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Waldlehrpfad teilweise zerstört

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Die Baumscheibe mit den Jahresringen wurde kaputt gemacht. Mittlerweile wurde sie wieder zusammengesetzt, damit sich keiner verletzen kann. (Foto: Mix)

Traunreut – Schüler des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums haben eineinhalb Jahre lang im Rahmen eines P-Seminars im Fach Biologie viel Arbeit auf sich genommen und einen Waldlehrpfad erstellt, der mitten in Traunreut allen Interessierten Informationen rund um den Wald liefern soll. Doch seit der Eröffnung des Lehrpfads im November 2016 (wir berichteten) werden einzelne Stationen des Lehrpfads immer wieder zerstört.


Plexiglasscheiben wurden zerschlagen, in denen Ausstellungsstücke zu sehen waren, die Baumscheibe mit den Jahresringen wurde zertreten, das Insektenhotel beschädigt. Mehrmals behoben die Schüler mit Hilfe der Stadt Traunreut die Schäden. Doch da die Zerstörungen kein Ende nahmen, hat man schließlich resigniert und die Stationen einfach so stehengelassen. Der Lehrpfad ist so weit hergerichtet, dass sich niemand an herabgerissenen Teilen verletzen kann.

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»Täter auf frischer Tat ertappen«

Die P-Seminaristen haben inzwischen ihr Abitur in der Tasche und die Schule verlassen. »Die Schüler waren unglaublich traurig, sie haben sich extrem viel Arbeit gemacht und wollten etwas Nachhaltiges schaffen. Einiges steht zum Glück noch«, erklärt Petra Hochreiter. Gleich bei den ersten Beschädigungen waren die Schüler zur Polizei gegangen und meldeten den Vorfall. Wie Polizeichef Johann Bohnert im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt betonte, gibt es kaum Chancen, hier erfolgreich einzuschreiten: »Wenn wir die Täter nicht auf frischer Tat ertappen, ist es sehr schwierig.«

Auch Nachbarn finden es traurig, dass Vandalen diesen interessanten Waldlehrpfad einfach mutwillig kaputtgemacht haben. Julia Dubowy wohnt mit ihrer Familie ganz in der Nähe und kommt mit Sohn Schorschi immer wieder gern hierher. »Er hat durch die Abbildungen schon zwei Vogelarten kennengelernt und erfahren, welche Tiere im Wald wo leben«, erzählt die Mutter. Sie möchte, dass die Schüler, die diesen Ort geschaffen haben, wissen, »er wird wertgeschätzt, die Anwohner und Eltern finden ihn toll und wollen ihn unbedingt erhalten«.

Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Ritter und Stadtgärtnermeister Robert Kratzer war der Standort für den Lehrpfad ausgesucht worden. Robert Kratzer meint, dass er hier schon richtig platziert ist, denn er liegt in der Nähe des Gymnasiums und anderer Schulen, an einem Waldstück mitten in der Stadt und an einem stark frequentierten Wanderweg.

Der Waldlehrpfad bietet beziehungsweise bot an fünf Stationen jede Menge Information, unter anderem an der sogenannten Jahresringe-Station. Hier werden die Fächer Biologie und Geschichte verknüpft. Man kann anhand der Jahresringe eines 70 Jahre alten Baumes verschiedene Ereignisse in der Weltgeschichte und der Geschichte der Stadt Traunreut nachverfolgen. mix

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