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Weitere Regelkindergartengruppe in Grabenstätt

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Die Südseite des Grabenstätter Integrationskindergartens  St. Maximilian  mit dem mobilen Container, in dem seit 31. August Kinder betreut werden. Aktuell gehören der ausgelagerten Übergangsgruppe 19 Kinder an. Eine Erweiterung der Einrichtung wird in Erwägung gezogen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Der Gemeinderat erkannte in seiner jüngsten Sitzung den Bedarf für eine weitere Regelkindergartengruppe ab dem Kindergartenjahr 2016/2017 an. Das Gremium unterstützt damit im erforderlichen Fall auch den Betrieb einer altersgemischten Gruppe mit Kindern im Kindergarten- und Kinderkrippenalter. Zudem stimmten die Räte der Übernahme der Trägerschaft für eine weitere Regelgruppe beziehungsweise altersgemischten Gruppe durch die Katholische Kirchenstiftung zu.


Nachdem im vergangenen Kindergartenjahr die Zahl der Betreuungsplätze noch ausgereicht hatte, musste zu Beginn des aktuellen Kindergartenjahres wegen der erhöhten Nachfrage im Katholischen Integrationskindergarten St. Maximilian erneut eine Übergangsgruppe eingerichtet werden. Derzeit sind mit der Übergangsgruppe 82 Kinder in den Regelgruppen untergebracht. Darin enthalten sind sieben Kinder mit besonderem Förderbedarf. Die zugehörige Kinderkrippe ist mit 14 Kindern voll belegt.

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75 Kinder im Krippenalter

Im gemeindlichen Kindergarten in Erlstätt sind in den beiden Regelgruppen 50 Kinder. Der dortigen Krippengruppe gehören zwölf Kinder an, zwei Plätze wären noch frei. Insgesamt stehen derzeit in beiden Einrichtungen 132 Kindergartenplätze und 28 Krippenplätze bereit. Ohne die Übergangsgruppe hätte man im nächsten Jahr erneut nur Platz für 112 Kindergartenkinder, so Bürgermeister Georg Schützinger. Davon müsse man bei der Bedarfsplanung ausgehen, weil die Übergangsgruppe auf zwölf Monate befristet sei.

In Bezug auf den weiteren Bedarf für die Regelgruppen (Kinder ab drei Jahren) sei in den folgenden beiden Jahren mit stabilen Zahlen zu rechnen, erst 2018 zeichne sich ein moderater Rückgang ab. Auch in den Krippen rechnet man für die Folgejahre mit einem annähernd gleichen Niveau. Derzeit gebe es im Gemeindegebiet 75 Kinder im Krippenalter (ein bis unter drei Jahre), von denen 26 einen Krippenplatz in Anspruch nehmen.

Bei der Elternbefragung seien alle Kinder im krippenfähigen Alter mit einbezogen worden, so Schützinger. Von 104 Fragebögen seien 62 zurückgesandt worden, was einer »bemerkenswert guten Quote« von 60 Prozent entspreche.

Einige Eltern hätten Schützinger zufolge für das nächste Krippenjahr angeregt, dass die Einrichtungen bereits um 7 Uhr öffnen und erst um 16.30 Uhr schließen sollten. Eine Verlängerung der Öffnungszeit bis 16 Uhr sei am Freitag sicherlich eine Überlegung wert, da »es sich ja um einen ganz normalen Arbeitstag handelt«, so Doris Biller (FW). Eine solche Entscheidung könne nur die Kindergartenleitung treffen, erwiderte Schützinger.

Andere Eltern wünschten sich das Herabsetzen der Mindestbuchungszeit von 20 Stunden, sodass Krippenkinder auch nur an einem oder zwei Tagen betreut werden könnten, weitere Betreuungszeiten zum Beispiel an Feiertagen, flexiblere Buchungskorridore wegen Schichtdiensten, einen flexibleren Einstieg während des Jahres und die Einrichtung einer Spielegruppe an ein bis zwei Nachmittagen.

»Es stellt sich schon die Frage, ob das Sinn macht«

Teilweise seien die Kosten als zu hoch empfunden worden, so Schützinger weiter. Ansonsten habe es für die Betreuungsarbeit und die vielen Angebote viel Lob gegeben. »Es stellt sich schon die Frage, ob es Sinn macht, erneut zu bauen, wenn wir 2018/2019 nur 112 Kinder haben und dann wieder eineinhalb Gruppenräume leer stehen«, meinte Andreas Danzer (FW) und mahnte an, dass »die Grabenstätter Kinder zuerst die Plätze kriegen müssten«.

Schützinger erwiderte, dass man in Erlstätt »nur sechs auswärtige Kinder« betreue. Kirchenpfleger Maximilian Wimmer (CSU) sprach von »zwei ortsfremden Kindern« in Grabenstätt. »Uns als Träger ist es nicht so wichtig, wo das Kind herkommt«, betonte Wimmer und brach eine Lanze für die Betreuung von Integrationskindern in Grabenstätt: »Die Integration ist für unsere Einrichtung das Steckenpferd«. Der Bedarf werde weiter zunehmen und man wolle die Angebote sogar noch erweitern. »Diesen zusätzlichen Aufwand wollen wir uns leisten«, so Wimmer.

Die Übergangsgruppe im Container an der Südseite des Pfarrkindergartens sei eine »vollwertige Gruppe«. Der Grabenstätter Kindergarten habe keinen Sonderstatus, es gebe auch in anderen Kommunen des Landkreises solche Einrichtungen, beantwortete Wimmer eine Frage von Christian Fellner (Bürgergruppe). Auch Kindergartenleiterin Kati Berger prophezeite, dass die Zahl der Kinder mit Integrationsbedarf zunehmen werde. Der Gewichtungsfaktor für Flüchtlingskinder sei der gleiche wie für die anderen Regelkinder.

»Der Bedarf wird tendenziell steigen«

»Der Bedarf an Betreuungsplätzen wird tendenziell steigen«, meinte der gemeindliche Geschäftsleiter Peter Lex mit Verweis auf die Integrationskinder, Baulandausweisung, die Flüchtlingssituation und sonstigen Zukunftsaufgaben. Dieser Entwicklung müsse man Rechnung tragen und schon jetzt die Voraussetzungen für eine Kindergarten-Erweiterung schaffen. Außerdem müsste auch für die nächsten beiden Jahre eine (ausgelagerte) Übergangsgruppe eingerichtet werden, was nicht bedarfsgerecht sei. Bis zur Fertigstellung der Erweiterung in Grabenstätt könnten die beiden Einrichtungen einen spontanen Bedarf sicher noch auffangen, betonte Lex. In seiner nächsten Sitzung am Montag werde der Gemeinderat über die Erweiterung entscheiden.

Abschließend unterstützte der Gemeinderat die Einstellung eines Berufspraktikanten und Vorpraktikanten im Integrationskindergarten St. Maximilian für das Kindergartenjahr 2016/2017. mmü

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