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Was wird aus dem Hallenbad?

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Unterwössen. Nachdem eine Wiederbelebung des Unterwössner Hallenbades endgültig vom Tisch ist (wir berichteten), konzentrieren sich nun alle Überlegungen auf die mögliche Art der künftigen Nutzung des Gebäudekomplexes. Die ersten konkreten Gedanken gingen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in die Richtung eines Saunabetriebes unter Beteiligung der Gemeinden Schleching und Marquartstein.


Die Frage der künftigen Nutzung sollte nach den Worten von Bürgermeister Ludwig Entfellner »ein Entwicklungsprozess sein, der Schritt für Schritt in einem politischen Dreiklang von Bürgern, Fachleuten und Politik vorangehen sollte«. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das Gutachten von Josef Krautloher. Der hatte empfohlen, die vorhandenen Strukturen zu nutzen und die nicht genutzte Bausubstanz zu beleben.

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Hinsichtlich einer in Übersee schon lange gewünschten Wiederbelebung des Saunabereiches hat sich der Rathauschef mit den Bürgermeistern von Schleching und Marquartstein getroffen, um eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten. Er sei dabei auf ein »sehr positives Interesse« gestoßen und man habe für den 23. Juli eine Ortsbesichtigung vereinbart.

»Bevor wir entsprechende Überlegungen konkretisieren, sollten wir wissen, was für uns überhaupt finanzierbar ist«, warnte Sandra Sonntag (FDP) und verlangte genaue Zahlen vom Kämmerer. »Nicht das Pferd von hinten aufzäumen«, wollte Dr. Manfred Enzinger (Freie Wählergemeinschaft). Er plädierte deshalb dafür, die Nachnutzungsmöglichkeiten an die erste Stelle zu stellen und sich dann erst um die Finanzen zu kümmern.

Schließlich stimmten alle Gemeinderäte dafür zu prüfen, wie man das Gebäude oder Teile davon nutzen kann. Außerdem sollen eventuelle Fördermöglichkeiten ausgelotet werden. Dabei soll auch ausdrücklich die Weiternutzung des Saunabereiches in Betracht gezogen werden.

Zuvor hatte Techniker Andreas Bauer einen Zwischenbericht über seine Bestandsanalyse zum Thema »Heizung, Sanitär und Lüftung« gegeben. Danach hält er eine Demontage von nicht mehr zu verwendenden Teilen des Blockheizkraftwerkes für vorrangig. Eine Rückführung auf den zurzeit erforderlichen Bestand würde bereits 25 Prozent der Heizkosten sparen. »Das müsste sowieso gemacht werden, egal wie eine neue Nutzung aussehen würde«, so Bauer. Die Investitionskosten dafür bezifferte er zwischen 100 000 und 120 000 Euro.

Auf wenig Zustimmung stieß dieser Vorschlag bei Gemeinderätin Sonntag. Sie hält jede Aktivität in Sachen Heizung erst für sinnvoll, wenn eine konkrete Nutzung feststeht. Für Manfred Enzinger und Thomas Ager waren die sofortigen Einsparmöglichkeiten von 25 Prozent so verlockend, dass sie für ein sofortiges Handeln plädierten.

Als nächster Schritt zu einer vollständigen Bestandsanalyse sollen nun die anderen Nutzer des Gebäudes (Restaurant, Veranstaltungssaal, Kleinkinderbetreuung, Jugendraum, Gymnastikraum und Solarium) über deren Perspektiven und Vorstellungen für die Zukunft befragt werden. bvd