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Was wird eigentlich aus der Traunsteiner Bürgerwacht?

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Traunstein. Aus der Einführung einer Traunsteiner Bürgerwacht ist in diesem Jahr nichts geworden. In einer schriftlichen Anfrage zur Bürgerversammlung wollte eine Traunsteinerin wissen, wie es nun mit dieser Einrichtung weitergehen soll.


Oberbürgermeister Manfred Kösterke informierte in der ersten der vier Bürgerversammlungen (wir berichteten bereits ausführlich), dass sich auf die diesbezügliche Ausschreibung der Traunsteiner Polizei zwar etliche Bürger gemeldet hätten; davon seien nach Ansicht der Polizei aber nur zwei bis drei Bewerber für diesen Dienst geeignet gewesen. Nun werde, so sagte das Stadtoberhaupt, die Polizei eine zweite Ausschreibung vorbereiten. »Ich hoffe, wir werden 2014 Streifen der Sicherheitswacht auf unseren Straßen sehen«, zeigte sich Kösterke optimistisch.

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Die Sicherheit auf dem Stadtplatz ist auch nicht mehr voll gewährleistet; und zwar die für Fußgänger und Autofahrer. Der Belag des Platzes hat sich an vielen Stellen so verschoben, dass die Granitplatten zu Stolpersteinen geworden sind. Man sei daran, so der Oberbürgermeister, den Zustand zu ändern, was aber nicht ganz einfach ist, weil die Architekten, die den Platz geplant haben, quasi das Patent darauf haben und man nicht einfach etwas ändern darf – »Patent auf Pfusch« lautete dazu der Kommentar an einem Tisch.

Die Bürgerversammlung ist vor allem für ältere Leute gedacht, die abends nicht mehr weggehen wollen. Sie haben seit der ersten derartigen Versammlung vor rund 20 Jahren der Veranstaltung einen unverwechselbaren Charme verliehen, weil sie meist mit ausgesprochener Liebenswürdigkeit Lob und Kritik angebracht haben. Mal wird die Stadt dafür gelobt, dass sie den alten Menschen das Baden vor der offiziellen Öffnung des Schwimmbades in den frühen Morgenstunden ermöglicht; ein anderes Mal dafür, dass der Saustall nach der Silvesternacht bereits am Neujahresmorgen beseitigt ist. Kaum eine Bürgerversammlung am Nachmittag, an der nicht auch die Stadtgärtner mit Lob für ihre geschmackvolle Gestaltung der Blumenbeete und -kästen gelobt werden. Dieses Lob kam diesmal von Albert Truk aus der Frühlingstraße. Was ihm aber sehr missfällt, sind die unzähligen Aufkleber an den Masten der Verkehrszeichen und -ampeln.

Auch Hans-Joachim Mallwitz teilte in der Versammlung wieder verschiedene Beobachtungen mit und schlug Änderungen vor. Klagte ein anderer Diskussionsredner, dass der neue doppelte Kreisverkehr eine große Herausforderung für ältere Autofahrer sei, so wollte Mallwitz, dass man die Poller an den Bäumen bei den Parkplätzen am Waldfriedhof mit Stangen versehen sollte, damit man mit dem Auto nicht hinrennt. Auf der Haslacher Straße hätte er bei der Schule gerne noch eine weitere Aufschrift »Tempo 30« auf der Fahrbahn, obwohl eine solche am Beginn der Straße bereits vorhanden ist. Da musste ihm der Oberbürgermeister schon sagen, dass ein einmaliger Hinweis für die ganze Straße gilt, also auch noch 200 Meter weiter.

Im Wunschkatalog, den Mallwitz ausbreitete, stand auch noch, dass die Stadtarbeiter nach dem Mähen das Gras auf den Grünflächen im Schwimmbad zusammenrechen sollten, und dass zu den Containern bei der Kohlbrennerschule auch noch einer für Glas installiert werden sollte. Zumindest der zuletzt genannte Wunsch wird nicht erfüllt: Die Anwohner würden sich schnell wegen der Lärmbelästigung beschweren.

Eine Anfrage von Werner Ehelechner betraf die Kreuzung an der Wegscheid. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens ist dort ein Kreisverkehr angedacht. Das wird aber voraussichtlich noch so viele Jahre dauern, dass es sehr viele derer Bürger, die der Versammlung beiwohnten, wohl nicht mehr als aktive Autofahrer erleben werden. -K.O.-

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