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Wasserrad im Holzknechtmuseum läuft wieder

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Glücklich über die gelungene Restaurierung (von links): Bernd Brendl, Mathias Praxenthaler, Paul Höglmüller, Georg Bichler und Ingo Schmucker. (Foto: Bauregger)

Ruhpolding. Mit großem Sachverstand und ehrenamtlichem Engagement haben Ingo Schmucker, Mathias Praxenthaler und Bernd Brendl mit Unterstützung des Museumsvereins in den vergangenen Monaten das hölzerne Wasserrad neben dem Hauptgebäude des Holzknechtmuseums bei Ruhpolding restauriert. Das benötigte Holz stellte der Forstbetrieb Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten zur Verfügung. Nach jahrelangem Stillstand dreht sich nun das Wahrzeichen des Museums wieder und kann spätestens beim Aktionstag »Leben und Arbeiten in den Bergen« am Sonntag, 1. Juni, von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.


Bereits seit einigen Jahren ließ sich das hölzerne Wasserrad mit einem Durchmesser von 2,60 Metern wegen vorhandener Schäden nicht mehr betreiben und führte so ein eher trauriges Schattendasein. Viele Museumsbesucher und Ruhpoldinger bedauerten dies in zahlreichen Gesprächen mit Mitgliedern des Fördervereins. Grund genug für dessen Vorstandschaft, sich des Problems anzunehmen und eine Lösung zu suchen.

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Kostenschätzung belief sich auf rund 15 000 Euro

Zuerst galt es aber, die Schäden aufzunehmen. Die Kostenschätzung für deren Reparatur lag bei ungefähr 15 000 Euro – was sich zunächst als schier unlösbares Problem darstellte. Durch die spontane Zusage des Mechanik-Fachmanns Ingo Schmucker, des Elektromeisters Mathias Praxenthaler und des Ingenieurs Bernd Brendl, die nötigen Reparaturen ehrenamtlich durchzuführen, war aber diese finanzielle Hürde schnell keine mehr. Mit einer Arbeitsleistung von ungefähr 150 Stunden und mit einem Kostenaufwand von nicht einmal 1000 Euro reparierten die drei Fachmänner das Lager des Rades, die Innenschalung, installierten eine neue elektrische Anlage und schufen eine Lösung für die Wasserzuführung.

Der Antrieb des »oberschlächtigen«, also des von oben in die Antriebsschaufeln des Rades einfließenden Wassers erfolgt weiter über einen, auf einem rund 50 Meter langen Holzgerüst angebrachten, hölzernen Wasserschacht. Für die Wasserzuführung wurde eine Tauchpumpenanlage im Wasserbecken unterhalb des Wasserrades angebracht, die zudem verhindert, dass der untere Teil des Holzrades bei Stillstand im Wasser steht. Bei einem Ortstermin freuten sich vor einigen Tagen die drei Akteure zusammen mit den Ausschussmitgliedern des Fördervereins, Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller und Georg Bichler, über die gelungene Sanierung und die einwandfreie Inbetriebnahme.

Wasserrad als einer der Höhepunkte beim Aktionstag

Das Wasserrad wird sicher auch einer der Höhepunkte beim Aktionstag »Leben und Arbeiten in den Bergen« am Sonntag, 1. Juni, zwischen 10 und 17 Uhr sein. Einen direkten Bezug zum Wasserrad haben die an diesem Tag aktiven Salzsieder aus der Saline Bad Reichenhall. Die oberschlächtigen Wasserräder dieser Art waren nämlich in den sieben Pumphäusern zwischen Bad Reichenhall und Weißbach die hydraulischen Kernstücke der 1618 fertiggestellten Solefernleitung zwischen Bad Reichenhall und Traunstein.

Als weitere Attraktion wird am Aktionstag auch das alte Sägegatter in Betrieb genommen. Filigranschnitzer Reinhart Beck, Rechenmacher Robert Glück und Motorsägenschnitzer Günter Domes zeigen an diesem Tag ihre speziellen Künste und Handwerke. Weiters können Kinder im Rahmen einer Sonderausstellung mit Schwemmholz basteln. Wer gern bäckt, ist bei Erwin Auburger im Backhäusl gut aufgehoben. Fans von Kräutern können der Eröffnung einer Kräuterstube im Wimmer-Zuhaus beiwohnen und sich dort Informationen holen. wb