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»Wenig vertrauensbildend«

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Traunreut. Heftige Kritik ernteten in der ersten Sitzung des neuen Kreisausschusses Vertreter des mit der Generalsanierung des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums Traunreut beauftragten Architekturbüros aus Gauting und des Ingenieurbüros aus Traunstein. Der Kreisausschuss nahm die Kostensteigerungen einmütig nicht hin.


Die »Arbeitsgruppe Gebäudemanagement« des Landkreises wird eingeschaltet. Ursprünglich sollte das vor drei Jahren geplante Projekt rund 15,4 Millionen Euro kosten. Letztes Jahr waren es bereits 17,5 Millionen Euro, aktuell liegt die Zahl bei 18,25 Millionen Euro. Die Summe von 17,5 Millionen Euro einfach zu deckeln und die Planer so zu Einsparungen zu zwingen, lehnte Landrat Siegfried Walch ab: »Das bringt nicht weiter.«

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Architekt Philipp von Funcke sowie die Ingenieure Martin Noichl und Erwin Kraus hatten die Kostenmehrungen mit knapper Bauzeit, aufwändiger Gründung ob der Bodenverhältnisse, der Enge auf dem Grundstück, Änderungen für die Entlüftungsanlage und anderen Argumenten begründet. Kleinere Maßnahmen wie eine eventuelle LED-Beleuchtung waren in der Mehrung um über 700 000 Euro noch nicht enthalten.

Die Reaktion des Landrats: »Ich bin völlig unzufrieden mit der Situation. Dinge wie beengter Bauraum oder bedarfsgerechte Lüftung – das ist vorher bekannt gewesen.« Die Planer bekämen durch die Mehrkosten Zusatzhonorare von 133 000 Euro. Das kommentierte Lothar Seissiger, FW/UW: »Natürlich hat ein Planer kein Interesse, Kosten einzusparen. Solche Kostensteigerungen treiben die Öffentliche Hand dazu, nicht mehr selber zu bauen, sondern Objekte anzumieten.«

In der Aussprache war von »wenig vertrauensbildend« die Rede, von »einem ganz schlechten Start für ein so wichtiges Projekt«, von fehlenden Einsparungsvorschlägen und »vielen Ausreden«. Johann Schild, SPD, meinte: »Bei Wettbewerben gibt es immer wieder Büros, die mit niedrigem Einstiegspreis den Auftrag erhalten und dann die Kosten Zug um Zug erhöhen.«

Dem hatten die Planer wenig entgegenzusetzen. Philipp von Funcke betonte, Einsparungsmöglichkeiten habe man bereits 2011 eingearbeitet. Der Geschäftsführer des Landratsamts, Lothar Wagner, informierte, die Baumeisterkosten seien neu ausgeschrieben. Viele Firmen hätten Interesse gezeigt: »Wir rechnen mit einem vernünftigen Angebot«. kd