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Weitere Genossen gesucht

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Traunstein. »Schon seit etwas mehr als einem Jahr besteht unsere Genossenschaft Bürgerenergie Traunsteiner Land.« Mit diesen Worten begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Schnell im Gasthaus Sailer-Keller die Mitglieder und einige Gäste zur ersten Generalversammlung der Genossenschaft. Die Genossenschaft war im Februar 2013 gegründet worden, um die Energiewende im Landkreis voranzubringen.


Bislang keine offensive Werbung

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Vorstandsmitglied Richard Danhof berichtete von den Aktivitäten des vergangenen Jahres: »Wir hatten beispielsweise eine große Veranstaltung zur Windkraft in Obing und wir waren eifrig unterwegs«. Danhof betonte, dass alle Mitglieder ehrenamtlich arbeiten und »dass die Genossenschaft bisher ganz bewusst nicht offensiv um neue Mitglieder geworben hat, solange noch kein konkretes Projekt zur Realisierung ansteht.«

Rudi Heydecker, der ebenfalls Mitglied des Vorstands und zudem ein erfahrener Ingenieur ist und früher Windkraftanlagen gebaut hat, schilderte die Schwierigkeiten, die es gibt, wenn man heutzutage ein neues Projekt mit Erneuerbaren Energien wirtschaftlich realisieren möchte. »Das ist ganz anders als vor ein paar Jahren. Manchmal gibt es natürlich Akzeptanzprobleme bei Windrädern und Solaranlagen«, so Heydecker.

Projekte gescheitert

Er berichtete von mehreren Projekten des letzten Jahres, um die sich die Genossenschaft bemüht hatte, die jedoch gescheitert waren: »Einmal gab es Probleme mit den Grunddienstbarkeiten, ein anderes Mal waren die Mietforderungen für eine Photovoltaikanlage auf einem Dach zu hoch«.

Schließlich verlieh er seinem Ärger über die aktuelle Energiepolitik in Bayern Ausdruck und sagte: »Die neuen Abstandregelungen für Windkraftanlagen stehen in einem fundamentalen Widerspruch zu den Zielsetzungen im Energiekonzept 2011 des Landkreises.« Trotzdem verkündete Heydecker, dass die Bürgerenergie Traunsteiner Land in nächster Zeit ein neues Projekt angehen wird und dafür jetzt weitere Genossen sucht.

Im Anschluss diskutierten Vorstände, Mitglieder und Gäste über bekannte und neue Möglichkeiten, wie der Landkreis bei all den Schwierigkeiten die angestrebte hundertprozentige Eigenversorgung aus regenerativem Strom für Haushalte und Kleingewerbe doch noch schaffen kann.