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Wenn im Apfel der Wurm drin ist

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Die Larve des Apfelwicklers ist nach vier Wochen ausgewachsen – der Apfel hat danach meist »einen Totalschaden«, sagt der Experte. (Foto: Unterhauser)
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Die Obsternte steht vor der Tür. Für manche Gartenbesitzer ist dies aber oft kein Grund zur Freude – vor allem dann, wenn das Obst von Schädlingen befallen ist. Der Apfelwickler etwa zerstört regelmäßig die Ernte – denn im Apfel ist dann sprichwörtlich der Wurm drin.


»Meist fällt der Befall erst dann auf, wenn es für eine Bekämpfung schon zu spät ist«, sagt Georg Unterhauser, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein. »Der Apfel hat meist einen Totalschaden«, betont er.

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Äpfel weisen ein bis zwei große Fraßlöcher auf

Der Apfelwickler ist graubraun und sitzt tagsüber an der Rinde der Bäume. Erst in der Dämmerung wird er aktiv. Ende Mai fangen die Nachtfalter zum Fliegen an. Es muss dann trockenes Wetter herrschen, damit die Weibchen mit der Eiablage beginnen. Sie legen die Eier an jungen Früchten, an Blättern oder auch an Trieben ab. Die Larven schlüpfen rund sieben bis 16 Tage nach der Eiablage – dann bohren sie sich in den Apfel. Die Äpfel weisen ein bis zwei große Fraßlöcher auf. Nach vier Wochen ist die Raupe, die anfangs weiß und später rötlich ist, ausgewachsen. Sie verlässt dann die Frucht und sucht ein Versteck für die Überwinterung.

Die Bekämpfung des Apfelwicklers ist nur schwer möglich. »Ein Insekt kann man an und für sich nicht vertreiben«, sagt Unterhauser. Dennoch hat er ein paar Tipps parat, wie man den Schädling zumindest ein wenig stoppen kann. Zur Verminderung des Befalls können etwa sogenannte Pheromonfallen eingesetzt werden. »Man fängt die Männchen«, sagt Unterhauser. Die Weibchen bleiben dadurch unbegattet und man reduziert auf diese Weise die Population.

Obstmadenfanggürtel als wirksames Mittel

Zudem kann man durch die Lockstofffallen erkennen, wann der Falterflug einsetzt. Dies ist dann wichtig, wenn man Insektizide einsetzen möchte. Man müsse dafür aber eine gewisse Erfahrung und eine Strategie haben, betont Unterhauser. »Man muss zum richtigen Zeitpunkt und mit dem richtigen Mittel spritzen.« Allen Hobbygärtlern rät der Experte ohnehin ab, dass sie diese Methode anwenden. Im Hausgarten sei der Einsatz von Viruspräparaten – etwa Granupom – denkbar, fügt er hinzu. »Aber auch das erfordert Fach- und Sachkenntnisse«, fügt Unterhauser hinzu.

Ein wirksames Mittel kann auch der Einsatz von Obstmadenfanggürteln sein. Diese können gekauft oder durch ein Stück Wellpappe selbst hergestellt werden und sollten ab Juli um den Baumstamm angebracht werden. Die Raupen des Apfelwicklers suchen die Pappe als Versteck auf. »Damit kann man den Befall reduzieren«, sagt Unterhauser. Leimringe helfen hingegen nichts, da die ausgewachsenen Tiere darüber einfach hinwegfliegen.

Auch Hühner können als natürlicher Feind der Raupen die Population des Apfelwicklers zumindest eindämmen. Mit diesen Methoden ist zumindest gewährleistet, dass im nächsten Jahr nicht wieder überall der Wurm im Apfel ist.

Die Tipps unserer Serie »Gartenleben« sind auch unter www.traunsteiner-tagblatt.de/gartenleben auf unserer Homepage abrufbar. SB