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Wasserpreis verdoppelt sich ab Juli

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Grabenstätt. »Aufgrund der Investitionen und des Notverbundes müssen wir die Gebührenkalkulation überarbeiten«, umschrieb Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger in der jügsten Gemeinderatssitzung die anstehende Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung.


Die vorgeschlagene Gebührenerhöhung von derzeit 0,60 Euro pro Kubikmeter Wasser auf 1,20 Euro sei »eine drastische Erhöhung, das ist kein Geheimnis«, gab der Rathauschef offen zu. Allerdings sei man mit 60 Cent pro Kubikmeter im Vergleich zu anderen Wasserversorgungen ganz weit unten. Dies führte er auf den sparsamen Betrieb der vergangenen Jahrzehnte zurück. »Im Grunde sind die Gebühren in den letzten 15 Jahren sogar ständig zurückgegangen«, so Schützinger.

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Dass dieser Trend nicht mehr aufrechterhalten werden könne, liege nicht nur am eingerichteten Notverbund, sondern auch an der kostspieligen Ausweisung eines Wasserschutzgebietes um den Brunnen Eggerhauser Holz, aus dem die Marwanger Bürger bis Februar ihr Trinkwasser bezogen. Ins Geld werde auch die Leitungserneuerung am Moorreit gehen. Letztendlich stimmte der Gemeinderat dem Beschlussvorschlag zu. Nur Doris Biller (FWG) war dagegen.

Rudi Aigner (CSU) meinte, dass die Gebührenerhöhung »ein ganz schöner Kracher« sei und insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe als Großabnehmer jährliche Mehrkosten von bis zu 1200 Euro verursachen könnte. Eine Möglichkeit, Großabnehmer ab 1000 Kubikmeter »günstiger wegkommen zu lassen«, wie es Alois Wiesholler (CSU) anregte, bestehe nicht, so Kämmerer Peter Drechsler, denn es handle sich um »eine kostenrechnende Einrichtung, die von denen zu tragen ist, die dranhängen und gleiche Nutzung kostet auch jedem gleich viel«. Der neue Preis soll ab 1. Juli gelten.

Das bisherige Preisniveau werde auch nach einer möglichen Aufhebung des Notverbundes nicht mehr erreicht werden. Aufgrund eines Gemeinderat-Beschlusses vom Januar wird das Gebiet der Wasserversorgung Marwang seit Februar mit Wasser des Wasserbeschaffungsverbandes Grabenstätt versorgt. Einige Marwanger Bürger hatten ihre gesundheitlichen Probleme auf das angeblich korrosive Trinkwasser aus dem Brunnen Eggerhauser Holz zurückgeführt. Auch wenn diese Bedenken vonseiten der Fachleute und des Gesundheitsamtes zerstreut wurden, zog die Gemeinde letztendlich die Reißleine und richtete Anfang Februar einen Notverbund ein. Seitdem beziehen auch die Bürger in Hirschau, Hagenau, Marwang, Obereggerhausen sowie Ober- und Unterhochstätt ihr Wasser aus der Steinweiherquelle. Der Notverbund werde noch bis Ende 2014 bleiben, so Schützinger. Dann müsse man sehen, wie man weiter verfahre. mmü