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Wenn das Feiern ausartet...

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Scherben, leere Flaschen, Bierkästen, sogar ein Einkaufswagen voll mit Müll: Mutwillig zerstörten die Abiturienten Flaschen und ließen nach ihrer Feier am Freitagabend alles an der Traun liegen. (Fotos: Artes)
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Scherben und Schnapsflaschen sind so fest in den Sand eingetreten worden, dass die Kiesbank nun wahrscheinlich mit einem Bagger abgetragen werden muss, damit alles beseitigt werden kann.

Traunstein. Zerbrochene Flaschen, Bierkästen, leere Chipstüten, Plastikmüll, Zigarettenschachteln und Kronkorken: Die Sandbank auf Höhe der Schrebergärten an der Traun gleicht einer Mülldeponie. Abiturienten feierten dort ausgelassen – so heftig, dass sogar die Polizei kommen musste. Nun entstehen hohe Kosten bei den Aufräumarbeiten. Wer dafür aufkommt, ist unklar. Einige Schüler hätten nach Angaben der Polizei noch am Freitagabend mit dem Aufräumen begonnen, sichtbar war davon am Montagvormittag nichts. Nach wie vor jede Menge Flaschen, Scherben und Müll am Ufer verstreut, ein strenger Geruch in der Luft und große Schwärme von Fliegen über den Müllbergen.


Pächter der angrenzenden Schrebergärten hatten am Freitagabend die Polizei alarmiert, dass an der Traun heftig und laut gefeiert wird. Beim Eintreffen der Polizei feierten dort bis zu 400 Schüler feuchtfröhlich ihren Schulabschluss bzw. das Ende der Prüfungszeit.

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Von mehreren jungen Leuten nahm die Polizei die Personalien auf, die meisten zeigten sich, nach Angaben der Inspektion vom Montag, einsichtig. Lediglich eine 21-jährige Traunsteinerin habe im Beisein der Beamten, die die Schüler zum Saubermachen aufgefordert hatten, eine Flasche aufgehoben und sie wieder zu Boden geworfen. Anschließend zertrat sie weitere auf dem Boden liegende Flaschen. Ihr Verhalten war vermutlich eine Folge des starken Alkoholkonsums. Dieser floss, betrachtet man die herumliegenden Flaschen, an diesem Abend in Strömen. Die junge Frau meinte sogar noch zu den Beamten, sie sehe es nicht ein, hier sauber zu machen, da für den Müll auch andere Personen verantwortlich wären.

»Im Vergleich zu den letzten Jahren ist die Feier am vergangenen Freitag total entgleist«, teilte Gabi Hartkopf vom Ordnungsamt Traunstein auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mit. »Bereits im letzten Jahr wurde sehr heftig gefeiert, aber das Chaos und die Müllberge in diesem Jahr übertreffen wirklich alles«, meinte Hartkopf entsetzt. »Das wirklich Ärgerliche daran ist nicht, dass dort gefeiert wurde. Schlimm ist nur, dass an dieser Stelle nun vermutlich der Kies abgetragen werden muss, um die Scherben zu beseitigen.« Es entstehen hohe Kosten, wer diese übernimmt, ist unklar. »Prinzipiell ist es schwierig bei so einer großen Gruppe jemanden zu finden, der die Verantwortung übernimmt«, meinte Hartkopf. Es sei schwierig, einen ganzen Abiturjahrgang dafür verantwortlich zu machen.

»Feiern an der Traun kommen regelmäßig vor«, berichtete Gabi Hartkopf. Die Leute setzen sich dort, vor allem bei schönem Wetter, gerne zusammen und verbringen ein paar schöne Stunden. »Meistens wird der Müll dann auch wieder mitgenommen. Nur zwei bis drei Mal im Jahr artet das Ganze aus. Meistens dann, wenn die Schüler ihren Abschluss feiern«.

Da es schwierig ist, einen Verantwortlichen zu finden, der die Aufräumarbeiten freiwillig übernimmt, werden nun die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs diese Aufgabe übernehmen müssen. »Auf den Kosten der Reinigungsarbeiten, wenn die Verantwortlichen nicht selbst dafür aufkommen, bleibt dann letztendlich der Steuerzahler sitzen.« Ob und inwiefern das Gelände nach dem Aufräumen mit einem Bagger abgetragen werden muss und wie hoch die Kosten dafür sind, konnte bei Redaktionsschluss nicht gesagt werden. jar

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