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Wasserbeschaffungsverband hat viel investiert

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Seeon-Seebruck. Der Wasserbeschaffungsverband Seebruck hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Wasserversorgung investiert. Allein rund 200 000 Euro wurden in die Ertüchtigung des Brunnhauses sowie in eine Photovoltaik-Anlage gesteckt. Die finanziellen Reserven sind deshalb weitgehend aufgebracht und jetzt heißt es erneut sparen für das nächste große Projekt.


Im nächsten Frühjahr sollen nämlich die Erkundungsbohrungen für einen möglichen neuen Brunnenstandort in Straßham durchgeführt werden. Die Unterlagen für die Genehmigung der Probebohrungen lägen derzeit beim Landratsamt, wie der Vorsitzende Alois Daxenberger in der Jahreshauptversammlung mitteilte. Es sei davon auszugehen, dass eine Genehmigung erteilt werde.

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Weiter teilte er mit, dass vor rund einem Jahr alle vier Brunnen regeneriert und im Brunnen VI eine neue Pumpe eingebaut worden sei. Während dieser Zeit sei die Versorgung über den Notverbund mit der Harter Gruppe gelaufen. Dieser Verbund habe sich wieder einmal bestens bewährt.

In der Traunsteiner und Haushoferstraße seien neue Schieber installiert worden, ein weiterer sei noch auf der sogenannten Regnauer-Leitung erforderlich. Des weiteren konnten im Absenkungsbereich der Brunnen die Beweissicherungsmaßnahme abgeschlossen werden. Über einen Zeitraum von fünf Jahren seien fünf Flächen mit je zweimal zwei Meter beobachtet worden, ob beziehungsweise wie sich die Vegetation durch die Grundwasserentnahme verändere. Das Gutachten habe aber keine negativen Veränderungen ergeben.

Dass die Wasserqualität sehr gut ist – das Nitrat im Mischwasser liegt bei 6,3 Milligramm pro Liter – sei auch auf die durch die Landwirte sensible Bewirtschaftung der maßgebenden Flächen zurückzuführen, betonte der Vorsitzende. Gleichzeitig appellierte er auch an die Hundebesitzer, Verunreinigungen im Wasserschutzgebiet zu vermeiden. Die Wasserverluste hätten bei acht Prozent gelegen. Er hoffe, so Daxenberger, dass dieser Wert auch 2013 gehalten werden könne.

Seinen weiteren Ausführungen zufolge, werden 70 bis 80 Prozent des erzeugten Stroms durch die auf dem Brunnhaus installierte Photovoltaik-Anlage im Brunnhaus direkt verbraucht. Daxenberger informierte die Versammlung auch über den Ausgang der europäischen Bürgerinitiative gegen die Liberalisierung der Wasserversorgung. Dabei seien 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt worden. Bürgermeister Konrad Glück mahnte jedoch zu Vorsicht. Die Bürgerinitiative sei zwar ein Erfolg, aber große Konzerne hätten Interesse am Wassermarkt.

Einstimmig abgesegnet wurden der Geschäftsbericht und der Jahresabschluss 2012. Im abgelaufenen Jahr sei rein rechnerisch ein kleiner Verlust zu verzeichnen, sagte Steuerberater Johann Fenzl. Das Geld sei aber sinnvoll und zweckgebunden eingesetzt worden. Die wirtschaftliche Situation sei gut, die Verbindlichkeiten und Zinsen seien rückläufig. Ebenfalls genehmigt wurde der Haushaltsplan 2014.

Auf Anfrage eines Versammlungsteilnehmers bezüglich des Kalkgehalts im Wasser, hieß es, dass der Kalkgehalt geologisch bedingt und absolut nicht gesundheitsschädlich sei. Der Einbau von Geräten zur Wasserenthärtung in der Hausinstallation sei jedoch sehr umstritten. Man sollte sich vorab ausführlich informieren. ga

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