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»Wer schwer arbeitet, lebt recht lang«

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101 Jahre alt geworden ist Notburga Kittl aus Waging. Bürgermeister Herbert Häusl gratulierte ihr dazu mit einem Strauß Blumen und übergab Schreiben und Medaille des Bayerischen Ministerpräsidenten. (Foto: H. Eder)

Waging am See. »Wer schwer arbeitet, lebt recht lang«, hatte Notburga Kittl aus Waging bei ihrem 100. Geburtstag vor einem Jahr noch gescherzt. Inzwischen, ein Jahr später, ist sie schon ein bissl in sich selbst zurückgezogen und spricht kaum mehr. So nahm sie auch die Glückwünsche von Bürgermeister Herbert Häusl zum 101. Geburtstag schweigend entgegen.


Die Familie kümmert sich um die Jubilarin

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Sie hat das Glück, dass sie zu Hause, in ihrer gewohnten Umgebung im Haus der Familie am Höllenbach in Waging, bleiben kann. Enkelin Monika versorgt sie und erhält dabei Hilfe von anderen Familienmitgliedern, wie ihrer Schwester Silvia. Die beiden Schwestern sind sich einig: »Hergeben tun wir sie nicht«, sagt Silvia, »sie bleibt bei uns bis zum Schluss«. Auch wenn die Pflege ordentlich fordert: »Man tut's ja gern«, ergänzt Monika. Bürgermeister Herbert Häusl freut sich über den familiären Zusammenhalt: »Einen so alten Baum sollte man auch nicht mehr verpflanzen«, sagt er und erinnert an seinen Vater, der auch bis zuletzt am Hof bleiben konnte.

Der Waginger Bürgermeister gratulierte der hochbetagten Jubilarin, inzwischen längst die älteste Bürgerin der Gemeinde, überreichte ihr einen Blumenstrauß, das Schreiben von Ministerpräsident Horst Seehofer samt einer vergoldeten Silbermedaille der Patrona Bavariae. Häusl erinnerte daran, dass Notburga Kittl zeitlebens eine »unwahrscheinlich arbeitsame Frau« gewesen sei. So sei es jetzt nur gerecht, dass sie so lange leben dürfe. »Und bei euch geht's ihr gut«, lobte er die Enkelinnen.

Bis zu ihrem 87. Lebensjahr arbeitete sie im Kurhaus

Bis vor Kurzem hat Notburga Kittl sogar noch an Seniorennachmittagen teilgenommen, aber inzwischen will sie kaum mehr aus dem Haus gehen. Notburga Kittl hat gearbeitet, bis es nicht mehr ging. Noch bis zu ihrem 87. Lebensjahr putzte sie im Kurhaus, dort arbeitete sie insgesamt 23 Jahre lang. Zuvor hatte sie über ein Jahrzehnt lang eine Putzstelle bei der damaligen Metzgerei Stadler, und noch früher war sie eine Zeit lang in der »Schwemm« und im Altenheim, das damals in Gessenberg war. he