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Weg frei für neue Ferienhäuser und -wohnungen

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Unterwössen. In seiner jüngsten Gemeinderatsitzung hat der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplanes »Loh« im beschleunigten Verfahren beschlossen. Die Anwohner hatten dem geplanten Vorhaben zugestimmt. Anregungen der Behörden wurden in den Satzungsbeschluss aufgenommen.


Drei neue Gebäude sollen entstehen

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Der geänderte Bebauungsplan wird aber noch nicht ausgelegt. Drei neue, auf dem nordwestlichen Grundstücksteil geplante Objekte sollen als Ferienwohnungen und Ferienchalets ausschließlich touristisch genutzt werden. Die Gemeinde und der Grundeigentümer wollen diese Nutzungsart zuvor in einer notariellen Vereinbarung festschreiben.

Während ansonsten weitestgehend Einigkeit im Gemeinderat bestand, gab es um die Festlegung der touristischen Nutzung noch eine Diskussion. Gemeinderat Andreas Bichler (FWG) meinte, eine privatrechtliche Vereinbarung in einem notariellen Vertrag sei nicht ausreichend. Die Grundstücke sollten nicht als Wohngebiete, sondern als touristische Sondergebiete ausgewiesen werden. So könne sich die Gemeinde noch in Jahrzehnten auf die touristische Nutzung berufen. Privatrechtliche Notarverträge könnten nichts zuverlässig garantieren.

Haslreiter riet zu gegenseitigem Vertrauen

Claudia Schweinöster (UWW) meinte, gerade, wenn langwierige Verhandlungen Einigkeit gebracht hätten, solle nicht noch einmal nachverhandelt werden. Und auch Bürgermeister Hans Haslreiter (CSU), dem die Beteiligten persönlich bekannt sind, riet zu einem gewissen gegenseitigen Vertrauen. Um den zügigen Bau der Objekte mit touristischer Nutzung zu gewährleisten, sind auf Bedenken von Ratsherr Anton Aberger (CSU) in den Bebauungsplan Fristen aufgenommen.

Breite Einigkeit bestand darüber, die Anregungen beteiligter Behörden in den Bebauungsplan mit aufzunehmen. So werden Elemente aus dem Schallschutzgutachten auf Empfehlung der Unteren Immissionsschutzbehörde mit in die immissionsrechtlichen Vorschriften aufgenommen. Bestandteil werden auch die Forderungen des Staatlichen Bauamtes Traunstein. Grenzeinrichtungen und Grundstücksbestandteile dürfen im Einmündungsbereich des Schmidfeldweges in die Hauptstraße nicht mehr als 80 Zentimeter über das Straßenniveau ragen. Die Straßenbreite im Kurvenbereich des umgelegten Schmidfeldweges beträgt mindestens 6 Meter. Die Planänderungen wurden vom Gemeinderat einstimmig angenommen.

Wohnhausumbau skeptisch betrachtet

Der Gemeinderat befasste sich ferner mit einem Bauantrag für einen Wohnhausumbau am Schwaigerweg. Der Käufer des Hauses möchte es energetisch sanieren und in drei barrierefreie Wohnungen umbauen. Sein darauf gerichteter Bauantrag sah auch einen Anbau an eine Garage vor. Der stieß auf Bedenken der Gemeindeverwaltung, weil er mit weiterem Stellplatz, integriertem Hauszugang und Fahrradunterstellplatz 18 Meter lang wäre und eine Grundfläche von 171 Quadratmetern hätte.

Langes Gebäude optisch unterbrochen

Die Ausmaße überschritten das vorgesehene Baufenster. Das lange Garagengebäude war durch den Hauseingang und den Fahrradabstellplatz optisch unterbrochen. Vor allem vorgelagerte Stützen überschritten das Baufenster. Diese hatte der Bauherr vorgesehen, um den Garagenkomplex optisch an das Hauptgebäude anzupassen. So wollte der Gemeinderat ihm den Anbau nicht verwehren und stimmte dem Bauantrag mit den Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes letztlich zu.

Manfred Höglauer (UWW) machte den Gemeinderat auf die vielen großformatigen Veranstaltungsplakate entlang der Bundesstraße aufmerksam. Bürgermeister Hans Haslreiter und Verwaltungsleiter Thomas Müllinger sagten dazu, dass ein Teil der Plakate genehmigt sei. Solche Genehmigungen gewährten sich die Gemeinden wechselseitig, um so auch im Nachbarort für Veranstaltungen werben zu können.

Widerrechtlich aufgestelltes Plakat

Eines der Plakate sei aber gegen seinen ausgesprochenen Willen aufgestellt worden, sagte Haslreiter. Die Aufsteller gaben sich als Studenten aus, die am Wochenende mit dem Auftrag unterwegs seien, die Schilder in der Region aufzustellen. Über den Abbau könnten sie nicht entscheiden. Der Gemeinderat kam überein, solche Plakate künftig von Bauhofmitarbeitern entfernen und die Arbeiten dem Veranstalter berechnen zu lassen. lukk