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Was lange währt, wird endlich gut

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Als Symbol der Grundsteinlegung für das neue Traunwalchner Feuerwehrhaus verstauten Bürgermeister Klaus Ritter (von rechts), Schützenmeister Norbert Alversammer und der zweite Kommandant der Traunwalchner Feuerwehr, Günther Dorfhuber, Euro-Münzen, Dokumente, Fotos und eine Urkunde in einer Kapsel. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Arbeiten am neuen Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Traunwalchen sind schon weit gediehen. Der Keller im Rohbau ist fast fertig. Aber einen Termin für eine Grundsteinlegung des symbolträchtigen Gebäudes hat die Stadtverwaltung Traunreut erst am gestrigen Dienstag gefunden. Umso feierlicher verlief der Akt mit Fanfarenklängen einer Abordnung der Blaskapelle Traunwalchen im Beisein von zahlreichen Gästen.


Auf dem städtischen Grundstück an der Simon-Ohm-Straße im Oderberger Gewerbegebiet entsteht ein klassischer Massivbau. Im Keller bekommt auch die Schützengilde Traunwalchen ein neues Domizil, das der Schützenverein soweit wie möglich in Eigenleistung ausbauen wird. Der Feuerwehr steht eine Nutzfläche von 375 Quadratmetern zur Verfügung und den Schützen 275 Quadratmeter. Die Zu- und Ausfahrt für das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr erfolgt über die Simon-Ohm-Straße. Außerdem gibt es eine weitere Zufahrt über die Simon-Ohm-Straße zu den Stellplätzen für die Feuerwehrleute und die Schützen.

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Dass das rund 1,6 Millionen-Euro-Projekt bis zum Baubeginn vor rund fünf Wochen mit Höhen und Tiefen verbunden war, zog sich wie ein roter Faden durch die Rednerliste. »Das Projekt war etwas mühsam«, gestand Georg Brüderl vom gleichnamigen Planungsbüro in Traunreut. Zehn Entwürfe, mit und ohne Schützen, seien gezeichnet und wieder verworfen worden. Doch was lange währte, wurde letzten Endes doch gut: »Ich bin überzeugt davon, dass der Bau gut werden wird«, so Brüderl. Auch Bürgermeister Klaus Ritter sprach von einem »extrem langen Weg.«

Ein erster Antrag der Traunwalchner Feuerwehr sei 2010 eingereicht worden. Zwei Jahre später habe der Stadtrat dann beschlossen, im Haushalt 2013 dafür Mittel bereitzustellen. Unterdessen seien Pläne geschmiedet und wieder verworfen worden. Darüber hinaus hätten die Standortfrage und der Versuch, die Feuerwehren Traunwalchen und Matzing zu vereinen, was letztendlich fehlgeschlagen war, das Vorhaben verzögert. Als Projektleiterin seitens der Stadtverwaltung lobte die Architektin Ina Veit auch die kompetente Unterstützung des Feuerwehr- und Schützenvereins. Beide Vereine hätten unermüdlich und letztendlich erfolgreich für ihre Einrichtungen gekämpft.

Die vielen Hürden, die in den vergangen fünf Jahren auf sich genommen werden mussten, hätten sich letztendlich bewährt, sagte der zweite Kommandant der Traunwalchner Feuerwehr und Stadtrat, Günther Dorfhuber. Mit dem neuen Domizil könnten zum ersten Mal alle Gerätschaften der Feuerwehr unter einem Dach untergebracht werden. Gleichzeitig bekämen auch endlich alle Aktiven einen eigenen Spind.

Dorfhuber bedauerte jedoch, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten. So müsse auf einen getrennten Umkleideraum (Damen und Herren), auf eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung und auf einen Ölabscheider verzichtet werden. »Leider fehlt auch ein Jugendraum«, so Dorfhuber.

Der Keller im Rohbau hat zwar bereits Gestalt angenommen. »Aber auf uns wartet noch viel Arbeit«, räumte Schützenmeister Norbert Alversammer ein. Einen besonderen Dank zollte er dem Sportreferenten der Stadt Traunreut, Bernhard Seitlinger. Stadtrat Seitlinger (CSU) habe das Vorhaben der Schützen mit außergewöhnlichem Einsatz unterstützt. Laut Alversammer liege der Kostenanteil der Schützen bei rund 300 000 Euro. Abzüglich der zu erwartenden Zuschüsse müssten die Schützen rund 120 000 Euro aufbringen. Dieser Betrag teilt sich auf in Eigenleistung, Spenden und Mitgliederdarlehen.

Der neue Kreisbrandrat Christoph Grundner stellte heraus, dass das neue Gebäude mehr als nur eine Unterkunft für sündhaft teure Feuerwehrfahrzeuge sei. Es sei zugleich auch Heimat und ein Anker, wo man sich auch austauschen könne. Wenn alles reibungslos läuft, kann die Feuerwehr Traunwalchen ihr neues Domizil im Sommer nächsten Jahres beziehen.

Bevor die Gäste mit einem Glas Sekt auf einen unfallfreien Bauverlauf anstießen, wurde eine Zeitkapsel mit verschiedenen Dokumenten, Fotos und Euro-Münzen befüllt und von Max Helmberger ordnungsgemäß verschweißt. Die Kapsel soll später im Feuerwehrhaus einen würdigen Platz bekommen. ga

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