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Wenn der »Kerschgeist« dem Boandlkramer ins Handwerk pfuscht

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In der wohl bekanntesten Szene im Theaterstück »Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies« ergaunert sich der Brandner Kaspar (Antonio Prokscha) beim Boandlkramer (Tarfa Bachan) ein paar zusätzliche Lebensjahre. Am heutigen Dienstag zeigt das Schultheater Ising das »boarischste aller boarischen« Theaterstücke zum letzten Mal. (Foto: Müller)

Chieming. Zum 60. Jubiläum des Gymnasiums Landschulheim Schloss Ising begeistern die Theater- und Musikgruppen derzeit mit dem bayerischen Stück »Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies«. Der zweiten Aufführung am Sonntag wohnten über 400 Besucher bei.


Als Vorlage habe man sich ganz bewusst für die Fassung von Joseph Lutz und gegen jene von Kurt Wilhelm entschieden, weil in letzterer Sätze vorkämen, die »angesichts unserer internationalen Isinger Schüler denkbar unpassend gewesen wären«, so Gymnasiallehrerin Dr. Karin Biller. Unter ihrer Regie ist das Schultheater in den letzten 17 Jahren zu einer festen Institution geworden.

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Dem Brandner-Kaspar, grandios gespielt von Antonio Prokscha, ist seine geliebte Frau (Pia Günthner) gestorben. So routiniert wie Prokscha auftritt, ist es kaum zu glauben, dass er den bairischen Dialekt in den vergangenen Monaten erst mühsam erlernen musste. Gleiches gilt für seine kongeniale Partnerin Tarfa Bachan, der die Rolle des Boandlkramers wie auf den Leib geschneidert ist. Beim Kartln spielt der Kaspar mit gezinkten Karten – und ringt dem Boandlkramer zehn weitere Jahre auf Erden ab. Als der Schwindel im Himmel dem Petrus (Leo Steinbacher) zu Ohren kommt, hat der Boandlkramer ein Problem: Er muss sein Versprechen brechen oder den Kaspar zum »Einischaun ins Paradies« überreden. Mit ihrer einzigartigen Bühnenpräsenz und Ausdruckskraft überzeugt Tarfa Bachan das Publikum und schließlich auch den Brandner-Kaspar. In weiteren Rollen glänzen Felix Urban als »Jagersepp«, Eleni Alexandridis und Miriam Baumann als Sennerinnen, Clara Rauschendorfer als Liesl, Anna Freutsmiedl als Resi, Lena Böttger und Fabio Rinser als Kaspars Eltern sowie Eric Kind und Michael Schön als Kaspars Söhne. Viele weitere Darsteller treten als Wirtspersonal, Gäste, Touristen und Engel in Erscheinung und tragen ihren Teil zum rundum gelungenen Gesamtkunstwerk bei.

»Unsere Inszenierung in bairischer Sprache will mit viel Wärme und Menschlichkeit den Schrecken des Todes verblassen lassen«, verspricht Regisseurin Biller. Für die Musik sorgten der Schulchor und die vielseitige Big Band unter der Leitung von Musiklehrer Frank Schöftenhuber. Ludwig Zacherl bestach mit einem Trompeten-Solo. Insgesamt wirken rund 80 Schüler aus allen Jahrgangsstufen mit, einige sogar in mehreren Funktionen.

Für das Bühnenbild zeichnet Kunstlehrer Hans Kneisel verantwortlich. Moderne technische Effekte, eingespielte Geräusche, Licht- und Schattenspiele sowie eine Computer-Animation geben dem Stück zusätzlichen Pepp. »Wir sind alle unheimlich stolz auf euch«, bedankte sich der Stellvertretende Schulleiter Wolfgang Brand nach der Vorstellung bei allen Mitwirkenden, während der Applaus des Publikums gar nicht enden wollte.

Die dritte und letzte Aufführung beginnt am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr in der alten Turnhalle. Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 08667/8884-42. mmü