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War das Gästehaus genehmigt?

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In der Brandruine suchen die Ermittler immer noch nach der Brandursache. (Foto: dpa)

Schneizlreuth – Auf Hochtouren laufen die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Traunstein nach dem folgenschweren Brand eines Gästehauses in Schneizlreuth. Sechs Männer zwischen 30 und 42 Jahren waren am Pfingstwochenende ums Leben gekommen. Unter anderem spielt die Lizenz zur Beherbergung von Gästen in dem denkmalgeschützten Anwesen – in dem es unter anderem vergitterte Fenster und keine Fluchttreppe an der Außenfassade gab – bei den Ermittlungen eine wichtige Rolle.


Bereits mehrfach mit dem Anwesen vertraut war seit den 1980er Jahren das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. »Es ging dabei unter anderem um die Instandsetzung des Daches (1991) oder die Reparatur von Feuchteschäden (1992)«, erklärt Generalkonservator Mathias Pfeil auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.

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»Im Zuge der Gesamtinstandsetzung des Anwesens im Jahr 1994 wird das Gebäude in den Akten als 'Wohnhaus mit Stall und Stadel' bezeichnet, also als Wohnhaus für eine Familie«, ergänzt Pfeil.


Zu einer Umnutzung des Wohnhauses hin zu einem Beherbergungsbetrieb liegen im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege keine Informationen vor. »An einem möglichen Genehmigungsverfahren zur Umnutzung des Gebäudes wurde das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege nicht beteiligt«, so Pfeil weiter.


Ob es nun eine genehmigte Nutzungsänderung gab oder nicht, das weiß nur die zuständige Stelle am Landratsamt in Bad Reichenhall. Doch die Behörde gibt wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft keine Auskunft. »Das Landratsamt unterstützt die laufenden Ermittlungen aber bestmöglich«, so ein Sprecher.


Dass der Sachverhalt derzeit aufwändig geprüft wird, bestätigte auch Volker Ziegler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, im Gespräch mit unserer Redaktion. Nähere Auskünfte wollte aber auch er im Hinblick auf das laufende Verfahren nicht geben.


Die sechs Männer aus Niederbayern, die im Rahmen eines Betriebsausflugs in Schneizlreuth übernachteten, starben an den Folgen einer Rauchvergiftung. Noch in dieser Woche sollen auch die Ergebnisse der DNA-Untersuchung feststehen, damit die Leichen zweifelsfrei zugeordnet werden können und die Angehörigen sie auch beerdigen können.


Keine neuen Erkenntnisse gibt es bisher zur Brandursache. »Wir sind noch ganz am Anfang«, so ein Sprecher der Polizeidirektion Oberbayern-Süd. Als mögliche Ursache gilt bisher ein technischer Defekt an der elektrischen Anlage im ersten Stock des Hauses. Brandstiftung wird weiterhin ausgeschlossen. - apo