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Werden die Güterhallen-Pläne auf Eis gelegt?

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Aus dem Umbau der Güterhalle wird voraussichtlich vorerst nichts: Der Hauptausschuss beschloss, das Projekt zurückzustellen. Für den Jugendtreff wurde offenbar eine andere Lösung gefunden. Zudem fehlt für das Projekt Güterhalle die breite Unterstützung der Bevölkerung, so der Oberbürgermeister. (Foto: Artes)

Traunstein – Zieht die Stadt angesichts der anstehenden Großprojekte jetzt doch die finanzielle Bremse? Der Hauptausschuss beschloss zumindest in seiner gestrigen Sitzung, Umbau und Sanierung der Güterhalle vorerst zurückzustellen. Nächsten Donnerstag befasst sich der Stadtrat mit dem Thema.


Das Projekt hatte für einigen Gegenwind gesorgt – vor allem wegen der Kosten: Geplant war, das alte Gebäude am Bahnhof für 3,8 Millionen Euro umzubauen, dort den Jugendtreff, die Schule der Phantasie und weitere Jugendeinrichtungen unterzubringen. Im Juni hatte sich der Stadtrat zuletzt mit dem Projekt befasst und beschlossen, nach geeigneten Interessenten zu suchen.

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Zugleich wurde jedoch nach einem Übergangsquartier für den Jugendtreff gesucht, da die Einrichtung nicht länger im Gebäude an der Höllgasse bleiben kann. Von unzumutbaren Zuständen für alle Beteiligten sprachen Oberbürgermeister Christian Kegel und die sieben Stadträte im Hauptausschuss.

Jetzt scheint eine Übergangslösung gefunden; eventuell sogar längerfristig. Der Oberbürgermeister gab jedoch noch nicht bekannt, wo das sein soll. Das Gremium beriet darüber zunächst in nichtöffentlicher Sitzung.

Dieser Umstand verschafft der Stadt allerdings ein bisschen Luft. Mit dem Umbau der Klosterkirche zu einem Kunst- und Kulturzentrum, der Erweiterung der Ludwig-Thoma-Schule, der Beteiligung am Bau der AKG-Turnhalle, der erneuten Bewerbung für die Landesgartenschau und der barrierefreien Modellkommune bleiben ohnehin genug Großprojekte übrig. Dazu komme, wie Oberbürgermeister Kegel und Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger verdeutlichten, dass für den Umbau der Güterhalle die breite Zustimmung gefehlt habe.

Ernst Haider (UW) will dennoch am Konzept festhalten: »Es ist zu früh, die Pläne aufzugeben.« Erst müsse die Entwicklung des Bahnhofsareals abgewartet werden. Er sprach sich dafür aus, den Beschlussvorschlag zu ändern, so dass das Projekt nicht eingestellt, sondern lediglich zurückgestellt wird, bis geklärt ist, wie das Bahnhofsareal künftig genutzt wird. Er drängte auch darauf, die Güterhalle in der Zwischenzeit nur kurzfristig zu vermieten, um weitere Planungen nicht zu blockieren.

Waltraud Wiesholler-Niederlöhner stimmte dem zu: Auch sie wolle das Projekt Güterhalle nicht ad acta legen, sondern abwarten. Wichtig sei zunächst aber, dass für das Haus der Jugend eine Lösung gefunden werde. Dem pflichtete Thomas Stadler (Grüne) bei und verdeutlichte, am jetzigen Standort breche die Jugendarbeit zusammen.

Stefan Namberger (CSU) erinnerte dagegen an den Antrag seiner Fraktion, die Planungen für den Umbau der Güterhalle einzustellen, bis die Frage der Altlasten geklärt ist. Auch wiederholte er die Position seiner Partei, dass die Kosten zu hoch und das Gebäude nicht erhaltenswert seien.

Einstimmig sprach sich der Hauptausschuss schließlich dafür aus, die Güterhallenpläne zurückzustellen, wenn der Jugendtreff langfristig woanders untergebracht werden kann. ka