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Wenn der Haupt-Job nicht reicht

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Immer mehr Menschen suchen einen Zweit- oder Dritt-Job, um über die Runden zu kommen. (Foto: Verdi/NGG)

Immer mehr Menschen im Kreis Traunstein brauchen einen Zweit-Job: Mehr als 7170 Berufstätige waren im vergangenen Jahr auf einen Mini-Job als zusätzliche Einnahmequelle angewiesen. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die das Pestel-Institut in Hannover im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gemacht hat.


Demnach ist die Zahl derjenigen, die neben ihrer Hauptbeschäftigung noch einen Mini-Job als Nebenjob haben, in den vergangenen Jahren im Kreis Traunstein drastisch gestiegen: »Blickt man zehn Jahre zurück, so hat es eine Zunahme von nahezu 135 Prozent gegeben«, sagt Studienleiter Matthias Günther vom Pestel-Institut. Im vergangenen Jahr hätte mehr als jeder zehnte Beschäftigte im Kreis Traunstein sich mit einem 400-Euro-Job nebenher etwas dazuverdient.

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»Wir haben das Phänomen der Multi-Jobber. Das sind Menschen, die mit dem Geld, das sie in ihrem Hauptjob verdienen, nicht mehr auskommen. Deshalb müssen sie auf einen oder mehrere Nebenjobs ausweichen, um überhaupt noch über die Runden zu kommen«, sagt der Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Rosenheim, Rainer Wessely.

Er macht für das »Multi-Jobben« vor allem Niedriglöhne verantwortlich. »Auf der einen Seite werden Stundenlöhne bezahlt, die im Keller sind. Auf der anderen Seite steigen die Lebenshaltungskosten. Das beste Beispiel ist das Wohnen. Hier dreht sich – nicht zuletzt wegen der Heiz- und Nebenkosten – die Preisspirale unaufhörlich nach oben. Da sind Niedrigverdiener gezwungen, nach Feierabend und an den Wochenenden noch einmal zur Zweit-Arbeit zu gehen«, so Wessely. Abhilfe könne nur ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn schaffen, darin sind sich Verdi und NGG einig. »8,50 Euro pro Stunde – das ist der Mindestpreis, den Arbeit bei uns hat. Wer heute für weniger Geld arbeiten muss, der hat keine Chance, von dem, was er verdient, auch leben zu können«, sagt der Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern, Georg Schneider.