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Weniger essen, mehr Sport und mehr Zeit für die Familie

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Die Dritte Bürgermeisterin und Partnerschaftsreferentin Gerti Winkels erhofft sich von der Bevölkerung Unterstützung, um die Städtepartnerschaften weiter aufrecht zu erhalten.
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Alois Glück hat sich nach seinem Rücktritt als Präsident des ZdK vorgenommen, sich mehr Zeit für seine Familie und Freunde zu nehmen.
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Altbürgermeister Franz Parzinger vertritt die Meinung, dass die viel gepriesenen guten Vorsätze meist wie Leuchtkugeln am Silvesterhimmel erlöschen.
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Der Vorsitzende des TSV Traunwalchen-Matzing, Hans Huber, wünscht sich mehr ehrenamtliches Engagement, um das Vereinsleben zu beleben und letztendlich auch das Überleben des Vereins zu garantieren.
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Für den Traunwalchner Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer stellen sich 2016 viele bange Fragen, wie etwa die Bewältigung der Flüchtlingssituation.

Traunreut – Weniger essen, mehr Sport treiben, mehr Zeit für die Familie freihalten und, und, und: Mit dem Jahreswechsel hagelt es landauf landab gute Vorsätze. Auch die Wünsche und Hoffnungen sind vielfältig. Das Traunsteiner Tagblatt hat dazu Bürger und Persönlichkeiten der Stadt Traunreut befragt.


Angesprochen auf seinen »Ruhestand« nach seinem Rücktritt als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), schmunzelt der Traunreuter Ehrenbürger Alois Glück. Der 75-Jährige Hörzinger bekleidet noch zahlreiche Ehrenämter, hat sich aber vorgenommen, sich mehr Zeit für Familie und Freunde zu nehmen und die Zeit für »zweckfreie Dinge« zu nutzen. Der Landtagspräsident a.D. war sechs Jahre lang Präsident des Zentralrats der Katholiken in Deutschland. »Ich wünsche mir und hoffe, dass mir die Umstellung recht gut gelingt. Insofern ist es für mich auch eine Zäsur nach fünf Jahrzehnten ständigem Unterwegsseins und starkem Engagements.«

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Altbürgermeister Franz Parzinger nimmt gute Vorsätze schon länger nicht mehr ernst, weil sie meist wie »Leuchtkugeln am Silvesterhimmel erlöschen.« Die wahre Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und den Vorsätzen beginne am 2. Januar und dauere das ganze Jahr an, sagt Parzinger. Denn wenn man die Vorsätze nicht halten könne, sorge das meist für ein schlechtes Gewissen und trübe die Stimmung. Für das neue Jahr nimmt sich der 60-Jährige eine überschaubare Sache vor: Seine Dia-, Foto- und Video-Sammlung zu digitalisieren. Ansonsten hält er es mit dem römischen Dichter Horaz, der als Fazit eines Gedichts dazu aufforderte, »den Tag mit Lebensfreude zu nutzen – Carpe diem«.

Der Vorsitzende des TSV Traunwalchen-Matzing hält mit guten Vorsätzen ebenfalls hinterm Berg. »Mit fortgeschrittenem Alter wird man mit guten Vorsätzen für das neue Jahr immer vorsichtiger, da man ja schon genügend Erfahrung hat, wie schwer die Umsetzung dann ist.« Deshalb möchte er sich nichts besonderes vornehmen. 2015 sei recht gut verlaufen und er wünsche sich, dass es 2016 genau so weitergehe. Als Vorsitzender eines Sportvereins wünscht er sich mehr ehrenamtliches Engagement, um das Vereinsleben zu beleben und das Überleben des Vereins zu garantieren. Zudem appelliert er an die Politik, endlich eine humanitäre Lösung zu finden, um das Flüchtlingsproblem zu lösen.

Dem Bundestagsabgeordneten und früheren Verkehrsminister Peter Ramsauer aus Traunwalchen stellen sich viele bange Fragen. »Kaum einmal sind wir mit so vielen bangen Fragen in ein neues Jahr gegangen wie an dieser Jahreswende. Wie werden wir in Deutschland der Flüchtlingskrise Herr? Wie verändert das Deutschland? Wann wird endlich dem großdimensionalen europäischen Rechtsbruch ein Ende bereitet? Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost? Ukraine? Die griechische Finanzkrise?« Die riesigen Lasten, die sich daraus ergeben, dürften nicht Deutschland allein aufgehalst werden, warnt er. Sein Nein-Kurs in der Griechenlandfrage bleibt für ihn ebenso richtig, wie er weiteren Auslandseinsätzen der Bundeswehr mehr als kritisch gegenüber steht. »Das EU-Versagen in der Lastenteilung muss ein Ende haben. Mein Vorsatz ist, alles dafür zu tun, dass wir wieder in einem Jahr sagen können, 2016 war ein gutes Jahr, und unserem Land und Europa geht es ein Stück weit besser.«

Ein wenig mehr Geduld und Gelassenheit hat sich der Leiter des k1, Thomas Kazianka, auf seine Fahnen geheftet. »Immer wieder die Zeit zu finden um ein wenig innezuhalten, durchzuatmen, sich zu spüren und dabei auch einen kleinen Blick zurückwerfen oder mal das Geschehene von oben betrachten, mich finden, mir selbst treu zu bleiben, meiner inneren Stimme folgen und mit voller Tatkraft, Lebensfreude und Enthusiasmus weiter nach vorne zu gehen«. Kazianka wünscht sich ein spannendes, erfolgreiches und vor allem gesundes 2016.

Elke Reif aus Stein an der Traun hat sich vorgenommen, ihre Fitness zu pflegen. »Das wird richtig anstrengend!« Ihren Söhnen drückt die 49-jährige Krankenschwester die Daumen für ihre bevorstehenden Studien-Abschlüsse und wünscht ihnen eine Zukunft, wie sie sich das vorstellen und dass es ihnen gut dabei geht. »Global – und das sind meine Illusionen – hofft sie auf weniger Hunger und mehr Frieden.«

Dritte Bürgermeisterin Gerti Winkels hat sich für 2016 überschaubare Ziele gesetzt. Sie möchte sich wie bisher weiter engagieren, damit Traunreut noch attraktiver für Leben und Wohnen wird und ihre Aufgaben wahrnehmen. Als Referentin für Städtepartnerschaften mit Lucé (Frankreich), Nettuno (Italien) und Virovitica (Kroatien) erhofft sie sich Unterstützung der Bevölkerung, um weitere Kontakte und Austausch der Gruppen oder Personen zu organisieren. »Ich glaube, das sind überschaubare Ziele, von denen ich mir zutraue, dass ich sie erreichen kann.« Privat hat sich die Stadträtin vorgenommen, mehr Zeit für ihre Familie und Freunde freizuhalten. ga