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Wasserqualität des Tachinger Sees ist gut

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Taching am See. Der Tachinger See hat eine gute Wasserqualität. Das haben Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein jetzt bei der jüngsten Gemeinderatssitzung bestätigt. Tachings Bürgermeisterin Ursula Haas hatte die Behörde um eine umfangreiche und kompetente Auskunft gebeten, da das Thema derzeit emotional diskutiert wird und immer wieder Halbwahrheiten kursieren.


Susanne Trautwein, Biologin beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein, berichtete bei der Sitzung über die jüngsten Untersuchungsergebnisse. Wichtig sei, wie sie betonte, zu beachten, dass es einen Unterschied gebe zwischen der Badewasserqualität und der ökologischen Qualität des Gewässers nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die Badewasserqualität erreicht im Tachinger und im Waginger See die höchste EU-Qualitätsstufe; es ist für alle Menschen absolut unbedenklich, dort zu baden.

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Ausgiebig diskutierten die Fachleute und die Gemeinderäte in der Sitzung über die Phosphateinträge in den Tachinger See, wobei Susanne Trautwein für die Gemeinde Taching erfreuliche Messergebnisse vorlegen konnte. Erreichte der Phosphateintrag 1988 mit einem Wert von über 50 Mikrogramm je Liter seinen Höchstwert, so ließen sich nach dem Bau der Ringkanalisation Anfang der neunziger Jahre die Phosphateinträge kontinuierlich senken und bis 2012 auf einen Wert von unter 20 Mikrogramm je Liter reduzieren.

Phosphatmengen aus der Landwirtschaft gering

Für Laien sind diese Werte jedoch kaum aussagekräftig. Trautwein erörterte daher die Untersuchungskriterien in Bezug auf Badewasserqualität und der Qualität nach EU-Wasserrahmenrichtlinie. Das Gesundheitsamt Traunstein entnimmt am Tachinger See regelmäßig Wasserproben und untersucht diese auf Verunreinigungen. Die Untersuchungsergebnisse bescheinigten ausnahmslos eine sehr gute Badewasserqualität. Verunreinigungen waren weder durch Fäkalkeime, noch durch Blaualgen festzustellen.

Der gesamte jährliche Phosphateintrag in den Tachinger See beträgt eine Tonne und stellt somit für den Tachinger See einen unbedenklichen Wert dar. Interessant ist auch die Herkunft der Phosphatfracht. In letzter Zeit wurden in den oft sehr unsachlich geführten Diskussionen die Landwirte für die ohnehin unbedenkliche Phosphatfracht an den Pranger gestellt. Die aus der Landwirtschaft beziehungsweise eigentlich die aus der Fläche des Einzugsgebietes des Tachinger Sees kommenden Phosphatmengen betragen gerade einmal ein Fünftel der Gesamtfracht.

Der größte Anteil wird durch natürliche Ausschwemmungen aus den größtenteils hydromorphen Böden verursacht. Diese Feststellung veranlasste durchaus zu der berechtigten Frage, warum dann überhaupt in Taching das Thema »Seenreinhaltung« so intensiv diskutiert wird, wo allem Anschein nach keinerlei Anlass besteht. Auch die vorgesehenen Haushaltsmittel für Rückhaltemaßnahmen seien dann durchaus in Frage zu stellen.

Wasserrahmenrichtlinie: See erreicht zweitbeste Stufe

Die Fachbehörde attestierte zwar, dass in Taching kaum Handlungsbedarf besteht. Jedoch sei auch hier jede Reduzierung durch Rückhaltemaßnahmen ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung der Wasserqualität, die sich letztlich, wenn auch gering, auch auf den Waginger See auswirkt. Man sei auch am Tachinger See bei längeren Hitzeperioden nicht davor gefeit, dass bestimmte Algenarten vermehrt auftreten. Insofern solle man die Investitionen nicht in Frage stellen.

Auch im Hinblick auf die Wasserrahmenrichtlinie gab Susanne Trautwein Auskunft zur Wasserqualität des Tachinger Sees. Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist, dass bis 2015 alle Oberflächengewässer, unabhängig von ihrer Badewasserqualität einen guten ökologischen Zustand erreichen. Nach entsprechenden Untersuchungen erreicht der Tachinger See auf einer fünfstufigen Skala die zweitbeste Stufe. Der gute ökologische Zustand des Tachinger Sees ist damit nachgewiesen.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die momentanen öffentlich geführten Diskussionen der tatsächlichen Wasser- und Badewasserqualität des Tachinger Sees überhaupt nicht gerecht werden und unter anderem auch zurückgehende Gästezahlen auslösen. Eine Versachlichung der Debatten zu diesem Thema sei dringend nötig, so die Meinung der Räte. bk