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Was hat die Alm mit Bangladesh zu tun?

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»Frontmann« Peter Rauch war zweifelsfrei der wichtigste Freischneider in der Schwendtruppe – im Hintergrund Almbauer Thomas Hallweger beim Zusammenrechen des Schwendgutes.

Ruhpolding. Der »guten Tat« auch im Seniorendasein verpflichtet haben zehn Altpfadfinder aus Laufen und Rosenheim auf der Farnbödenalm im Hochfelln-Gebiet Schwendarbeit geleistet, das heißt, die Weidefläche der Berechtigungsalm von übermäßigem Gehölzaufwuchs befreit. Unter Leitung des Landschaftspflegeverbandes Traunstein (LPV) arbeiteten die Aktiv-Senioren für die Unterstützung eines Gartenbauprojektes in Bangladesh.


Weil die Almbauern in der Regel mehr als genug zu tun haben, drohen an manchen Stellen Brombeer-, Wildrosen-, Ahorn- und Fichten-Aufwuchs die Weideflächen zu überwuchern. Früher leistete meist der Altbauer und »Austragler« mit Sense und Kreuzhaue Almputz-Arbeit im unwegsamen Gelände, das nicht für Maschinen geeignet ist. Jetzt übernahmen diese Arbeiten die Pfadfinder-Senioren zusammen mit Thomas Hallweger, dem Haßlbergbauern und Almberechtigten. Die Pfadfinder hatten sich in den letzten Jahren bereits mit ähnlichen Arbeiten in der Hollandau bei Unterwössen, im Wildmoos zwischen Grabenstätt und Bergen sowie beim Entbuschen des Umfeldes der Streichenkirche in Schleching bewährt.

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Motiviert sind sie durch ihr weltweites Engagement für die Jugendentwicklung, besonders für Bangladesh. Seine Menschen arbeiten für Hungerlöhne für Deutschland, warum sollten also Deutsche nicht auch für ihr Land arbeiten? Denn für ihren Einsatz für die bayerische Almenwelt und für Gartenprojekte in Bangladesh werden die Pfadfinder vom LPV aus Sponsorengeldern der Schlossbrauerei Stein und des Hofbräuhauses Traunstein honoriert.

Neben ihnen zeigten nach LPV-Angaben auch bereits Mitglieder des niederländischen Bergsportverbandes Interesse an den Almarbeiten. Hier erholsam-anstrengende »Frische-Luft-Arbeit« im Sinne eines Aktivurlaubes zu leisten, könne eine echte Tourismus-Attraktion des Alpenlandes werden, meint LPV-Geschäftsführer Jürgen Sandner. Das Gefühl gebraucht zu werden und in der Freizeit Sinnvolles für das große Ganze zu tun, könne sehr wohl zum Urlaubsglück beitragen. Das war auch die Empfindung der Pfadfinder-Senioren nach getaner guter Tat, die zwar die Knochen im steinig-steilen Gelände stark in Anspruch nahm, aber auch das Gefühl vermittelte, noch lange aktiv zu sein.