weather-image

Wenigstens die Proben liefen bis Anfang November

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die Jungmusik probte, so lang es ging, im Musiksaal der Sonnenschule in St. Georgen zusammen mit Josef Mayer, dem Leiter der Sing- und Musikschule Traunwalchen.

Traunreuter Stadtkapelle und Jungmusik blicken auf ein Jahr ohne Auftritte zurück


Traunreut – Die Stadtkapelle Traunreut hat der Lockdown wie viele andere auch schwer getroffen. Zahlreiche Termine wären geplant gewesen, mussten aber aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Wenigstens konnten die Musiker bis vor wenigen Wochen noch unter Einhaltung der Hygienevorschriften proben. Doch das Einstudieren der Musikstücke ohne das Erfolgserlebnis bei Auftritten sei schon deprimierend, stellt Manfred Neuhauser fest.

Anzeige

Der Vorsitzende der Stadtkapelle Traunreut blickt auf 2020 zurück: »Das Jahr hat so gut begonnen mit dem 40-jährigen Jubiläumsfest der Urzeln am 25. Januar. Hier durften wir den Zug durch die Stadt anführen.« Dann jedoch war bis auf eine Beerdigung in kleiner Besetzung kein einziger Auftritt mehr möglich. Geplant gewesen wären wie in jedem Jahr Darbietungen beim Georgiritt, Puzzleday, an Fronleichnam, bei Musikfest und Stadtfest, an Allerheiligen und beim Volkstrauertag, am Weihnachtsmarkt und natürlich das traditionelle Weihnachtsblasen am Heiligen Abend an verschiedenen Plätzen im ganzen Stadtgebiet.

Dieses Jahr hätte eine Abordnung auch erstmals vor dem Haus des neuen Bürgermeisters Hans-Peter Dangschat gespielt. Wie Manfred Neuhauser betont, wäre geplant gewesen, in ganz kleinen Gruppen das Weihnachtsblasen im Freien trotz allem durchzuführen. Durch den verschärften Lockdown fiel es dann aber vollständig aus. Erstmals war 2020 auch ein Auftritt am Weihnachtsmarkt in Salzburg vorgesehen.

Besonders hart traf Corona auch die Jungmusik: Für sie gab es das ganze Jahr über keine einzige Möglichkeit, vor Publikum zu spielen. Proben waren wie bei den Erwachsenen auch mit großem Abstand nur bis Anfang November möglich. »Auf Ausflüge und Unternehmungen wurde schweren Herzens verzichtet, um die Kontakte so gering wie möglich zu halten«, sagt Manfred Neuhauser.

Für zwei große Konzerte im März 2020 im k1 probte das Sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle Traunreut wochenlang und musste dann einen Tag davor absagen. Für Anfang Februar 2021 war ein neues, speziell auf die Hygienevorgaben abgestimmtes Konzert-Projekt geplant. Diese Ensemble-Konzerte mussten nun vor kurzem auch abgesagt beziehungsweise auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Proben aller Musiker des Sinfonischen Blasorchesters zusammen waren seit März nicht mehr möglich. Nur die einzelnen Register konnten einige Proben durchführen, da hier die vorgeschriebene Höchstzahl der Beteiligten von zehn Personen nicht überschritten wurde.

Doch nicht nur das gemeinsame Musizieren, auch die Gemeinschaft spielt eine große Rolle wie in jedem Verein. Gemeinsames Grillen im Sommer, die geplante Radtour und die traditionelle Weihnachtsfeier fielen aus, ebenso der geplante Ausflug mit Platzkonzert nach Sopron/Ungarn in die Heimat der neuen Dirigentin Erika Schadner.

Um in diesen Zeiten wenigstens untereinander in Kontakt zu bleiben, schreiben sich die Mitglieder in einer eingerichteten Whatsapp-Gruppe von Zeit zu Zeit kurze Nachrichten. Eine Musikerin der Stadtkapelle spielte »Stille Nacht« mit der Flöte und stellte das Video dazu in die Gruppe als Weihnachtsgruß an alle. Trotz allem war der Vorstand in den zurückliegenden Monaten nicht untätig. Es wurde eine neue, sehr moderne und ansprechende Homepage gestaltet und freigeschaltet. »Die Initialzündung, eine neue Internetseite zu erstellen, kam von einem Besucher unserer alten Seite. Er kritisierte zu Recht die mangelnde Aktualität der Einträge. Außerdem waren wir mit dem Erscheinungsbild auch nicht mehr zufrieden«, sagt der Vorsitzende.

Doch wie und wer sollte eine neue Seite »basteln«? Die Grundlagen dafür hat dann Stephan Schilcher in mühsamer Kleinarbeit zusammengestellt und eine »best off«-Auswahl der Vorstandschaft vorgelegt. Die Homepage programmiert und ausgestaltet hat Stephan Schilcher in rund 200 Arbeitsstunden. Das Ergebnis gibt es bereits online zu sehen.

Derzeit heißt es für alle Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle und der Jungmusik, daheim allein für sich zu üben, »damit man nicht ganz blank dasteht, wenn es dann hoffentlich irgendwann wieder weitergeht«, wie Manfred Neuhauser hofft. mix

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen