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Wenig Interesse an Bürgerversammlung – Wie geht's weiter mit der Umgehung?

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Ortsumgehung Chieming
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Mit der Ortsumgehung soll der Schwerlastverkehr aus dem Ort verbannt werden. (Foto: Peter)

Chieming – Nur wenig Interesse hatten die Harter an der Bürgerversammlung beim Bräu in Hart. Nur etwa 20 Bürger informierten sich über gemeindliche Projekte, die im vergangenen Jahr erledigt wurden, über aktuelle Planungen, anstehende Aufgaben und Projekte für das Jahr 2018.


Gering war auch die Beteiligung an der Diskussion. Andrea Endlicher aus Manholding fragte Bürgermeister Benno Graf nach der 2003 angekündigten Erstellung eines Leitbilds für Chieming. Sie habe den Eindruck, dass in den vergangenen 15 Jahren Stillstand herrschte und bedauerte die Rückstellung dieses Projektes, das eine zukunftsweisende Weichenstellung für die Fortentwicklung der Gemeinde sei. »Dazu wäre doch auch eine eigene Bürgerversammlung geplant gewesen«, sagte sie und bedauerte, dass diese Versammlung bisher nicht stattgefunden habe. Dabei sei die Mitwirkung der Bürger doch sehr wichtig.

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Der Bürgermeister zählte dazu als Begründung eine Reihe vordringlicher Arbeiten auf. So nannte er den Bau des neuen Rathauses, die längst fällige Sanierung des Gemeindekindergartens mit dem Haus der Vereine, die nun Ende März abgeschlossen sein werde und das seit Jahren von Bürgern geforderte Vorwärtskommen bei der Ortsumgehung. Er erwähnte die umfangreichen Maßnahmen weiterer Trassenuntersuchungen und die Erstellung mehrerer Gutachten. Jahr für Jahr sei die Gemeinde bemüht, die Infrastruktur zu verbessern, etwa bei der Wasserversorgung, beim Straßen- und Wegebau, bei der Abwasserentsorgung und der Verbesserung durch den Ausbau der Breitbandversorgung.

Martin Maier fragte nach dem aktuellen Stand der Ortsumgehung von Chieming. Er bedauerte das Patt in dieser Sache und wollte auch wissen, wie es nun weitergehen wird. Er glaube, von einem Miteinander seien die Bürger Chiemings noch weit entfernt.

Graf erinnerte an die erweiterten Voruntersuchungen des Staatlichen Bauamts und die Vorstellung des ING-Büros aus Traunreut über weitere zusätzliche Varianten. Favorit sei die Trasse, die bei Unterhochstätt beginnt, das Krebsbachtal mit einer Brücke überquert und weiter zwischen den Gemeindestraßen zwischen Pfaffing und Eglsee verlaufen soll, um sich dann an dem neuen Kreisverkehr an die Staatsstraße 2096 anzuschließen. Diese Umgehung wäre etwa gut vier Kilometer lang.

Graf stellte fest, der Gemeinderat müsste sich nun entscheiden, ob der Einstieg in die kommunale Sonderbaulast zum Weiterkommen einer möglichen Ortsumfahrung erfolgen soll. Dies würde bedeuten, dass die Gemeinde mit etlichen Millionen Euro in finanzielle Vorleistung treten müsste. OH