weather-image
13°

Wechsel an der Spitze des Staatlichen Bauamts

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Symbolisch übergab Leitender Baudirektor Sebald König (rechts) den Fluchtstab an Baudirektor Christian Rehm. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Traunstein – Einen Wechsel gibt es an der Spitze des Staatlichen Bauamts Traunstein: Leitender Baudirektor Sebald König räumt seinen Stuhl und macht Platz für seinen Nachfolger, Baudirektor Christian Rehm.

Anzeige

Die feierliche Amtsübergabe im Landratsamt war geprägt von großer Wertschätzung für beide Männer. Viel Lob gab es vor allem für König, der nach gut 15 Jahren an der Spitze der Behörde seit Ende Dezember 2017 im Ruhestand ist. »Wir verabschieden nicht nur den Leiter des Staatlichen Bauamts, sondern eine Institution in der Region«, sagte Oberbayerns Regierungspräsidentin Brigitta Brunner. Sie hatte nicht nur zu der Amtsübergabe eingeladen, sondern sie verabschiedete Sebald König auch offiziell beziehungsweise führte Christian Rehm als neuen Behördenleiter ein.

In Königs Amtszeit sei viel geschehen, führte Brunner aus. Sieben Ortsumfahrungen habe man fertiggestellt, mit zweien, denen in Altenmarkt und Obing, begonnen. 33 Kreisverkehre habe man errichtet. Der Bereich Hochbau sei vor allem mit dem Haus der Berge in Berchtesgaden gefordert gewesen. »Fast 700 Millionen Euro sind in Ihren 15 Jahren als Behördenleiter in den Straßenbau und den Hochbau investiert worden«, führte die Regierungspräsidentin aus. Den 65-Jährigen bezeichnete sie als »Macher im besten Sinne« mit einer »unermüdlichen Tatkraft«.

Der Wechsel an der Spitze des Staatlichen Bauamts Traunstein macht sie dennoch nicht Bange. Der gebürtige Freilassinger Christian Rehm, der nach 24 Dienstjahren und Stationen in der Obersten Baubehörde in München, im Bundesverkehrsministerium in Bonn, bei der Regierung von Oberbayern und zuletzt im Staatlichen Bauamt Rosenheim nun die Behördenleitung in Traunstein übernehmen wird, habe das nötige Handwerkszeug für dieses Amt, führte Brunner aus.

Helmut Schütz, Leiter der Obersten Baubehörde München und ein langjähriger Freund Königs, sprach von einer Ära, die zu Ende gehe. »Lieber Sebald, du warst ein Aktivposten in der Staatsbauverwaltung und eine herausragende Persönlichkeit mit allen Kanten und Ecken«, sagte er zu König. An Rehm gewandt meinte Schütz, er wolle nicht von den großen Fußstapfen sprechen, in die dieser treten werde. »Sie müssen neue, eigene Akzente setzen«, ermunterte er den gebürtigen Freilassinger.

Die Frage »Ist denn der schon so alt?« habe er sich gestellt, als er die Einladung zu Königs Verabschiedung erhalten habe, gestand Landrat Siegfried Walch. »Sie sind einer, der fortschrittlich denkt, einer, der nach vorne denkt, der nie aus den Augen verliert, wo er hin möchte«, lobte Walch den scheidenden Behördenleiter. Er wünsche sich, dass die Zusammenarbeit mit Rehm genauso gut funktioniere. »Aber da habe ich keine Zweifel«, meinte der Traunsteiner Landrat.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer nannte König »einen guten Wegbegleiter über viele Jahre«. Als Behördenleiter habe dieser auch immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen. »Aber du hast immer unermüdlich, unerbittlich weitergearbeitet.« An Rehm gewandt meinte der Bundespolitiker: »Sie werden auch einige Schwierigkeiten vorfinden.« Immer wieder kam in den Reden zur Sprache, welch langen Atem man für die einzelnen Maßnahmen brauche.

König machte in seiner Abschiedsrede keinen Hehl daraus, dass es ihn wurmt, dass aus einem Brückenbau über die Salzach noch nichts geworden sei. Mit Blick auf die Österreicher stichelte er: »Sie waren immer charmant im Ton, hart in der Sache und diffus im Ergebnis.«

Die Frage, ob es ihm schwerfalle, seinen Stuhl zu räumen, könne er definitiv mit Nein beantworten. »Es ist besser zu gehen, bevor die anderen sagen: 'Jetzt wird es Zeit.'« Keiner sei unersetzlich. Dann griff der scheidende Behördenleiter den Heroldspruch »Der König ist tot, es lebe der König« auf. Dieser ziele auch auf die Kontinuität eines Amts ab. »Die wünsche ich mir. Aber mit dem Tod will ich mir noch Zeit lassen.«

Christian Rehm betonte, er werde alles machen, um den Vorschusslorbeeren gerecht zu werden. »Ich hätte auch zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn schon gerne hier gearbeitet«, sagte der 54-Jährige mit Blick auf die Traunsteiner Behörde. »Aber es hieß, ich muss erst die große Welt des Straßenbaus kennenlernen. Nach 24 Dienstjahren habe ich es endlich geschafft, hier in meiner Heimat zu landen.« Als leidenschaftlicher Straßenplaner und -bauer sei es sein Ziel, die Infrastruktur in der Region voranzubringen.

Bei der Amtsübergabe spielte eine Blasmusikkapelle, die aus Mitarbeitern des Staatlichen Bauamts bestand, flotte Märsche und Polkas auf. Die Begrüßung hatte der Leiter des Bereichs Hochbau, Martin Julinek, vorgenommen. Der große Sitzungssaal des Landratsamts war fast zu klein für die zahlreichen Gäste, unter ihnen zwei Landräte, zwei Altlandräte, zwei Oberbürgermeister, fast 50 Bürgermeister und sieben Bundestags- beziehungsweise Landtagsabgeordnete. san