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»Werdet zufriedene Menschen«

Marquartstein. 29 Schüler des Pädagogischen Zentrums Schloss Niedernfels erhielten ihre Abschlusszeugnisse, außerdem vier externe Realschüler ihre Zeugnisse zum qualifizierenden Abschluss der Mit-telschule. Alle Absolventen hatten den Hauptschulabschluss und die besondere Prüfung geschafft, 82 Prozent davon den sogenannten »Quali«, den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule. Bester Absolvent, der zudem eine Auszeichnung von Landrat Hermann Steinmaßl erhielt, ist Jakob Senjor mit einem Notendurchschnitt von 1,44, gefolgt von Carina Gasteiger (1,66) und Lisa Schwab (1,94).

Die besten Absolventen der Franz von Sales-Heimvolksschule Schloss Niedernfels in Marquartstein (von links) Carina Gasteiger, Lisa Schwab und Jakob Senjor, daneben Schulleiterin Angelika Ligniez, ganz links der Vorsitzende des Fördervereins, Heiko Jung, der die besten Schüler auszeichnete. (Foto: Giesen)

Der Abschlussfeier ging ein musikalisch umrahmter, ökumenischer Gottesdienst mit Bruder Christian von Maria Eck und dem evangelischen Pfarrer Rainer Maier voraus. Schwester Elisabeth mit dem Arbeitskreis für religiöses Leben schenkte außerdem jedem Abschlussschüler ein Kissen mit der Ansicht der Schule zur Erinnerung.

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Stellvertretender Schulleiter Christian Auer zeigte zur Ein-stimmung der Abschiedsfeier einige ausgewählte, mit Musik unterlegte Bilder von der Klassenfahrt der beiden Abschluss-klassen nach Berlin. Der Leiter des Pädagogischen Zentrums, Bernd Barthel, eröffnete den Reigen der Reden mit der Bemerkung, er sei stolz, dass wieder zwei Klassen erfolgreich verabschiedet werden können, und wünschte den Absolventen alles Gute für ihre Zukunft.

Dem schloss sich Schulleiterin Angelika Ligniez an. Der lange herbeigesehnte Tag, aus der Schule entlassen zu werden, sei erreicht. Nun sei die lange bei den Schülern vorherrschende »Keine-Bock-Manier« erschöpft und es sei Zeit, an die Zukunft zu denken. Jeder Schüler habe inzwischen Aussicht auf eine Lehrstelle oder den Besuch einer weitergehenden Schule. Bei ihren Überlegungen zum sogenannten »Glück, dem jeder nachjagt«, gab sie zu bedenken, dass das Geld sicherlich nicht das Maß aller Dinge sei, denn absolutes Glück scheine nicht möglich zu sein. Das Wichtigste sei es, sich einfach nicht zu viel vom Leben zu erwarten und sich mit den Unzulänglichkeiten des Lebens abzufinden. »Werdet keine Glücksritter, die am Ende mit leeren Händen dastehen, sondern werdet zufriedene Menschen«, gab sie den Absolventen mit auf den Weg.

Die Vorsitzende des Elternbeirats, Petra Mandl, hatte in ihrer Rede ein etwas abgeändertes Zitat des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain gewählt, von dem sie überzeugt war, die ehemaligen Schüler werden in einigen Jahren darüber lachen können: »Als ich 15 oder 16 Jahre war, waren meine Eltern und Lehrer so unwissend. Ich konnte diese alten Leute kaum in meiner Nähe ertragen. Aber mit 21 war ich verblüfft, wie viel sie alle in den fünf bis sechs Jahren gelernt hatten.« Sie wünschte allen Absolventen eine wundervolle, erfolgreiche, lustige und von Freundschaft und Verbundenheit geprägte Zukunft, in der nicht nur kommuniziert, sondern wieder mehr miteinander geredet würde. Zusammen mit Sonja Ruppert-Wolfermann vom Elternbeirat überreichte sie allen Abschlussschülern ein kleines Geschenk – einen Schlüsselanhänger mit USB-Stick.

Die Verteilung der Abschlusszeugnisse nahmen Schulleiterin Ligniez und die beiden Klassenlehrer Christian Auer und Christoph Grote vor. Die Ehrung der besten Schüler mit einem Gutschein übernahm der langjährige Vorsitzende des Fördervereins, Heiko Jung.

Anschließend hielt Michaela Buchner die Abschlussrede für die scheidenden Schüler der neunten Klassen, assistiert von Lisa Schwab und Janina Rummel. »Zurückblickend war es eine schöne Zeit«, sagte sie und entschuldigte sich auch für »manchmal chaotische Lernzeiten« bei den Erziehern. Mit Rosen zum Dank für die Unterstützung bedachten die Drei viele Lehrer, Erzieher und Rektorin Angelika Ligniez, die sie immer unterstützt habe. Auch Katharina Lechner und Elke Nagl von der Agentur für Arbeit wurden zum Dank für ihre Mühe mit Blumen bedacht. Musikalisch wurde die Feier von der Schulband festlich umrahmt, wobei die Solistinnen Veronika Empl und Katharina Scheininger gelungene Gesangseinlagen gaben. Die Feier klang mit einem fröhlichen Zusammensein bei einem großen Buffet aus, das die 8. Klassen im Fach Hauswirtschaft mit ihren Lehrerinnen vorbereitet hatten. gi