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Nach wie vor auf Hochtouren läuft die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG. In Traunstein erfolgt schnelle Hilfe gerade auch über den Hubschrauber. In den Kliniken gehen aber die Einnahmen zurück – weil planbare Operationen, die vielfach Geld in die Kasse bringen, verschoben werden müssen. (Foto: Pültz)

Weniger Einnahmen in den Krankenhäusern der Region

Die Verschiebung von planbaren Eingriffen führt in den Krankenhäusern der Kliniken Südostbayern AG in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land unterm Strich zu Einnahmerückgängen. Die Ausfälle von Operationen, die mehr Geld in die Kasse bringen als die Behandlung von Covid-Patienten, reißen ein Loch in den Haushalt für die medizinische Betreuung in Traunstein, Trostberg und Ruhpolding sowie in Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Freilassing. Absagen und Verschiebungen elektiver Eingriffe führen laut Ralf Reuter, Sprecher der Kliniken Südostbayern AG »unweigerlich zu weniger Einnahmen beziehungsweise Erlösausfällen«.


Das Jahr geht zu Ende. Und auch in dem Klinkenverbund, den die Landkreise Traunstein und Berchtesgaden tragen, beginnt nun das große Rechnen. Das Geschäftsjahr ist abzuschließen, die Einnahmen sind den Ausgaben gegenüberzustellen. Und zu befürchten ist, dass in der Endabrechnung, die erst in einigen Monaten vorliegen wird, letztlich wieder ein Fehlbetrag stehen wird. Corona treibt die Kliniken in die roten Zahlen. 2020, im ersten Jahr der Pandemie, stand ein Defizit in Höhe von 3,7 Millionen Euro zu Buche.

Die Behandlung der Covid-Patienten verändert den Alltag in den Kliniken. Insbesondere müssen planbare Operationen, die vielfach aufwändig und damit teuer sind, aus dem Tagesgeschäft genommen werden. »Eine abschließende Betrachtung der wirtschaftlichen Konsequenzen für das Jahr 2021 ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich«, sagt Reuter auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.

»Deutlich weniger planbare Versorgungen«

»Aufgrund der hohen Versorgungslasten durch Covid-19-Patienten in der Region und deutlich weniger Fällen von planbaren Versorgungen ist die wirtschaftliche Situation trotz aller Ausgleichszahlungen belastet. Dies umso mehr, als es etliche Zeiten mit hohen Covid-19-Lasten gab, wo keine oder kaum Ausgleichszahlungen vorhanden waren.«

Wie bundesweit alle Akutkliniken mussten auch die Krankenhäuser in Südostbayern im zu Ende gehenden Jahr laut dem Unternehmenssprecher planbare Eingriffe absagen beziehungsweise verschieben, um ausreichend Behandlungskapazitäten, insbesondere im intensivmedizinischen Bereich zur Covid-Behandlung, zur Verfügung zu haben. Ralf Reuter erläutert die Lage: »In Teilen konnten wir OPs und Behandlungen, die auch bereits in den vergangenen Wellen verschoben werden mussten, nachholen. In der vierten Welle stecken wir mitten drin und bereiten uns auf die Omikron-Welle vor.« Diese Lage führe »unweigerlich zu weniger Einnahmen beziehungsweise Erlösausfällen«. Als Akutkliniken seien die Krankenhäuser der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land zur Covid-Versorgung der Bevölkerung verpflichtet und hätten im Vergleich zu reinen Fach- oder Spezialkliniken, aber auch Universitätskliniken, die nicht oder sehr beschränkt an der Covid-Versorgung teilnehmen, eben nicht die Möglichkeit, weiterhin planbare Operationen in üblichem Umfang durchzuführen.

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