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Warnstreik bei Coca Cola in Traunreut

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Die Mitarbeiter des Traunreuter Standortes der Coca-Cola-Erfrischungsgetränke AG schlossen sich am Montag den bundesweiten Warnstreiks der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten an. (Foto Gabi Rasch)

Traunreut. Im Kampf um höhere Löhne schlossen sich am Montagfrüh auch die Mitarbeiter des Coca-Cola-Standorts Traunreut den bundesweiten Warnstreiks an. Rund zwei Stunden harrten die Beschäftigten bei heißem Tee vor dem Auslieferungslager an der Werner-von-Siemens-Straße aus. Der für Traunreut zuständige Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rosenheim, Georg Schneider, sprach ihnen Mut zu: »Wir werden so lange ausharren, bis der Inn wieder in Richtung Kufstein zurückfließen wird.«


Bis vor rund 25 Jahren wurde in dem heutigen Vertrieb- und Logistik-Standort der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE) noch selbst abgefüllt. In Traunreut sind derzeit rund 50 Fahrer und Lageristen sowie Außendienstmitarbeiter beschäftigt. Die NGG, die zu diesem bundesweiten Warnstreik im Vorfeld der für den 30. Januar anberaumten dritten Tarifverhandlungen bei der CCE aufgerufen hatte, fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent. Die Geschäftsführung des bundesweit größten Getränkeherstellers dagegen will eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit durchsetzen und droht laut NGG sogar mit Stellenabbau – trotz eines positiven Geschäftsergebnisses. Zu diesem positiven Geschäftsergebnis hätten laut Schneider auch die Traunreuter Beschäftigten mit beigetragen, die seit Jahren auf Teile ihrer Lohnerhöhung verzichtet hätten. Die Arbeitgeberseite müsse sich endlich deutlich bewegen, forderte Schneider.

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Die CCE hatte in der zweiten Verhandlungsrunde Anfang Dezember eine Lohn-und Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent für 2013 und weitere 2 Prozent für das Jahr 2014 angeboten sowie eine vom Erfolg des Unternehmens abhängige zusätzliche Sonderzahlung. Ebenso garantiert das Unternehmen in einer Presseerklärung die Übernahme von Auszubildenden für zwölf Monate, eine Erhöhung des Arbeitgeberbeitrages in die betriebliche Altersvorsorge sowie die Möglichkeit der Altersteilzeit in Fortschreibung der bisherigen Regelung. Bereits zugesagt wurde die Erhöhung der monatlichen Ausbildungsvergütung ab 2013 um 100 Euro. Zusätzlich hat das Unternehmen seine Bereitschaft erklärt, über eine weitere Beschäftigungssicherung zu verhandeln. Als Voraussetzungen für den Abschluss eines neuen Tarifvertrags hat das Unternehmen auch eine flexiblere Arbeitszeitregelung ins Gespräch gebracht. Das Unternehmen begründet dies mit der Wettbewerbsfähigkeit. Das Getränkegeschäft sei von stark schwankenden Absatzmengen – je nach Saison, Wetter oder Aktionen in puncto Handels – geprägt. Damit sei eine hohe Flexibilität vor allem in Punkto Produktion und Vertrieb von zentraler Bedeutung, um schnell auf die Marktanforderungen reagieren und so die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhalten zu können. Nach Ansicht des Unternehmens erlaube die Arbeitszeitflexibilisierung, das Geschäft trotz zu erwartender Schwankungen im Absatz nahezu vollständig mit eigenen Mitarbeitern zu erbringen. ga