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Warum Durchforstungen nötig sind

Petting. Waldumbau, Durchforstung und Mischbestände waren Themen einer gut besuchten Informationsveranstaltung für Waldbesitzer, die Revierleiter Max Poschner für die Waldbesitzervereinigung Laufen-Berchtesgaden organisierte.

Anhand anschaulicher Beispiele erklärte der Förster die Vorteile einer Durchforstung. Vor allem bei der Fichte stehe die Stabilität im Vordergrund. Werde ein Bestand im Alter zwischen 20 und 40 Jahren nicht durchforstet, entstünden instabile Bestände, die vor allem stark sturmwurfgefährdet seien. Wenn die Bäume dicht stehen und deshalb weniger Licht einfallen kann, verringere sich die Kronenlänge der Bäume, wodurch ein hoher Schwerpunkt entstehe. Solche Wälder würden dann oft Opfer von Stürmen. Die Folgen seien hohe finanzielle Verluste beim Holzverkauf, Verluste beim Holzzuwachs sowie Folgeinvestitionen durch Pflanzungen auf den so entstandenen Kahlflächen.

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Die für den Wald nötige Durchforstung sei nicht nur sinnvoll, sondern auch finanziell lohnend. Bei rechtzeitiger Durchforstung entstünden stabile, gesunde Bestände, die den Waldbesitzern waldbauliche Freiheiten gewähren. Erstdurchforstungen würden auch staatlich gefördert.

Poschner sprach an Beispielen im Wald auch die für die Holzernte nötige Feinerschließung an. Um möglichst wenig Schäden an den verbleibenden Bäumen und am Boden zu hinterlassen, sei ein dauerhaftes Netz von Rückegassen unerlässlich. Auch die Verjüngung von Wäldern sprach der Förster an. Wenn die Faktoren Stabilität der Altbestände, vorhandene Samenbäume und angepasster Rehwildbestand gegeben seien, stehe einem artenreichen Mischbestand nichts mehr im Wege. Eine flächendeckende, gemischte Naturverjüngung werde auch staatlich gefördert, erläuterte Poschner.

Besonders in Zeiten des Klimawandels und damit vermehrt auftretender Schädlinge müsse das Ziel ein gesunder Mischwald sein. Sollte auf einer Fläche eine Baumart aufgrund von Kalamitäten ausfallen, habe man noch andere Baumarten, auf die man zurückgreifen könne. So werde das Risiko minimiert und zudem Artenvielfalt geschaffen.