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Wenn Bauern zu Schauspielern werden...

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Idyllisches Stelldichein im Grünen für den Film »Weiloisirgendwiazamhaengd« (von links) Schorsch Planthaler, Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz und Leonhard Strasser. (Foto: H. Eder)

Da haben sie einiges auf sich genommen, die Protagonisten des Films »Weiloisirgendwiazamhaengd«. Über zwei Jahre erstreckten sich die Dreharbeiten, Stunde um Stunde wurde an Standorten über die beiden Landkreise verstreut gedreht, und schließlich musste das umfangreiche Material gesichtet und geschnitten werden. Und, wie bei einem Pressegespräch mit dem Macher-Quintett auf der Fürmann-Alm herauszuhören war, wurde um jedes »Finserl Film« hartnäckig gekämpft.


»Wir haben viel zu verlieren«

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Aber der Film sollte ja nicht ewig dauern; mehr als die eineinhalb Stunden, die letztlich übrig geblieben sind, wollte man den künftigen Betrachtern schließlich nicht zumuten. Denn man will ja eine Botschaft vermitteln, »nicht die Leute mit Informationen derschlagen«.

Die Fünf, die letztlich die Entscheidungen zu treffen hatten, das waren »Controler« Simon Angerpointner aus Teisendorf, Kameramann Erwin Mertl und Agrarbündnissprecher Leonhard Strasser, beide aus Wonneberg, sowie Gertraud Gafus und Schorsch Planthaler von der Fürmann-Alm in Anger.

Die Botschaft, die vermittelt werden sollte, fasst Strasser folgendermaßen zusammen: »Wir setzen uns für eine generationengerechte, enkeltaugliche Landwirtschaft ein.« Denn, so Strasser, »wir haben viel zu verlieren, nämlich unsere kleinteilige Landwirtschaft: Darum tun wir das!« Und der Titel des Films, der nach langen Diskussionen letztlich ausgesucht wurde, drückt eine weitere wichtige Erkenntnis aus: Es hängt alles zusammen – auch weltweit: »Es wird in einer ungerechten Welt auch nie Frieden geben«, sagt Strasser, »und das ist unser Antrieb.«

Die Idee zu diesem Film reicht schon Jahre zurück; um Weihnachten 2013, so erinnern sich die Macher des Films, habe man erstmals darüber gesprochen. Konkret wurde es dann im Frühjahr 2014, als mit dem Kameramann Erwin Mertl aus Wonneberg jemand gefunden wurde, mit dem das Projekt, auch aus finanziellen Gesichtspunkten, realisiert werden könnte.

Pannen und Durchhänger beim »Making of«

Die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, waren gleichwohl gewaltig. Schließlich war ja keiner der Beteiligten ein Schauspieler, und jeder, der letztlich im Film eine Rolle spielte, musste sich seinen Text selbst aufsetzen und dann auch überzeugend vor der Kamera präsentieren. Dass dies nicht immer gleich beim ersten Mal klappte, zeigten lustige Szenen, die nach der Filmpremiere für geladene Gäste gezeigt wurden: Pannen und Durchhänger beim »Making of«. Aber letztlich wurde erreicht, was man sich vorgenommen hat: Die Szenen kamen natürlich und glaubhaft rüber, jeder erzählte in seinen eigenen Worten, wo der Schuh drückt – und auch der Humor kam dabei nicht zu kurz.

Als gewandter Moderator entpuppte sich Schorsch Planthaler, der zudem die zeitraubende Aufgabe übernommen hatte, mit seinem quietschgelben Traktor bei einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h durch die beiden Landkreise zu »düsen«. Und er kam ganz schön weit rum: Seine Zieladressen lagen in Kirchanschöring, Taching, Fridolfing, Wonneberg, Chieming, Palling, Wiesmühl an der Alz und der Stadt Traunstein sowie im Landkreis Berchtesgadener Land in Teisendorf, Anger und Piding.

Die Inhaber der besuchten Betriebe schilderten ihre Produktions- und Vertriebswege, die ihrer Meinung nach eine zukunftsfähige Landwirtschaft befördern könnten. Mit dem Film soll ja auch erreicht werden, dass die Verbraucher besser verstehen, was die Bauern tun, und dass sie erkennen, dass der drohende Strukturwandel auch sie treffen würde.

Viel Information und tolle Bilder

Der Film vermittelt nicht nur eine Fülle von Informationen, sondern lebt auch von schönen Bildern und der sehr einfühlsam »eingestreuten« Musik, für die der Münchner Musiker Hans Kröll verantwortlich zeichnet. Und am Schluss des Films, im Rahmen einer gemütlichen Brotzeit auf der Fürmann-Alm, heißt es, gerade der gesellschaftliche Rückhalt sei sehr wichtig, man wolle alle Menschen mitnehmen und sich auch weiterhin für das engagieren, was für die nachfolgenden Generationen und die Zukunft der Landwirtschaft wichtig ist. he

Termine:

23.  27. und 30. 09. 2016 auf der Fürmannalm bei Anger - Der Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr. Bitte warme Kleidung mitbringen.

Eine weitere Möglichkeit wäre dann noch der 14.10.2016 im Gut Edermann in Holzhausen bei Teisendorf. Beginn 20:00 Uhr.

Wir erbitten die Kartenvorbestellung unter 08656-393.