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Wetterkapriolen blieben 2016 aus

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Die Sonne zeigte sich 2016 an 257 Tagen und damit öfters als in den meisten Jahren zuvor. Das winterliche Sonnenfoto, das unser Leser Dr. Martin Brunnhuber am Weitsee aufgenommen hat, ist allerdings bereits 2017 entstanden. Wer weiß, vielleicht wird das neue Jahr ja auch wieder sonnenreich.

Traunstein – Was das Wetter betrifft, ist 2016 ein Durchschnittsjahr gewesen. Das zeigen die Daten der Wetterstation am Traundamm in Traunstein. Besondere Wetterkapriolen blieben aus.


An 257 Tagen zeigte sich im vergangenen Jahr die Sonne – das ist ein wenig mehr als der Durchschnitt seit 1974 mit 246 Tagen. Das sonnigste Jahr war 2009 mit 286 Tagen Sonnenschein und am trübsten war es 1978 mit nur 211 Tagen.

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2016 regnete es an 174 Tagen, an 34 Tagen schneite es. Damit lag das vergangene Jahr nur minimal unter dem Durchschnitt von 178 Regen- und 41 Schneetagen. Das verregnetste Jahr war 1994 mit 235 Tage, an denen es regnete. Die wenigsten Niederschlagstage gab es 1976 mit nur 128 Tagen. Die meisten Schneetage, nämlich 64, gab es 1981, 2002 schneite es dagegen nur an 16 Tagen.

2016 blitzte und donnerte es an 22 Tagen

Hagel oder Graupel fielen 2016 an sechs Tagen, an 22 Tagen gab es ein Gewitter – das sind Durchschnittswerte. Die meisten Gewitter gab es 1988, nämlich 34, 1981 blitzte und donnerte es nur an zehn Tagen. Nebel gab es 2016 an 44 Tagen, sechs Tage mehr als der Durchschnitt. 1996 war es sehr trüb, damals gab es 65 Tage mit Nebel, 2008 dagegen nur 19 Tage.

Der letzte Schnee im Winter 2015/2016 fiel am 6. April, der erste Schnee fiel dann wieder am 6. November. Den letzten Nachtfrost gab es am 28. April, den ersten Frost hatten wir dann wieder am 8. November. Doch es gab Jahre, da dauerten die Winter schon etwas länger, so zum Beispiel 1980. Da fiel im Frühling noch Schnee, am 17. Mai. Und 1994 fiel der erste Schnee schon am 7. Oktober. Auch beim Nachtfrost gibt es andere Werte, so der letzte Nachtfrost am 17. Mai 1980 oder der erste Nachtfrost schon am 30. September 1987.

2016 gab es insgesamt nur 65-mal Nacht- und fünfmal Dauerfrost. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 103 und 20 Tagen. Die Spitzenwerte wurden 1992 mit 155-mal Nachtfrost und 2010 mit 49-mal Dauerfrost erreicht, 1994 gab es nur 38-mal Nahtfrost und 2014 und 2015 nur viermal Dauerfrost.

Die vergangenen Jahre waren ja insgesamt wärmer, das zeigt sich auch bei den Minuswerten sehr deutlich. Zweistellige Nachttemperaturen gab es 2016 nur dreimal, der Durchschnitt liegt hier bei 13-mal. 1987 gab es sogar 33-mal zweistellige Minustemperaturen. Die Tagestemperaturen liegen 2016 insgesamt über dem Durchschnitt. An 241 Tagen gab es zweistellige Pluswerte, davon 140 Tage über 20 Grad, 72 Tage über 25 Grad und 25 Tage über 30 Grad. Der Durchschnitt liegt bei 230 Tagen mit zweistelligen Pluswerten, 107 Tagen mit über 20 Grad, 45 Tagen mit über 25 Grad und acht Tagen über 30 Grad.

Mit 10,6 Grad im Durchschnitt lag das Jahr 2016 fast zwei Grad über dem Mittel von 7,8 Grad. Die wärmsten Jahre waren 2014 und 2015 mit 10,7 Grad, das kälteste Jahr mit 6,5 Grad war 1991. Bei den einzelnen Temperaturwerten gab es 2016 keine neuen Spitzenwerte. Die kälteste Nacht war mit minus 14 Grad am 19. Januar, die wärmste Nacht am 25. Juli mit 18,5 Grad und der wärmste Tag am 25. Juni brachte es auf 34,2 Grad. Die Rekordwerte waren: kälteste Nacht mit minus 26 Grad am 8. Januar 1985; wärmste Nacht mit 21,6 Grad am 17. Juli 2010 und wärmster Tag mit 36,7 Grad am 7. Juli 2015. Wenn man sich die Temperaturwerte ansieht, so ist doch ein deutlicher Temperaturanstieg in den vergangenen Jahrzehnten zu beobachten.

Besondere Wetterkapriolen blieben 2016 bei uns aus. Aber so einiges fiel doch auf. Im Januar schaffte es der Schnee erst bis ins Tal. Im Februar blühten schon am Monatsanfang die ersten Schlüsselblumen – zumindest in geschützter Lage. Im März gab es zu Monatsbeginn viel Schnee und das Monatsende war bereits warm und sonnig. Im April gab es zu Monatsende zum Leid der Autofahrer noch einmal eine geschlossene Schneedecke. Im Mai gab es pünktlich zu den Eisheiligen einen Temperatursturz. Der Juni war sehr wechselhaft und regenreich.

Sommer nahm nur langsam Fahrt auf

Der Juli war ebenfalls kühl und sehr verregnet. Der August fing ebenfalls noch kühl an, entwickelte sich dann aber doch zu einem schönen Sommermonat. Der September war sonnig und es gab wenige Niederschläge. Im Oktober blieben Besonderheiten aus. Im November gab es bereits zu Monatsanfang, am 6., eine geschlossene Schneedecke. Der Dezember war überdurchschnittlich warm und neblig.

Was wird uns das neue Jahr wohl bescheren? Das ist wohl schwierig vorherzusagen – wie auch dieser Spruch verdeutlicht: »Das Teuflische an der Wettervorhersage ist, dass sie zu oft stimmt, als dass man sie ganz in den Wind schlagen könnte, aber doch nicht oft genug, um sich darauf verlassen zu können.« HM