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Wasserschutzgebiet bleibt erhalten

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Das Wasserschutzgebiet in Höpfling soll nach Meinung des Landratsamtes Traunstein aufgelöst werden. Doch die Gemeinde Siegsdorf sprach sich einstimmig für den Erhalt aus. (Foto: Wegscheider)

Siegsdorf. Eine längere Diskussion hat es in der Siegsdorfer Gemeinderatssitzung über den Antrag des Landratsamtes Traunstein gegeben, das Wasserschutzgebiet der Brunnen in Höpfling aufzuheben; es war am 15. Juni 1966 per Rechtsverordnung festgesetzt worden.


In einem Schreiben vom 27. Februar teilte das Landratsamt der Gemeinde mit, das beabsichtigt ist, die Wasserschutzgebietsverordnung aufzuheben, nachdem derzeit aus dem Brunnen II nur mehr Brauchwasser gefördert wird. Gleichzeitig wurde die Gemeinde um Stellungnahme gebeten, woraufhin die Verwaltung Einspruch gegen die Aufhebung der Wasserschutzgebietsverordnung einlegte. Die Begründung: Der Aufbau und Betrieb einer Brauchwasserversorgung diene in erster Linie dazu, den Brunnen II laufend in Betrieb und damit als ständige Notversorgungsanlage aufrecht zu erhalten.

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»Bei einem Ausfall der Brunnen in der Laubau stellt der Brunnen II die einzige Möglichkeit dar, eine Notversorgung innerhalb weniger Stunden in Siegsdorf zu gewährleisten«, so der Siegsdorfer Bauamtsleiter Franz Hell. Entsprechende Verbindungsleitungen sichern im Notfall eine kurzfristige Umstellung der Versorgung. Der Notfallplan der Wasserversorgung sehe daher als wichtigstes Standbein die Einbeziehung des Brunnen II vor. Um auch weiterhin eine entsprechende Wasserqualität zu sichern, sei die Aufrechterhaltung des Wasserschutzgebiets auch zukünftig notwendig. Die Gemeinde könne daher der Aufhebung der Schutzgebietsverordnung nicht zustimmen.

Das Landratsamt gab zu verstehen, dass man trotz des Einspruches an der Aufhebung festhalten wolle, da die Behörde angehalten sei, die von der Schutzgebietsverordnung betroffenen Grundstückseigentümer nicht übermäßig zu belasten. Daher habe man geprüft und untersucht, ob alle Wasserschutzgebiete noch zeitgemäß seien.

Die Gemeinde führte als Vergleich an, dass auch die Stadtwerke Traunstein aus guten Gründen mit den Kressenbachquellen – sie liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Siegsdorf – und dem zugehörigen Schutzgebiet in Hammer eine Notversorgungsanlage aufrecht erhalten, die bisher mit nicht unerheblichen Belastungen auch für die Siegsdorfer Nachbarn verbunden waren.

In der anschließenden Diskussion stimmten die Gemeinderäte ausnahmslos dem Vorhaben der Gemeinde zu. Bernhard Eisenbichler (UW) wollte wissen, welche Betroffenen laut Landratsamt strapaziert sind. Franz Hell erklärte, dass es sich hierbei überwiegend um Landwirte handelt, die ihre Grünfläche bewirtschaften.

Dr. Lothar Seissiger (UW) vertrat die Meinung, dass man eine Notversorgung unbedingt aufrecht erhalten müsse und man sich mit einem Gemeinderatsbeschluss gegen die Absicht des Landratsamtes wehren soll. Noch deutlicher wurde Matthias Landler (CSU): »Das Wasser ist unser höchstes Gut, und dieses Wasserschutzgebiet dürfen wir niemals aufgeben.«

Letztlich entschied sich der Siegsdorfer Gemeinderat einstimmig, den Einspruch gegen die Aufhebung der Wasserschutzgebietsverordnung für die Brunnen Höpfling aufrecht zu erhalten. hw