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Weitere Flüchtlinge kommen nach Marquartstein

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In dieses Haus an der Alten Dorfstraße neben dem Elektrizitätswerk Gränzmühle sollen demnächst 20 bis 30 Asylbewerber einziehen. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Seit eineinhalb Jahren leben rund 18 junge Asylbewerber aus Afghanistan im sogenannten Brücknhäusl in Marquartstein – bisher die einzigen Asylbewerber im Ort. In absehbarer Zeit werden es zwischen 15 und 30 Menschen mehr sein.


Wie der langjährige Gemeinderat und Eigentümer des Anwesens Gränzmühle, Ulrich Baron von Ribaupierre, unserer Zeitung mitteilte, hat er einen Vertrag mit dem Landratsamt geschlossen und das Haus an der Alten Dorfstraße unterhalb des Hofes Gränzmühle für Asylbewerber zur Verfügung gestellt. Das Haus direkt an der Tiroler Achen, mit vier Wohnungen, ließ er dafür innen vollkommen renovieren. Derzeit nimmt das Landratsamt noch die Möblierung vor. Im Untergeschoß soll anstatt einer fünften Wohnung ein Sozial- und Aufenthaltsraum geschaffen werden. Wie Ribaupierre sagte, beträgt die Nutzfläche rund 300 Quadratmeter. Vom Landratsamt sei ihm mitgeteilt worden, dass 20 bis 30 Menschen hier untergebracht werden können.

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Anders als beim Brücknhäusl sollen die Flüchtlinge dort selbstständig leben und sich selbst verpflegen, so Ribaupierre. Vom Hören-Sagen habe er gehört, dass möglicherweise auch Afghanen hier leben sollten, damit im Ort wenigstens geografisch die gleiche Volksgruppe wohne. Auch außen will der Eigentümer das Haus noch renovieren lassen. Als Begründung für die Vermietung ans Landratsamt sagte Ribaupierre, es sei aus »patriotischen Erkenntnissen« heraus geschehen, weil die Volksgemeinschaft gefordert sei. Auch nach dem Motto des Lions-Clubs »we serve« (wir dienen), hätten er und seine Frau sich aufgefordert gefühlt, etwas gegen die tragische Flüchtlingsmisere zu tun.

Bürgermeister Andreas Scheck sagte auf Anfrage, er habe trotz wiederholter Nachfrage bisher noch keine offizielle Benachrichtigung vom Landratsamt erhalten, wann und wie viele Personen hier einziehen würden. Ihm habe man eine Anzahl von voraussichtlich 15 Menschen genannt. Scheck sieht ein großes Problem bei der »Verfahrensabwicklung« mit den Asylbewerbern. Entgegen der vor eineinhalb Jahren genannten Verfahrensdauer von durchschnittlich acht Monaten wurde das Verfahren bei den bisher in Marquartstein lebenden Flüchtlingen noch bei keinem von ihnen abgeschlossen. Bei den meisten von ihnen hat es noch gar nicht begonnen. gi