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Wertvolle Hilfe für Klein- und Vorschulkinder

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Die Frühförderangebote – hier zwei Brüder an der Rollrutsche – in der Frühförderstelle in Traunstein machen den Kindern viel Spaß. (Foto: Giesen)

Alles begann mit der Frühförderung des Heilpädagogischen Zentrums in Ruhpolding, die nach und nach durch ein Netzwerk mit gut erreichbaren Standorten im ganzen Landkreis ausgebaut wurde. Heute ist die Frühförderstelle Traunstein mit Nebenstellen in Grassau und Ruhpolding für den südlichen Bereich zuständig, das Diakonische Werk und die Lebenshilfe mit Frühförderstellen in Traunreut und Altenmarkt für den nördlichen.


Störungen bei Kindern haben zugenommen

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2011 betreute das Traunsteiner Förderteam 212 Kinder mit Entwicklungsrückständen, Teilleistungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten oder Behinderungen, meist ein- bis zweimal pro Woche. Manchmal war auch nur ein Beratungsgespräch oder eine Entwicklungsdiagnose notwendig. Wie die Statistik der Frühförderung zeigt, haben Störungen in den Bereichen Sprache, Bewegung, Konzentration und soziale Entwicklung in den vergangenen Jahren zugenommen. »Eingerichtet wurden die Frühförderstellen, weil erkannt wurde, dass Fehlentwicklungen aufgehoben oder in ihrem Ausmaß entscheidend gemindert werden können, wenn sie früh erkannt und gezielt gegengesteuert wird«, erklärt Dr. Hans Mayer, Leiter der Frühförderung Traunstein.

»Eine Frühfördermaßnahme beginnt meist damit, dass ein Elternteil besorgt bei uns anruft«, berichtet Dr. Mayer. Ein Kind sei zum Beispiel für sein Alter zurück, könne noch nicht richtig sprechen oder spielen, sei ungeschickt, aggressiv, unkonzentriert, besonders ängstlich oder habe Kontaktschwierigkeiten. Zum Teil wenden sich die Eltern dann aus eigener Initiative an die Förderstelle, oft aber komme der Anstoß von Ärzten, Kindergärten oder Bekannten.

Nach einer telefonischen Anmeldung gibt es ein Beratungsgespräch ohne das Kind. Dann wird meist eine Entwicklungsdiagnostik des Kindes anhand verschiedener Tests und Beobachtungsverfahren gemacht, wobei Motorik, Feinmotorik, visuelle Wahrnehmung, Sprechen, Sprachverständnis und die soziale Entwicklung überprüft werden. »Die Tests sind spielerisch und es macht den Kindern oft Spaß zu zeigen, was sie können«, erklärt Mayer. Beim nächsten Termin werden die Ergebnisse der Untersuchungen mit den Eltern oder anderen Bezugspersonen besprochen und mit deren Beobachtungen verglichen.

Wird bei einem Kind ein komplexer Förderbedarf festgestellt und wollen die Eltern eine regelmäßige Förderung, so erstellt der Kinderarzt einen Förder- und Behandlungsplan. Im Team der Frühförderung arbeiten Fachleute aus den verschiedensten Bereichen wie Psychologie, Pädagogik, Ergotherapie, Logo- und Motopädie, Heilpädagogik und Physiotherapie zusammen. Sie besprechen sich in wöchentlichen Teamsitzungen, an denen immer wieder auch sieben Kinderärzte teilnehmen. Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum in Traunstein und den Sonderpädagogischen Förderzentren.

Die Kosten für pädagogisch-psychologische Maßnahmen übernimmt der Bezirk Oberbayern, für medizinisch-therapeutische Hilfe kommen die Krankenkassen auf.

Auch die Eltern sind miteingebunden

»Die Frühförderung kann nur dann optimal wirken, wenn es gelingt, auch die familiäre Situation des Kindes möglichst positiv zu gestalten« erklärt Dr. Mayer. Daher werden neben der Arbeit mit dem Kind immer auch regelmäßige Gespräche möglichst mit beiden Elternteilen geführt.

Damit sich alle Interessierten über die Frühförderung im Landkreis Traunstein näher informieren können, veranstaltet das Frühförderteam einen »Tag der offenen Tür« am Mittwoch von 13.30 bis 17 Uhr in der Frühförderstelle Traunstein, Kernstraße 4. Kinder können bei den Ergotherapeutinnen motorische Förderangebote ausprobieren, die Eltern sich bei Fachvorträgen näher informieren. Über den »Weg in die Frühförderung« sprechen Gertrud Hobl um 14 Uhr, über »mobile Frühförderung im Kindergarten und zu Hause« Irene Sigl und Sieglinde Affa um 15   Uhr und um 16 Uhr Isabella Pichler über das »Triple P Elterntraining«, ein verhaltenstherapeutisches Training für Eltern. gi

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