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Weihnachts- und Neujahrsgrußwort von Landrat Siegfried Walch

Für dieses Jahr haben wir alle gehofft, dass uns ein Thema nicht wieder so stark beschäftigt – die Corona-Pandemie. Aber ganz im Gegenteil, das Virus bedroht uns wieder ganz besonders: Mit Patientenzahlen am Rande der absoluten Belastungsgrenze in unseren Kliniken oder mit der neuen, besorgniserregenden Virusvariante »Omikron«. Und die Gefahr »Corona« ist nicht abstrakt. Sie ist konkret und greifbar. Sie bedroht uns selbst, unsere Familie und Freunde. Vor dem Virus sind wir zum Schluss alle gleich.


Ich darf Sie daran erinnern: Der vergangene Jahreswechsel brachte uns in Rekordzeit den ersten Impfstoff und Unzählige haben darum gerungen, einen Impftermin zu erhalten. Impfangebote wurden unter größtem Aufwand aus dem Boden gestampft und flächendeckend bereitgestellt. Doch noch immer sind zu wenige geimpft. Dabei ist »Corona« eine Aufgabe für das ganze Land – für uns als Gemeinschaft! Ich kann es nur oft genug betonen: Dieses Virus ist die Herausforderung unserer Zeit und verlangt uns alles ab. Es ist wie in vielen Dingen im Leben auch in der Corona-Pandemie: Jeder muss seinen Teil aktiv dazu beitragen, dass wir aus dieser Krise herauskommen. Wir können doch die Impfungen als Chance begreifen: Viele Länder wären dankbar, wenn sie diese Möglichkeit hätten.

Genau deswegen ist diese Chance auch eine Verantwortung für uns selbst, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes. Die Freiheit des Einzelnen hört immer da auf, wo andere mit meinem Fehlverhalten beeinträchtigt werden. Nur mit Zusammenhalt kann es uns gelingen, dass wir diese Situation meistern. Dabei ist doch »Miteinander« kein Fremdwort in unserem Landkreis! Jahrelang haben wir den Zusammenhalt in den Dorfgemeinschaften und der ganzen Region angepriesen. Wann, wenn nicht jetzt, muss man beweisen, dass man zu dieser Heimat steht und nicht nur nach Gründen sucht, um eine Gesellschaft auseinander zu treiben.

Mein großer Respekt gilt dabei all jenen, die aktiv mithelfen, diese Situation insgesamt zu meistern. Zuallererst die Beschäftigten im medizinischen und pflegerischen Bereich. Sie machen mittlerweile über Monate einen Dienst, der nicht nur körperlich, sondern auch psychisch eine enorme Belastung darstellt. Dafür gebührt ihnen mein allergrößter Respekt und Dank! Natürlich gilt das auch für die Ehrenamtlichen in den Blaulichtorganisationen – an jeden Einzelnen ein herzliches »Vergelt's Gott«. Das geht auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Daseinsvorsorge, wie dem Einzelhandel oder der Polizei. Sie alle sorgen dafür, dass unser geregeltes Leben weiter funktioniert. Nicht zuletzt möchte ich auch unseren Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr meinen Dank aussprechen, die seit Beginn der Corona-Pandemie dort Dienst tun, wo wir sie brauchen: Im Gesundheitsamt oder direkt bei den Kliniken. Diese Liste könnte ich natürlich immer weiter fortführen.

Das Thema »Corona« überlagert alles, aber wir dürfen auch nicht in einen Tunnelblick verfallen. Es gibt viele Bereiche, die wir in unserer Region weiter voranbringen müssen. Gemeinsam mit allen Gemeinden haben wir die Chiemgau GmbH gegründet. Sie soll Kompetenzen bündeln und beispielsweise Themen wie Digitalisierung aller Schulen im Landkreis auf ein neues Level heben – unabhängig von Zuständigkeiten. Gerade im Bildungsbereich stehen wir vor bahnbrechenden Projekten: Die Architektenauswahl für den Neubau der gewerblichen Berufsschule ist bereits getroffen und für den Campus Chiemgau läuft das Bauleitverfahren – inzwischen haben bereits drei Professoren ihre Arbeit in Traunstein aufgenommen. Studienangebote sind bereitgestellt – wir sind jetzt Hochschulstandort! Auch im sozialen Bereich sind wir mit unseren Projekten einen großen Schritt vorangekommen: Das neue Kreisaltenheim Palling soll zur kommenden Jahresmitte eröffnet werden. Mit unserer Wohnungsbaugesellschaft und dem Zweckverband Heimat.Chiemgau stellen wir uns aktiv der großen sozialen Herausforderung Wohnraum. Wir reden hier nicht, sondern bauen selbst!

Dabei bleibt das Grundprinzip des Landkreises: Wir wollen unsere Schulden komplett abbauen. Denn nur so können wir in die Zukunft investieren und müssen nicht Rechnungen aus der Vergangenheit begleichen. Wir sparen nicht bei Projekten, sondern investieren hingegen so viel wie nie zuvor. Wir wollen DIE schlagkräftige Zukunftsregion dieses Landes werden.

Dieses Jahr hat für jeden Einzelnen eine ganz besondere Rolle gespielt – hoffentlich auch mit glücklichen Momenten. Mein Dank geht an Sie alle, dass wir dieses Jahr so gemeistert haben. Neben allem, was kritisiert werden kann, ist es uns doch gelungen, zusammen zu bleiben. Lasst uns das Miteinander, das wir in den vergangenen Jahren erarbeitet haben, jetzt nicht aufgeben. Halt' ma weiter zamm!

Ich wünsche Ihnen allen Frieden, Gesundheit und Zuversicht für das neue Jahr 2022! Gottes Segen für unsere Heimat!

Herzlichst, Ihr Siegfried Walch.

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