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Weniger Gäste und weniger Übernachtungen in Ruhpolding

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Nachrichten aus Traunstein und BGL
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Zimmerschlüssel für die Gäste (Foto: dpa/Symbolbild)

Ruhpolding – Der Geschäftsführer des Chiemgau-Tourismus, Stephan Semmelmayr, und Tourismusdirektor Markus Stuckmann von der Ruhpolding Tourismus GmbH (RTG) informierten den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über die aktuellen Tourismuszahlen der Region und Ruhpoldings.


Stuckmann stellte fest, dass die heimischen Übernachtungs- und Gästezahlen im abgelaufenen Tourismusjahr rückläufig waren. »Trotzdem konnten wir in der Vierjahresübersicht das zweitbeste Ergebnis erzielen.«

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Es sei seit Jahren üblich, dass im Herbst jeweils das Thema Tourismus auf der Agenda von Gemeinderatsitzungen steht, sagte eingangs Bürgermeister Claus Pichler, ehe er das Wort an Stephan Semmelmayr übergab. Dieser sagte eingangs, dass der Tourismus »ein untrennbarer Bestandteil im Chiemgau ist, der sich für die Dienstleister lohnt«. In der Region wurden demnach rund 4,4 Millionen Übernachtungen gezählt. Die 9490 im Tourismus beschäftigten Personen würden somit etwa 500 Millionen Euro an Steueraufkommen generieren. »Das Wertschöpfungsklima zeigt, wie wichtig der Tourismus ist«. Er appellierte dafür, weiter ein »investitionsfreundliches Klima« zu schaffen.

Der Chiemgau-Tourismus würde sich zurzeit verändern, denn das Augenmerk werde zum Beispiel auf die Bergbahnen- und Brauereikooperationen sowie auf Golfhotels gelegt, so Semmelmayr weiter. Hier seien schon gute Erfolge zu verzeichnen. Somit werden ein Gesamtkomplex und strategische Geschäftsfelder beworben. »Für uns gilt der Grundsatz: Jeder macht das, was kein anderer besser machen kann.« Zudem betonte er, dass es aus seiner Sicht Sinn mache, für jeden Tourismusort einen »Social Media Spezialisten« auszubilden, um dann die Leistungen besser koordinieren zu können.

»Gast braucht Erlebnis von Buchung bis Abreise«

Bürgermeister Claus Pichler hinterfragte, wie die Chancen für die Region stehen und welche Punkte nach Meinung des Geschäftsführers in die Waagschale geworfen werden können. »Wo der Gast ein klar erkennbares Angebot erfährt, dort wird er sich auch wohlfühlen«, antwortete Semmelmayr und ergänzte: »Der Gast muss ein Erlebnis haben, von der Buchung bis zur Abreise.« Darum müsse ein Informationsmanagement vorhanden sein und eine Vernetzung des Gesamtangebotes angestrebt werden. Laut Andreas Hallweger (CSU-Fraktionssprecher) sollte die Vielfalt der Angebote herausgestellt werden. Er plädierte dafür, durch ein gutes Verkehrskonzept an der Mobilität zu arbeiten, Fachkräfte im Tourismus zu bewerben und noch mehr das Konzept »Naturerlebnis« umzusetzen.

Viele Übernachtungen im April und im Juli

Schließlich legte Markus Stuckmann die aktuellen Zahlen für das Tourismusjahr vor, das jeweils von November des Vorjahres bis Oktober des laufenden Jahres berechnet wird. Mit 121 854 Gästeanreisen (- 0,7 Prozent) habe das »sehr hohe Niveau fast gehalten werden können«. Dagegen musste man mit 610 119 Übernachtungen einen Rückgang von 20 360 Übernachtungen hinnehmen, was ein Minus von 3,2 Prozent bedeute. Gerade im Januar mussten über zehn Prozent und im Mai über 26 Prozent Rückgang registriert werden. Dagegen seien die Übernachtungen wegen des spät gelegenen Osterfestes im April um über 100 Prozent gestiegen und auch im Juni konnte ein Zuwachs von über 25 Prozent verbucht werden. Das habe sich auch auf die Gästeankünfte ausgewirkt: Im April kamen 6578 Gäste (+ 70,8 Prozent) und im Juni 12 868 (+ 35,5 Prozent).

Stuckmann gab weiters einen Überblick über die Marketingmaßnahmen. So seien unter anderem Werbemaßnahmen in mehreren Printmedien geschaltet worden. Ein besonderer Erfolg seien zudem die »City Light Poster Kampagnen« in Stuttgart gewesen und von den »Traffic Banner« in Stuttgart und Köln erwartet man sich wieder einen ähnlichen Werbeerfolg wie im Vorjahr.

Als Leiter der Tourist-Information bezeichnete Herbert Ringsgwandl den Umzug in den Neubau am Bahnhof als »gut koordiniert«. Er hob besonders die bessere Erreichbarkeit und die logistisch perfekte Lage am Verkehrsknotenpunkt Bahnhof hervor. »Das hat eine attraktive und zukunftsweisende Strahlkraft nach Innen und Außen.« Auch ein besseres und effektiveres Arbeiten durch moderne, zeitgemäße Räumlichkeiten mit guter technischer Ausstattung und entsprechender Personalstruktur von Tourist-Info und Ruhpoldinger Tourismus GmbH hob er hervor. Der Tourismusdirektor ergänzte: »Die Wahrnehmung ist entscheidend besser geworden«.

Zusammenlegung sorgte für Aufmerksamkeit

Schließlich wurde auch noch die Fusionierung der Gästekarten von Ruhpolding und Inzell angesprochen, die nach Meinung von Stuckmann »geräuschlos verlaufen ist«. Anfängliche Probleme bei der Lesbarkeit der Karten seien behoben worden. Einige ehemalige »eXtra-Karten«-Nutzer bedauern jedoch, dass der Eintritt in den Freizeitpark weggefallen ist und der Besuch des Hallenbads »Vita Alpina« eingeschränkt wurde. Trotzdem könne festgestellt werden, dass die Nutzung der Rauschbergbahn und des »Vita Alpina« vorne liegen. Sein positives Resümee lautete, dass die Zusammenlegung auch medial für Aufmerksamkeit gesorgt habe. »Die gemeinsame Gästekarte hat sich gut entwickelt«. hab

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