucht Zeit, bis was kommt«, meinte auch Ludwig Prechtl, »wir können nicht nach zwei Jahren raus gehen.« Letztlich stimmten alle Gemeinderäte einer Verlängerung um weitere zwei Jahre zu. höf