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»Was wäre der Bauer ohne Frau?«

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Gute Stimmung bei den Ehrungen beim Landfrauentag (von links): Kreisbäuerin Resi Schmidhuber, die frischgebackenen Hauswirtschaftsmeisterinnen Rosmarie Schild aus Tittmoning, Anita Finauer aus Engelsberg und Michaela Friedl aus Stein an der Traun, Hauswirtschaftsdirektorin a. D. Anna Gutmann, Chorleiterin Rosa Illguth, BBV-Geschäftsführer Reinhard Lampoltshammer, Stellvertretende Kreisbäuerin Rosa Braml und BBV-Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Eine Handvoll Ehrungen hat es heuer beim Landfrauentag gegeben, den der Kreisverband des Bayerischen Bauernverbands (BBV) wieder im Waginger Strandkurhaus veranstaltet hat (wir berichteten). Das waren zum einen drei frischgebackene Meisterinnen der ländlichen Hauswirtschaft. Zum anderen wurde der im September aus ihrem Amt geschiedenen, ehemaligen Direktorin der Abteilung Hauswirtschaft im Landwirtschaftsamt Traunstein, Anna Gutmann, für ihre Arbeit gedankt, und auch Rosa Illguth wurde gewürdigt: Sie ist jetzt seit genau zehn Jahren Leiterin des Landfrauenchors.


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Drei junge Frauen haben ihre hauswirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen und dürfen sich jetzt Meisterinnen nennen. Wie es guter Brauch ist, werden die neuen Meisterinnen immer beim Landfrauentag vorgestellt. Diesmal sind es Rosmarie Schild aus Tittmoning, Anita Finauer aus Engelsberg und Michaela Friedl aus Stein an der Traun. Landrat Hermann Steinmaßl sprach in seinem Grußwort den Frauen der ländlichen Hauswirtschaft augenzwinkernd Mut zu: »Ich habe keine Angst, dass ihr nicht den richtigen Bauern finden werdet.«

Zu Anna Gutmann sagte Kreisbäuerin Resi Schmidhuber, ebenfalls mit einem Schmunzeln: »Es war für mich überraschend, als sie Anfang September als Direktorin der Abteilung Hauswirtschaft in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist.« So fit, wie sie ist, könnte sie leicht noch ein paar Jahre arbeiten. Gutmann war seit 2001 am Amt in Traunstein als Sachgebietsleiterin tätig. Laut Schmidhuber sei sie »fast nicht zu ersetzen. Seit sie Leiterin ist, hat alles gepasst«. Die Stimmung bei den Studierenden und unter den Mitarbeitern sei sehr gut gewesen. Gutmann sei eine Frau, der man besonders Vergelt's Gott sagen wolle für all das, was sie für die Frauen und Bäuerinnen getan habe.

Gutmann bedankte sich für das Lob, schränkte aber ein: »Wenn alles gut läuft, dann liegt es nicht an einer Person, einer ist keiner.« Sie dankte ihrerseits der Kreisbäuerin, den Ortsbäuerinnen und überhaupt allen Bäuerinnen für die gute Zusammenarbeit: »Es hat einfach gepasst.«

An Rosa Illguth reichte Kreisbäuerin Schmidhuber das Kompliment weiter, in den zehn Jahren, seit sie Leiterin des Landfrauenchors ist, sei dieser »wahnsinnig gut geworden und hat sich verjüngt. Hoffentlich bleibt sie uns noch zehn Jahre erhalten, dann passt's schon«, sagte Schmidhuber. Den Landfrauentag bezeichnete sie als einen Tag, an dem man sich ein bisschen regenerieren und abschalten könne, an dem man Bekannte und Gleichgesinnte treffe. Das sei gerade in dieser Zeit sehr wichtig. Die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, so die Kreisbäuerin, zeige den großen Stellenwert, den die Landwirtschaft genieße.

Wagings Bürgermeister Herbert Häusl meinte in seinem Grußwort, es werde bei aller Diskussion um gerechte Preise und um die Bedeutung der Landwirtschaft oft vergessen, dass man vor allem Familien brauche, die zusammenhelfen. Es gebe immer noch die Betriebe, in denen drei Generationen zusammen wohnen und arbeiten. Dieses System habe sich bewährt, breche aber leider mehr und mehr auseinander. Im Mittelpunkt der Familie stehe die Frau, die Bäuerin, die eine enorm große Bandbreite an Arbeit zu leisten habe.

Landrat lobte Engagement der Landfrauen

Landrat Steinmaßl stellte die rhetorische Frage: »Was wäre der Bauer ohne Frau?« Es sei hervorragend, so lobte er die Landfrauen, »dass ihr euch so engagiert, nach innen und nach außen«. Eine gesunde Familie sei die Basis für eine gesunde Gesellschaft.

BBV-Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer zog ein kurzes Fazit der aktuellen Agrarpolitik: »Es hat sich nicht viel getan.« Bei den aktuell vorliegenden Vorschlägen kämen die Bauern wohl mit einem blauen Auge davon. Auch er dankte den Landfrauen, hob dabei besonders die Kreisbäuerin hervor, »die sich oiwei recht owiduad«. he

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