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»Waldesruh«: Gemeinderat stimmte zu

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Seeon-Seebruck. Der Seeon-Seebrucker Gemeinderat segnete den Bauantrag zur Nutzungsänderung der Pension »Waldesruh« in Wattenham ohne längere Diskussion einstimmig ab.


Damit steht aus Sicht der Gemeinde der Einrichtung einer sogenannten »Intensivpädagogischen Wohngruppe mit Verselbständigungsgruppe und Kriseninterventionsplatz«, wie es in dem Antrag des Evangelischen Hilfswerks der Inneren Mission München heißt, nichts mehr entgegen. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat zunächst sein Einvernehmen zur Nutzungsänderung verweigert, um Zeit zu gewinnen, die Bürger über die Einrichtung zu informieren. In der Gemeinde kursierten nämlich Spekulationen, dass es sich dabei um nicht mehr therapierbare Jugendliche handeln könnte, von denen auch eine Gefahr ausgehen könnte.

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Bei einer Informationsversammlung durch die Gemeinde kristallisierte sich jedoch heraus, dass in dem Wohnheim sieben verhaltensauffällige Kinder zwischen 8 und 14 Jahren betreut werden. Bei den Neubürgern, die voraussichtlich Mitte des Jahres einziehen werden und dort eine vorübergehende Bleibe erhalten sollen mit dem Ziel, ihre Heimat wieder zu Hause zu finden, handelt es sich um Kinder mit einem intensiven Förder- und Betreuungsbedarf. Die verhaltensauffälligen Kinder, deren soziales und emotionales Verhalten gestört ist, werden 1:1 betreut. Das heißt, für die sieben Kinder, die meist aus zerrütteten Familien stammen, stehen ebenso viele Betreuer und zusätzlich ein Psychologe zur Verfügung.

Die Kinder mit einem besonderen Förderbedarf, werden im Haus von einer Lehrkraft der Wilhelm-Löhe-Schule Traunreut unterrichtet. Andere besuchen die umliegenden öffentlichen Schulen. Im Schnitt verlassen die Kinder nach eineinhalb Jahren das Wohnheim, um entweder wieder zu ihren Familien zurückzukehren oder in ein Berufshilfswerk bzw. in eine andere sozialpädagogische Einrichtung zu wechseln.

Aufgrund dieser neu gewonnenen Erkenntnisse konnten die Ängste der Bewohner soweit ausgeräumt werden. Zwischenzeitlich wurde die Gemeinde vom Landratsamt im Rahmen des laufenden Anhörungsverfahrens erneut aufgefordert, einen positiven Beschluss zu fassen. Im Falle einer erneut negativen Stellungnahme wäre der Beschluss vom Landratsamt ersetzt worden, weil das Vorhaben aus baurechtlichen Gründen nicht abgelehnt werden kann.

Nach Angaben des Antragstellers, der die Pension erwerben möchte, sind mit Ausnahme von umfangreichen Maßnahmen, was die Brandschutzauflagen betrifft, keine größeren Umbaumaßnahmen im und am Gebäude der Pension »Waldesruh« vorgesehen. ga