weather-image
17°

Weitgehend unspektakulärer Jahreswechsel in der Region

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das sind die unerfreulichen Begleiterscheinungen des nächtlichen Feuerwerks.

Mit Böllern und Feuerwerksraketen wurde auch im Chiemgau und im Rupertiwinkel das neue Jahr begrüßt. Fast überall blieb es friedlich, von einigen alkoholbedingten Streitereien einmal abgesehen. Für die Feuerwehren gab es keine Großeinsätze; sie mussten nur zu einigen Kleinbränden ausrücken.


Eine kleine Umfrage bei den Polizeidienststellen in der Region ergab gestern, dass die meisten Menschen friedlich gefeiert haben und es nur wenige Einsätze zu verzeichnen gab. Das gilt auch für die Polizeiinspektion Traunstein. In deren Dienstbereich sind nur drei kleinere Vorfälle verzeichnet. Gegen 19 Uhr geriet in Lauter eine Hecke auf drei Metern Länge in Brand, ausgelöst vermutlich durch einen Böller. Das Feuer konnte von den Anwohnern und der Feuerwehr Lauter schnell gelöscht werden.

Anzeige

Auch in Grassau setzte ein Feuerwerkskörper eine Hecke an der Hafnerstraße in Brand. Die Feuerwehr rückte an; Anwohner hatten das Feuer aber bereits gelöscht. Die Feuerwehr führte Nachlöscharbeiten aus und konnte noch gerade rechtzeitig zur Jahreswende wieder ins Gerätehaus einrücken. Eine ruhige Nacht hatten die Floriansjünger aber dennoch nicht, denn gegen 2 Uhr morgens brannten an der Bahnhofstraße eine Mülltonne und Unrat. Auch diesen Kleinbrand hatte die Grassauer Feuerwehrler innerhalb weniger Minuten gelöscht. In Traunreut brannten zwei Wertstoff- bzw. Abfallcontainer. In beiden Fällen dürften Feuerwerkskörper die Ursache sein.

Um 20 Minuten nach Mitternacht teilte ein Anrufer mit, dass es in der Gemeinde Chieming bei Stöttham nahe einer Gaststätte brenne. Es handelte sich aber nur um ein kleines Lagerfeuer, das nicht gelöscht worden war. Das erledigten die Feuerwehren aus Chieming und Traunstein.

Eine halbe Stunde nach Mitternacht wurde ein 19-jähriger Siegsdorfer in einem Lokal am Karl-Theodor-Platz in Traunstein von mehreren Personen geschlagen. Die Schläger flüchteten,

Einen kuriosen Einsatz hatten die Beamten der Freilassinger Polizei am Nachmittag des Silvestertages. Gegen 16.30 Uhr wurden sie zu einer Gaststätte gerufen, weil ein Betrunkener mit seinem Pferd im Biergarten stand und diesen nicht mehr verlassen wollte. Mit psychologischem Geschick gelang es den Polizisten, den nicht mehr reitfähigen Mann zur Einsicht zu bringen. Gemeinsam wurde ein Pferdetransporter organisiert, der Pferd und Reiter sicher nach Hause fuhr.

Brandalarm gab es für die Feuerwehren Schleching und Unterwössen am Neujahrsvormittag um 10.35 Uhr. Im Schlechinger Ortsteil Achberg, wo am Vortag eine kleine Holzhütte in Brand geraten und trotz des schnellen Einsatzes der beiden Feuerwehren weitgehend zerstört wurde, kam es erneut zu einer Rauchentwicklung. Wieder rückten die beiden Wehren an und wässerten die Einsatzstelle ein, so dass keine weitere Gefahr bestand.

Zu einem weiteren Containerbrand wurde die Feuerwehr Inzell an Neujahr gegen Mittag in den Ortsteil Wald alarmiert. Aus einem Abfallcontainer quoll starker Brandrauch und die Anwohner alarmierten die Feuerwehr. Die Floriansjünger aus Inzell rückten mit dem Tanklöschfahrzeug an, fluteten den Container mit Wasser und löschten so den Schwelbrand im Inneren.

Es war ein sternenklarer Himmel in den letzten Stunden des alten Jahres. Nur wenige Minuten vor Mitternacht fiel jedoch über Traunstein und Umgebung Nebel ein und beeinträchtigte vielerorts die Sicht auf das bunte Feuerwerk in der Umgebung. Die Traunsteiner versammelten sich wieder in großer Zahl an den zum Jahreswechsel so beliebten Aussichtspunkten wie der Wiese beim Ettendorfer Kircherl und auf der Straße zum Hochberg hinauf. Das sind gleichsam die »Logenplätze«, von denen man das Feuerwerk zum Jahreswechsel am besten beobachten kann.

Die Knallerei bringt jedes Jahr am Neujahrsmorgen viel Arbeit für die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes mit sich: Bereits in den frühen Morgenstunden waren sie wieder in der Innenstadt unterwegs, um die Spuren der nächtlichen Knallerei zu beseitigen. Aber man konnte auch freiwillige Helfer beobachten, die am Vormittag Müll einsammelten. Auf den Wiesen am Hochberg zum Beispiel war ein Paar unterwegs, das die Reste der Silvesterraketen in Müllsäcken verstaute und abtransportierte. Respekt!

Viele Menschen nutzten noch an Silvester die Gelegenheit, bei den Jahresschlussandachten in den Kirchen Einkehr zu halten und ein wenig Bilanz zu ziehen über das abgelaufene Jahr. Vielen Menschen in der Region hat es Kummer und Verdruß gebracht, weil sie beim Hochwasser im Juni erheblichen materiellen Schaden erlitten haben. Ein Blick über die Grenzen zeigt jedoch, dass unsere Sorgen vergleichsweise klein sind, wenn man sich zum Beispiel die Lage in den Bürgerkriegsregionen der Welt vor Augen führt.

Viele Geistliche wiesen in den gestrigen Neujahrsgottesdiensten auf die Not und auf das Elend hin, das in anderen Teilen der Welt herrscht. Der Aufruf, Mitmenschlichkeit zu zeigen und zu helfen, wo man kann, ist bei vielen hoffentlich nicht ungehört verhallt. -K.O.-

Facebook Traunsteiner Tagblatt