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Wertstoffhof beim Bahnhof wird weiterverfolgt

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So könnte das neue Wertstoffhof- und Grüngutareal gemäß der Grobplanung des Priener Planungsbüros aussehen. (Grafik: Dippold & Gerold)

Teisendorf – Nach längerer kontroverser Debatte fiel am Montagabend im Gemeinderat die Entscheidung: 13 von 21 Gemeinderäten plädierten dafür, dass der geplante Wertstoffhof mit Grüngutlagerplatz an der Industriestraße weiter verfolgt wird.


Diese Leistungsphasen sind: Grundlagenermittlung, Vorplanung und Entwurfsplanung. Die Entwurfsplanung, der eine detaillierte Kostenberechnung beigelegt wird, soll dann dem Gemeinderat zur weiteren Entscheidung nochmal vorgelegt werden.

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In den vergangenen Monaten hatte es Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Gremiums zum Standort gegeben. Ein Zeitdruck besteht für die Gemeinde allein dadurch, dass der bisherige Grüngutlagerplatz am Klärwerk stillgelegt werden muss, weil die Fläche aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen für die Lagerung von Klärschlamm benötigt wird. Im Zuge dieser Verlegung möchte die Gemeinde den Wertstoffhof, der sich bisher neben dem Bauhof am Stettener Weg befindet, mit verlegen. So könnte das frei werdende Areal vom Bauhof mit genutzt werden.

Gelände als ungünstig kritisiert

Mehrere Gemeinderäte hatten den Platz an der Industriestraße aufgrund des dreieckigen Zuschnitts, aufgrund der begrenzten Größe und aufgrund seiner Unebenheit als ungeeignet erachtet. Die SPD hatte daraufhin einen Standort am Ortsrand an der Freidlinger Straße ins Spiel gebracht.

In der aktuellen Sitzung zeigten sich alle Gemeinderäte von der optimalen Ausnutzung des Dreieck-Grundstücks in der Grobplanung, die Diplom-Ingenieur Anton Mader präsentierte, beeindruckt. Drei Hauptargumente sprechen für Mader für dieses Grundstück: Es ist zentral gelegen, voll erschlossen mit Zufahrt über die Industriestraße, Regen- und Schmutzwasserkanal sowie im Besitz des Marktes Teisendorf. Alternativgrundstücke müssten erst erworben werden.

Das Areal sei nicht beliebig erweiterbar, räumte Mader ein. Auch müsse erst Baurecht geschaffen werden. »Das ist das Grundstück, wo wir am ehesten Baurecht bekommen«, erklärte Bauamtsleiter Theo Steinbacher. Die Aufstellung eines Bebauungsplans sei wegen einer anstehenden Erweiterung der Firma Mafo ohnehin nötig; in diesem Zuge könne der Wertstoffhof mit eingeplant werden.

Das Grundstück umfasst etwa 1100 Quadratmeter. Gleich nach der Abzweigung der Industriestraße von der Laufener Straße würde die Zufahrt als fünf Meter breite Einbahnstraße in das Wertstoffhof-Areal führen und weiter hinten wieder auf die Industriestraße münden. An der Ein- und Ausfahrt sind Toranlagen vorgesehen. Rechts von der Einbahnstraße liegen ein etwa 250 Quadratmeter großer Grüngutplatz, zwei tiefer gelegte je 128 Quadratmeter große Hallen mit ebenerdig von oben befüllbaren Containern und zwei Container im Freien. Links von der Durchfahrtsstraße befinden sich ein Aufenthaltscontainer mit WC fürs Personal sowie Parkplätze. Die entsprechenden Wenderadien der Fahrzeuge könnten eingehalten werden, erläuterte Mader.

In einer ersten groben Kostenschätzung bezifferte er die Gesamtkosten je nach Ausstattung der Hallen auf 420 000 bis 500 000 Euro. »Für 250 000 Euro kriegt man das nicht«, betonte er.

Auf die Nachfrage von Alois Stadler (CSU) erklärte Mader, bei einem ebeneren Grundstück spare man bei gleichen Bedingungen nur etwa 30 000 Euro.

Areal biete keine Lösung für die Zukunft

»Für mich ist das nicht tragbar«, machte sich Hans Rauscher (SPD) zum Wortführer der Kritiker und Gegner, die nicht eine so große Summe in dieses vergleichsweise kleine und nicht erweiterbare Areal stecken wollen. Sie bezweifelten, dass dies für die Gemeinde eine zukunftsfähige Lösung ist. Bedenken äußerten Edwin Hertlein (Grüne), Georg Quentin (SPD) sowie die FWG-Räte Anita Niederstraßer, Hans Niederstraßer und Peter Schuhbeck. Letzterem missfällt der Platz wegen der Optik am Ortseingang, selbst wenn der Platz eingegrünt wird. Er regte die Suche nach einem Gelände zwischen Teisendorf und Oberteisendorf, wo man fürs Grüngut auch keine endgültige Lösung habe, an.

Für Rauscher und Hertlein kommt erschwerend dazu, dass Verhandlungen mit der Bahn wegen der Abstandsflächen nötig sind. Beide warnten auch vor einem Chaos, wenn gleichzeitig mehrere Bürger mit Hängern kommen und womöglich abhängen und rangieren müssen. Bürgermeister Thomas Gasser argumentierte, hier könne man durch erweiterte Öffnungszeiten entzerrend wirken.

Diese verursachten wieder höhere Personalkosten, setzte Quentin dagegen. Das Ein- und Ausfahren gefährdet für Hertlein auch den Verkehr. Beide Funktionen, Wertstoffhof und Grüngutplatz, harmonierten nicht ganz. Mader erklärte, beides müsse nicht auf die Dauer auf einem Standort sein. Man könne später den Grüngutplatz weg verlegen und dann eine weitere Halle hinstellen. Auch eigene Grüngut-Anlieferzeiten seien möglich. Gasser ergänzte, man könne den Wertstoffhof auch am alten Ort belassen und hier nur einen Grüngutlagerplatz errichten.

Mit Letzterem wäre Andreas Neumeier (CSU) einverstanden. Er möchte die Fläche an der Industriestraße für eventuell später benötigte Firmenparkplätze von Bebauung freihalten.

Befürwortet wurde die Planung von der restlichen CSU-Fraktion sowie den Grünen-Räten Elisabeth Aschauer, der ein anderes Grundstück in der grünen Wiese zu schade zum Bebauen wäre, und Matthias Spiegelsperger: Er gab zu bedenken, dass das Ganze auf einem Areal, das erst erworben und erschlossen werden muss, eher eine Million Euro koste. Thomas Egger (CSU) befürwortet, dass hier anders als beim Wertstoffhof am Stettener Weg der Verkehr der abliefernden Bürger und der Lkws nicht durch eine Wohnbebauung fließt. Den Ausschlag für die Befürworter gab, dass er derzeit keine sinnvolle Alternative gebe, sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. vm