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Was kann die Politik für Senioren tun?

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Traunreut. Die Abteilung Sport und Reha im TuS Traunreut diskutierte mit vier der fünf Kandidaten, die sich nächsten Sonntag zur Wahl des Bürgermeisters von Traunreut stellen. Lediglich Klaus Ritter fehlte. Abteilungsleiter Kurt Schmoll fragte vor allem, was sie für die Senioren der Stadt tun können.


Alle Redner waren sich einig, dass den älteren Mitbürgern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werden müsse und sie so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können sollten. Ein Thema ist die Mobilität der Menschen im Alter. Grünen-Kandidat Martin Czepan könnte sich vorstellen, dass der Citybus länger am Tag und auch am Wochenende fahren sollte und die Bahn neue Züge mit niedrigerem Zustieg einsetzen solle. Außerdem wünschte er sich verkehrsberuhigte Zonen für Fußgänger und wäre für Tempo 30 auf den meisten Straßen in der Stadt.

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Bürgerlisten-Kandidat Hans Danner stellte fest, dass es gerade für ältere Menschen im Rollstuhl oder mit Rollatoren oft schwierig sei, eine Straße zu überqueren. »Mit einfachen Dingen wie abgesenkten Gehsteigen und Ampeln, die länger geschaltet sind, kann man schon viel erreichen«.

So sah es auch Ernst Ziegler (SPD): »Wir müssen den öffentlichen Raum barrierefrei machen und brauchen den Lebensphasen gerechte Geh- und Radwege.« Bürgermeister Franz Parzinger verwies darauf, dass in letzter Zeit schon einiges verbessert wurde und mehrere Ampeln im Stadtgebiet behindertengerecht umgerüstet wurden.

Dass die Innenstadtsanierung in den nächsten Jahren angepackt werden muss, darin waren sich die Bewerber einig. Parzinger war die Versorgung mit Ärzten, Geschäften und kulturellen Angeboten in fußläufig erreichbarer Nähe wichtig. Martin Czepan wünschte sich als Begegnungsort einen Stadtpark, wo man gemütlich im Schatten sitzen kann und wo auch Übungsgeräte für Senioren stehen könnten.

Hans Danner war es wichtig, der Vereinsamung im Alter entgegen zu wirken und zu verhindern, dass die sozialen Kontakte abreißen: »Es gäbe eine Reihe von Maßnahmen, die man in der Innenstadt zur Stärkung der Aufenthaltsqualität überlegen kann.« Grünanlagen und Treffs in den Einkaufsstraßen wären sein Wunsch.

Für Ernst Ziegler stand der Wohnungsbau ganz oben auf der Aufgabenliste. »Wir müssen den sozialen Wohnungsbau wieder beleben und dürfen nicht zulassen, dass immer mehr Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt werden«, forderte er.

Franz Parzinger will den Wohnraum und das Angebot an Geschoßwohnungen in der Innenstadt verdichten, aber auch neue Baugebiete ausweisen, da der Bedarf hier nach wie vor gegeben sei. Für Martin Czepan wäre es wichtig, vor allem den Leerstand in Häusern und Wohnungen zu füllen.

Parzinger betonte, es sei überaus wichtig, dass Traunreut auch im Kreistag gut vertreten ist, denn nur dann komme von der hohen Kreisumlage auch wieder etwas in die Stadt zurück. Martin Czepan regte an, über eine kleine Anerkennung für ehrenamtlichen Einsatz von Senioren nachzudenken wie beispielsweise den freien Eintritt in bestimmte städtische Einrichtungen. Dass der Reichtum der Stadt Traunreut auch dazu genutzt werden sollte, dass das Leben in der Stadt und der Besuch städtischer Einrichtungen für alle bezahlbar bleibt, führte Ernst Ziegler an. 450 Tafelempfänger seien ein Alarmsignal, dass immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sind.

Abteilungsleiter Kurt Schmoll sprach an, dass viele Vereine Probleme hätten, Übungsleiter zu finden und ihre Arbeit zu finanzieren. Hier sah Parzinger die Krankenkassen in der Pflicht, die schließlich das größte Interesse daran haben müssten, dass ihre Mitglieder lang gesund und fit bleiben.

2013 war laut Schmoll »ein Jahr der Superlative«. Seit 2010 sei die Zahl der Übungsveranstaltungen in der Reha-Abteilung von 503 auf 919 gestiegen. Höhepunkt des vergangenen Jahres war der Gewinn bei »Sterne des Sports« in der Region und der hervorragende zweite Platz in Bayern. »Das Versprechen, Traunreut zu einem Zentrum für Reha-Sport zu machen, ist gelebte Realität und wird weiter ausgebaut«, sagte er. mix

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