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Wanderwege werden neu beschildert

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Seine Stellung als eines der beliebtesten Wandergebiete Deutschlands unterstreicht das Achental mit einer neuen Wegebeschilderung. Das Hochgerngebiet hat der Alpenverein auf seine Kosten beschildert. Nach den Ferien beschildert die Gemeinde das Wandergebiet um Oberwössen. Unterwössen folgt nach. (Foto: Flug)

Unterwössen – Wenn die Mitarbeiter des Bauhofs nach den Ferien antreten, setzen sie 250 gelbe Farbpunkte in die Oberwössener Bergwelt. An 98 Wegkreuzungen und Abzweigungen betonieren sie neue Pfosten und befestigen neue Schilder für Wanderer und Mountainbiker. Oberwössener Bürger werden sie in ihrer Freizeit unterstützen.


Zu den Stärken Oberwössens gehören die einmalige Lage und die vielen gepflegten Wanderwege in die Bergwelt. Beispielhaft sind die Wege in das Hochgerngebiet, auf den Rechenberg zum Taubensee zu nennen. An Oberwössen grenzt das Naturwaldreservat Vogelspitz. Zusammen mit weiteren Gemeinden macht das die Region zu einem der schönsten Wandergebiete Deutschlands. Dem tragen die im Ökomodell Achental zusammengeschlossenen Gemeinden immer mehr Rechnung.

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Inzwischen haben Grassau, Marquartstein, Staudach-Egerndach, Schleching, Unterwössen und Übersee ihr Wanderwegenetz digital erfasst. Die Leiterin der Oberwössener Tourist-Information und Geschäftsführerin im Verkehrsverein, Uschi Grünbacher, ist in ihrer Freizeit jeden Wanderweg in Oberwössen abgegangen. Sie hat die Strecken mit einem satellitengestützten Navigationsgerät aufgezeichnet. Die Tourist-Informationen haben die Daten mit Fachleuten aus Murnau in einer Datenbank erfasst. Das Team aus Programmierern, Freizeitplanern, Geo-Informatikern, Kartographen, Mediengestaltern und Naturwissenschaftlern bereitet nun die Datensätze für unterschiedliche Zwecke auf. Unter anderem entsteht in Zusammenarbeit mit der Firma Kompass eine neue Wanderkarte mit Höhenprofilen. QR-Codes helfen, die Karten und Wege auf Smartphones zu übernehmen.

Aus dieser Datenbank haben die Fachleute das einheitliche Beschilderungs- und Leitsystem nach den Vorgaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) entwickelt. Die heimischen Tourist-Informationen haben die Aufgabe gestemmt, für jedes einzelne Wanderwegeschild die korrekte Beschriftung in eine Spezialsoftware einzupflegen.

Aus diesen Daten wurden in Lienz die gelben Schilder gefertigt. 250 lagern jetzt in der Tourist-Information Oberwössen. Sie sollen unter extremsten Anforderungen im hochalpinen Bereich über Jahre bestehen bleiben. Die Schilder stellen vielfältige Informationen bereit: Darauf ist der Weg zumeist mit seinem Ziel bezeichnet. Manchmal sind Zwischenziele aufgeführt. Ein blauer, roter oder schwarzer Punkt gibt die Schwierigkeit der Wanderung an. Eine Wegenummer hilft, den Weg auf der Karte zu finden. Besondere Wege haben ihre besonderen Wegezeichen wie die Via Alpina oder der Fernwanderweg E4. Symbole stehen für Besonderheiten wie Verpflegung, Übernachtung oder Aussichtspunkt. Besonders umstritten ist die Angabe der Gehzeit. Im Hochgerngebiet hat der DAV auf eigene Kosten die neue Beschilderung installiert.

Für die Wanderwege und die Beschilderung hat die Gemeinde Unterwössen 25 000 Euro in den Haushalt eingestellt. Das umfasst auch die im nächsten Jahr anstehende Beschilderung in Unterwössen. Zugleich ersetzt die Gemeinde dort Straßenschilder. Zuschüsse gibt es keine. Allerdings planen die Achentalgemeinden noch weitere Informationen für die Wanderer mit großen Infotafeln an namhaften Ausgangspunkten wie Wanderparkplätzen. Dafür erhoffen sie sich Geld aus dem Leader-Förderprogramm. lukk

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