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Weltoffenheit im Landkreis

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Auch internationale Bezüge in Familienbiografien wurden bei der Ausstellung deutlich. Für manche der Anwesenden bekam sie sogar einen realen Bezug in die eigene oft bewegte Geschichte.

Traunstein. Die Frage, was Traunstein mit der Welt verbindet, wurde im Rahmen einer Ausstellungseröffnung in der Reiffenstuel-Realschule Traunstein diskutiert und in vielen Schaubildern, Dokumenten und illustrierten Interviews gezeigt. Das Programm aber auch das anschließend eröffnete Buffet machte mit einer Auswahl an internationalen Speisen gleich ganz praktisch deutlich: Der Landkreis Traunstein ist in Fragen der Wirtschaft, des Tourismus, der Esskultur aber auch in der Struktur seiner Einwohner »international aufgestellt«.


Die Ausstellung mit dem umfassenden Namen »Internationalisierung des Landkreises Traunstein in Geschichte und Gegenwart« wurde von der Reiffenstuel-Realschule, der Beruflichen Oberschule in Traunstein und der Mittelschule Ruhpolding in Kooperation mit dem Stadtarchiv Traunstein und der Ausländerbehörde des Landkreises Traunstein konzipiert.

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Kräftige finanzielle Unterstützung für die Realisierung des Denkwerk-Projektes gab es von der Robert-Bosch-Stiftung wie auch von der regionalen gewerblichen Wirtschaft. 19 Firmenporträts sind ebenso zu sehen, wie illustrierte Interviews mit ausländischen Mitbürgern und »weit gereiste« Gegenstände, die von ihren Besitzern für die Ausstellung zur Verfügung gestellt wurde.

Eine Internationalisierung sei gerade auch für den Landkreis Traunstein wichtig, so Kösterke. Der äußerte sich unter anderem auch gedämpft zur derzeitigen Asyldebatte in der Stadt, Asyl suchende im Ortsteil Geißing aufzunehmen. Man müsse es »in die Köpfe bringen«, dass es um Menschen gehe, so Kösterke. Hier passte die Entscheidung der Ausstellungsinitiatoren gut, dass man freiwillige Spenden für die Ausstellung zur Unterstützung notleidender, Asyl suchender Menschen sammeln und gezielt weitergeben wolle.

Professor Dr. Ferdinand Kramer vom Institut der Bayerischen Geschichte betonte in seinen Ausführungen, dass gerade nach 1945 auch der Landkreis Traunstein viel an fremder Kultur erfahren habe, was sich zum Beispiel auch durch die Anwesenheit amerikanischer Soldaten oder auch die Unterbringung von Displaced Persons zeige. Auch die in Deutschland gebliebenen Gastarbeiter hätten die Internationalisierung mit geprägt.

Die Eröffnung wurde untermalt mit internationalen Hits und Liedern in verschiedenen Sprachen, die von Realschülern gesungen und gespielt werden. In den Projektreflexionen von mitwirkenden Schülern stellten diese aber bei allem Einzug von Pizza und Gyros kritisch fest: »Das Fremde macht vielen Angst«, wie die Asylbewerberdiskussion zeige. Kritisch stellten sie die Frage: »Wie weltoffen sind wir wirklich?« Die Ausstellung ist zu normalen Öffnungszeiten der Schule zu besichtigen. awi

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