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Weniger Frauen arbeitslos als Männer

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Traunstein – Arbeitslose Männer, arbeitslose Frauen. Die Arbeitslosenquote ist einer der sozial bedeutendsten, wirtschaftlichen Indikatoren. Denn arbeitslos zu sein, gehört heute zu den größten Armutsrisiken. Und in einer Gesellschaft, in der sich der Mensch häufig über seine berufliche Tätigkeit definiert, wird vor allem Langzeitarbeitslosigkeit häufig auch zu einem psychischen Problem.


Unter dem Aspekt der verschiedenen Geschlechter sind die Quoten zugleich ein Indikator für die unterschiedlichen Lebensverhältnisse. Der Landkreis Traunstein hatte zuletzt eine Männerarbeitslosenquote von 3,3 Prozent, die der Frauen lag bei 2,8 Prozent. Die entsprechenden Bundeswerte lagen bei 6,8 (Männer) und 6,6 Prozent (Frauen).

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Als arbeitslos gilt, wer beim Arbeitsamt gemeldet ist und für die Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht. Tatsächlich dürfte die Zahl der Arbeitssuchenden ohne Arbeitsplatz etwas höher liegen, da sich manche Arbeitssuchende vom Weg zum Arbeitsamt keine Vorteile versprechen. Das gilt nicht zuletzt auch für viele verheiratete Frauen und Mütter. Die gemeldeten Arbeitslosen in Relation gesetzt zu allen Erwerbspersonen (einschließlich Selbstständige und mithelfende Familienangehörige) ergibt schließlich die Arbeitslosenquote.

Mit 2,8 Prozent lag die Frauenarbeitslosenquote im Kreis Traunstein zuletzt etwas niedriger als die der Männer. Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, hat sich die Frauenarbeitslosenquote hier von 3,8 im Jahr 2009 auf 2,8 Prozent verringert. Die der Männer lag im Jahr 2009 noch bei 4,5 Prozent und Ende 2014 nun bei 3,3 Prozent. Seit den großen Geschlechter-Debatten schaut man genauer hin. Bei den Arbeitslosenzahlen gibt es nicht nur regionale, sondern auch geschlechterspezifische Quoten-Unterschiede. Generell zählt die Arbeitslosigkeit etwa seit Anfang der 1980-er Jahre zu den großen sozialen Problemen in Deutschland. Bis 2005 erhöhten sich die Zahlen immer weiter. Die Quote erreichte damals 11,7 Prozent. Seitdem entspannte sich die Lage – aller Staats- und Bankenkrisen zum Trotz. Und Ende 2014 lag die bundesweite Arbeitslosenquote bei 6,7 Prozent, das war die niedrigste Quote seit 23 Jahren.

Die Unterschiede zwischen Ost und West sind auch gute 25 Jahre nach der Wiedervereinigung groß. So hat der Westen eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 6 Prozent, der Osten von knapp 10 Prozent. Auf Länderebene reicht die Quotenspanne von 4 Prozent (in Bayern und Baden-Württemberg) bis 11,5 Prozent (in Mecklenburg-Vorpommern).

Dabei sind Frauen in den östlichen Bundesländern nicht nur aus wirtschaftsstrukturellen Gründen stärker von der Arbeitslosigkeit betroffen. Vielmehr waren hier bereits zu DDR-Zeiten deutlich mehr Frauen erwerbstätig als im Westen. Und der Wunsch nach einem Vollzeitjob ist groß geblieben. Westdeutsche Frauen hingegen entscheiden sich viel häufiger für ein Familienmodell mit dem Mann als Haupternährer und der Frau als Zuverdienerin mit familienbedingten Auszeiten und Teilzeitbeschäftigung. Aufgeschlüsselt nach Männern und Frauen waren im Bundesdurchschnitt Ende 2014 rund 6,6 Prozent der Frauen und 6,8 Prozent der Männer arbeitslos. zds