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Warnung vor Beitritt zum Naturpark Chiemsee

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Der kleine Ort Seeon mit seinen historischen Gastwirtschaften und dem Kultur- und Bildungszentrum ist zwar in aller Munde. Im Ort lässt die Nahversorgung aber zu wünschen übrig. Immer mehr Geschäfte schließen. Ein Nahversorgungskonzept, das in der Bürgerversammlung beim Alten Wirt vorgestellt wurde, soll es richten, dass sich in Seeon wieder mehr rührt. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Auch bei der Bürgerversammlung in Seeon im Gasthaus Alter Wirt wurde vor einer Mitgliedschaft der Gemeinde Seeon-Seebruck des geplanten Naturparks Chiemsee Chiemgauer Alpen gewarnt. Max Namberger befürchtet durch die Ausweisung eines über 65 600 Hektar großen Naturparks zwischen der Eggstätter Seenplatte und Reit im Winkl Einschränkungen für die Entwicklungsmöglichkeiten der beteiligten Kommunen und der Landwirtschaft und appellierte an den Gemeinderat, dem Trägerverein nicht beizutreten.


Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Ruth wird der Gemeinderat Ende Februar darüber abstimmen, ob die Gemeinde dem Trägerverein mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 1000 Euro beitreten und damit das Projekt befürworten wird.

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Den Biber-Beauftragten im Landratsamt kontaktieren

Der Aufforderung von Lambert Parzinger, die Gemeinde möge gegen das Biberproblem etwas unternehmen, konnte Ruth nicht nachkommen. Denn Biber unterliegen dem Jagdrecht. »Im Landratsamt gibt es einen Biberbeauftragten, den werden wir informieren«, versicherte Ruth aber. Alois Schuhbeck würdigte die Gemeinde für die Unterstützung bei der Flüchtlingsarbeit und auch Pfarrer Dr. Hans Huber sagte Vergelt's Gott für die stets gute Zusammenarbeit.

Weitere Anfragen gab es nicht, dafür aber jede Menge Informationen rund um das Gemeindegeschehen und neue Projekte, die bereits im Aufbau sind. Neben einem »Quartierkonzept«, das älteren Mitbürgern ermöglichen soll, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu leben, stellte Gemeinderat Hans Huber (FW) das Projekt »Lebens-Qualität durch Nähe« vor, das sich als Hilfe zur Selbsthilfe zur Stärkung der Nahversorgungsstruktur versteht. Auslöser, sich professionelle Unterstützung zu suchen, sei die Schließung der Bäckerei in Seeon vor knapp einem Jahr gewesen, sagte Huber. Auch schon zuvor hätten sich in Seeon immer mehr Geschäfte zurückgezogen. Nicht zuletzt der Wegfall des Standesamts durch die Verwaltungszusammenlegung wegen des neuen Rathauses in Seebruck bereite den Seeonern Sorge.

Mit der Hilfe eines Gutachters soll jetzt der Kaufkraftabfluss analysiert und eine Lösung erarbeitet werden, wie man diesem entgegentreten könnte. In der Studie wird nicht nur die Grundversorgung untersucht, sondern auch die öffentlichen Einrichtungen und Dienstleister sowie das Freizeitangebot werden betrachtet.

Wie früher: »Fahr nicht fort, kauf im Ort«

Huber appellierte an die Versammlung, diesen Prozess zu unterstützen, denn ohne die Bürger würde das Ganze nicht funktionieren. »Bei den Leuten muss es selber klick machen. Ganz nach dem Slogan, der schon vor 40 Jahren in Seeon kursierte, 'fahr nicht fort, kauf im Ort'«. Sollte das Projekt Früchte tragen, könnte und sollte es auch auf Seebruck und Truchtlaching ausgedehnt werden, sagte Huber. Eine Auftaktveranstaltung dazu ist am Mittwoch, 16. März. Ort und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben.

Wie berichtet, ist die Gemeindeverwaltung vorübergehend in die ehemalige Gruber-Alm in Roitham bei Seeon umgezogen. Das »Übergangs-Rathaus« wurde Ende vergangenen Jahres bezogen und wird solange genutzt, bis das neue Rathaus in Seebruck fertig ist. Dessen Baubeginn ist voraussichtlich im Juli. In einem Nebengebäude am »Übergangs-Rathaus« leben seit Ende vergangenen Jahres auch 15 Flüchtlinge, für deren Unterkunft die Gemeinde zuständig ist. Tatkräftig unterstützt wird die Gemeinde dabei vom Asyl-Helferkreis (wir berichteten).

Gelegenheit, sich den Seeonern vorzustellen, hatte nicht nur der neue Leiter des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon, Gerald Schölzel. Auch die Kinder, die seit rund einem Jahr in einer Wohngruppe in der umgebauten Pension Waldesruh in Wattenham leben und dort intensivpädagogisch betreut werden, stellten sich vor. Nach Angaben der Betreuer hätten sich die Kinder zwischen 7 und 15 Jahren schon recht gut eingelebt. Zwei Kinder werden in einer kleinen internen »Hausschule« unterrichtet, die anderen besuchen die öffentlichen Schulen. Dass es in dem umgebauten Gebäude immer etwas zu tun und zu richten gibt, versteht sich von selbst. Deshalb sind ehrenamtliche Helfer, aber auch Besucher, die die Wohngruppe kennenlernen möchten, immer willkommen.

Neuer Leiter von Kloster Seeon vorgestellt

Gerald Schölzel wurde im November von Bezirkstagspräsident Josef Mederer offiziell in sein Amt als Leiter des Kultur- und Bildungszentrums eingeführt. Seine Aufgabe sei es, vor allem die Tagungshotellerie zu entwickeln, sagte der 52-Jährige. Dringend sanierungsbedürftig sei das ehemalige Hirschfeldanwesen, zu dem auch ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück gehört. Eine Neukonzeption soll auch das Bistro Leuchtenberg erfahren.

Aufgewachsen in Unterfranken, begann Schölzel seinen Berufsweg im Jodquellenhof in Bad Tölz. Nach internationalen Stationen in München und Puerto Rico studierte er in Heidelberg und war zuletzt Geschäftsführender Direktor des Trainings- und Konferenzzentrums der Lufthansa im hessischen Seeheim. Stets auf der Suche nach Herausforderungen und wegen seiner Liebe zu Bayern, hatte er sich für die Stelle im Kloster Seeon beworben. ga