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Weniger Gülle: Gemeinde Waging will Bauern unterstützen

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Um die Phosphatbelastung im Waginger See zu verringern, ist die Marktgemeinde Waging bereit, erhebliche Zuschüsse für geeignete Maßnahmen zu geben und hofft dabei auch auf Unterstützung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. (Foto: Eder)

Waging am See. Ein sorgsamerer Umgang mit der Gülle soll die Wasserqualität des Waginger Sees verbessern helfen. Das ist zentrales Anliegen einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die die Marktgemeinde Waging am See ergreifen will. Die Bauern sollen dabei freiwillig mitmachen, ihr Mittun soll mit Prämien belohnt werden - wobei die Gemeinde auf staatliche Beteiligung hofft. Bei der Gülle anzusetzen, so Bürgermeister Herbert Häusl, sei die schnellste Möglichkeit, den Phosphateintrag in den See zu verringern.


Zweieinhalb Stunden lang hat der neue Umweltausschuss über einen ganzen Katalog von Maßnahmen gesprochen. Die wesentlichen Punkte: freiwillige Verlängerung der Sperrfrist für Gülleausbringung bis Ende März und Einhaltung von zehn Meter breiten Schutzstreifen entlang aller Gewässer auf freiwilliger Basis.

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Und die Gemeinde versperrt sich auch nicht den Vorschlägen des Ministeriums. Das wären zum Beispiel Erfolgsprämien, wenn sich die Phosphatbilanz verbessert. Möglich wäre auch ein Transportkostenzuschuss, wenn Jungvieh auf eine Alm gebracht wird. In Waging gibt es noch weitere Überlegungen: zentrale Güllelagerung, -trocknung oder -granulierung sowie die Weiterbehandlung in Biogasanlagen.

Es werde wesentlich darauf ankommen, ob die Bauern auch bereit sind mitzumachen. Bei einer Bauernversammlung sollen die Betroffenen über die Vorschläge informiert und ihre Bereitschaft zum Mitmachen eruiert werden. Die beiden BBV-Omänner Franz Gröll aus Otting und Hubert Perschl aus Waging zeigten sich aufgeschlossen zu den diskutierten Maßnahmen.

Bürgermeister Herbert Häusl sagte, dass ein weiterer Vorschlag im gemeindlichen Programm – Mulchsaat und Winterbegrünung im Ackerbau – schon im kommenden Winter verwirklicht werden sollte, vorausgesetzt die Bauern machen bei Prämien von 100 beziehungsweise 80 Euro pro Hektar mit.

Eine längere Diskussion gab es um die Technik der Gülleausbringung. Die Gemeinde würde beispielsweise drei Schleppschuh-Anbauten kaufen, das Stück für rund 25 000 Euro und den Bauern zur Verfügung stellen. Ideal wäre dabei die Bildung von Güllegemeinschaften. Der Kirchanschöringer Ex-Bürgermeister Albert Reiter sagte, die Düngegemeinschaft Rupertiwinkel könnte sich gerne auch auf weitere Gemeinden, etwa Waging, ausdehnen. Diese Anregung wurde positiv aufgenommen, Bürgermeister Häusl stellte in Aussicht, einen Vertreter der Düngegemeinschaft zu einem Gespräch einzuladen.

Andreas Barmbichler regte an, dass sich doch vor allem auch die Bauern der Gemeinde Wonneberg dieser Form von Gülleausbringung anschließen sollten, weil doch gerade von St. Leonhard einige große Bäche in den Seen fließen, die man soweit möglich vor Gülleabschwemmungen bewahren sollte.

Dazu berichtete Bürgermeister Häusl, dass bei Vorgesprächen mit den anderen Gemeinden die Bürgermeister in der Sache »nicht so recht gezogen« hätten. Aber man könnte sich vorstellen, dass auch die St. Leonharder Bauern nachziehen, wenn das Modell in Waging ankommt. Um die Bereitschaft mitzumachen, zu fördern, muss Geld fließen, daran gab es keinen Zweifel. Die Gemeinde ist grundsätzlich bereit, dafür Geld zu investieren, aber zunächst soll noch mit dem Landwirtschaftsministerium gesprochen werden.

Bürgermeister Häusl hatte zu Beginn der Sitzung gesagt, es gehe nicht um die Badewasserqualität, sondern um die 16 Tonnen Phosphat, die jedes Jahr in den See gelangten. Die bisherigen Interreg-Programme seien gut gewesen für die Ursachenforschung, aber bedauerlicherweise habe das Ministerium bei seinen Vorschlägen »relativ wenig auf die Erkenntnisse aufgesetzt«. Trotzdem wollte man sich, im Gegensatz zu anderen Seegemeinden, den Vorschlägen nicht gänzlich verschließen, wenn die Bauern Interesse haben, dabei mitzumachen. he